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M&A-Deals: Studienkreis, Competence Call Center, Vitalsana

Für die Schülernachhilfe ist künftig der Private-Equity-Investor IK Investmentpartners verantwortlich.
Rawpixel/iStock/Thinkstock/GettyImages

Aurelius verkauft Studienkreis an IK Investment Partners

Der Turnaround-Investor Aurelius verkauft den Schüler-Nachhilfe-Anbieter Studienkreis an die Private-Equity-Gesellschaft IK Investment Partners. Der Smallcap-Investor bezahlt laut Angaben der beiden PE-Häuser 71,1 Millionen Euro für Studienkreis. In einer Präsentation von Aurelius ist sogar von einem Verkaufspreis von 76,5 Millionen Euro die Rede. Bei der Transaktion wurde Aurelius von der M&A-Beratung Raymond James und der Anwaltskanzlei Ego Humrich Wyen unterstützt. IK Investment wurde beim Zukauf von der M&A-Beratung Goetzpartners unterstützt.

Aurelius hat dieses Jahr bereits drei große Exits hingelegt. Darunter waren die Rekordtransaktionen des Informations- und Kommunikationsdienstleisters Getronics (220 Millionen Euro) und des Kompressorenherstellers Secop (185 Millionen Euro). Aurelius kann nach eigenen Angaben somit auf das erfolgreichste Jahr seit bestehen der Investorengesellschaft zurückblicken. Das Studienkreis-Management wurde von der Kanzlei P+P (Federführung: Barbara Koch-Schulte) beraten. 

Ardian übernimmt erneut Competence Call Center

Der Private-Equity-Investor Ardian kauft die Competence-Call-Center-Gruppe (CCC) vom Wettbewerber Silverfleet Capital zurück. Laut eigenen Angaben haben die beiden Finanzinvestoren bereits eine Transaktionsvereinbarung unterzeichnet. Man warte lediglich noch auf die Genehmigung der Behörden. Bei der Veräußerung wurde Silverfleet von der Investmentbank William Blair, der Unternehmensberatung Roland Berger, den Wirtschaftsprüfern Deloitte, KPMG sowie der Wirtschaftskanzlei Kirkland & Ellis beraten. Ardian wurde rechtlich von der Anwaltskanzlei Latham & Watkins unterstützt.

Von 2009 bis 2013 war CCC erstmals Teil des Portfolios von Ardian. Damals legte der Investor den Grundstein für die Internationalisierung des 1998 gegründeten Unternehmens. Silverfleet soll bei der Übernahme 2013 einen dreistelligen Millionenbetrag für den Callcenter-Betreiber bezahlt haben. Ardian will im Anschluss an die Transaktion die Internationalisierung von CCC fortsetzen.

Ströer verkauft Vitalsana an Zur Rose

Die Zur Rose Group übernimmt nach eigenen Angaben die Versandapotheke Vitalsana mit Sitz in Heerlen sowie den dazugehörigen Ulmer Dienstleister ApDG von dem Medienunternehmen Ströer. Zur Rose ist eine Schweizer Versandapotheke, die dieses Jahr an die Börse gegangen ist und zu der bereits der Vitalsana-Konkurrent Doc Morris gehört.

Zur Rose will mit dem Zukauf nach eigenen Angaben einen wesentlichen Teil ihrer europäischen Versandaktivitäten in Aachen/Heerlen bündeln, um Synergien zu heben. Vitalsana setzte laut Zur Rose 2016 rund 30 Millionen Euro um. Mit Ströer sei zudem eine strategische Partnerschaft eingegangen worden. Der im MDax gelistete Ströer-Konzern hatte Vitalsana erst im September 2016 für kolportierte 4,5 Millionen Euro von der Drogeriekette Schlecker übernommen.

Kein Käufer für insolventen Küchenbauer Alno

Der insolvente Küchenbauer Alno steht endgültig vor dem Aus. Wie der Insolvenzverwalter Martin Hörmann in einer Pressemitteilung verkündete, hat sich bis zuletzt kein Käufer für das Pfullendorfer Unternehmen gefunden. Die verbliebenen Vermögenswerte würden in den kommenden Monaten verkauft.

Die gescheiterte Investorensuche ist das Resultat eines langen Machtkampfes zwischen dem Management und der Unternehmerfamilie Hastor, die über ihr Investmentvehikel Tahoe bei Alno eingestiegen war. Vergeblich hatte die ehemalige Finanzchefin Ipek Demirtas versucht, mit Sanierungsmaßnahmen den Turnaround zu schaffen, bevor sie schließlich von Tahoe abgesetzt wurde. Im Juli musste Alno dann Insolvenz anmelden.

M&A-Personalien

Markus Stephanblomewird Partner bei der Anwaltskanzlei Clifford Chance. Der 43-Jährige wechselt vom Konkurrenten White & Case zum Frankfurter Standort der Kanzlei. Nach eigenen Angaben wird Stephanblome ab Mitte Dezember die M&A-Beratung der Kanzlei verantworten. Mit dem Neuzugang will Clifford Chance eigenen Angaben zufolge eine Lücke in ihrer Beratungssparte schließen.

Johannes Lutterotti wechselt nach elf Jahren bei der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer zur Rechtsanwaltskanzlei Jank Weiler Operenyi (JWO). Laut JWO wird der 36-Jährige künftig im den Bereichen Corporate/M&A und grenzüberschreitenden Transaktionen tätig sein.

Daniel Möritz und Sebastian Schneider werden ab Januar 2018 Partner bei der Anwaltskanzlei Hengeler Mueller. Laut der Kanzlei berät Möritz Private-Equity-Investoren bei Unternehmenskäufen und Umstrukturierungen. Schneider ist seit 2010 für Hengeler Mueller tätig. Der Jurist ist auf die Beratung von M&A-Transaktionen in der Energiewirtschaft spezialisiert.

Weitere M&A-Deals

Hochtief hat den wettbewerbsrechtlichen Prüfungsprozess für die geplante Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis bei der Europäischen Union eingeleitet. Ein Sprecher des Essener Baukonzerns bestätigte dies am vergangenen Dienstag. Demnach erwarte man, dass die EU ihre Entscheidung noch vor der spanischen Börsenaufsicht fällen werde. Hochtief bietet aktuell 17,1 Milliarden Euro für Abertis, von denen laut Unternehmensangaben bereits 15 Milliarden Euro von 17 Banken finanziert worden sind.

Der Hedgefonds Lansdowne kontrolliert seit dem 13. November über 5 Prozent der Aktien der Lufthansa. Laut eigenen Angaben hält der Investor selbst 3,62 Prozent dieser Anteile und hätte über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 1,58 Prozent. Mitte Juli hielt Lansdowne selbst noch 3,7 Prozent und hatte Zugriff auf 0,91 Prozent.

Der österreich-brasilianische Feuerfestkonzern RHI Magnesita hat drei seiner europäischen Produktionsanlagen verkauft, die nach eigenen Angaben 2016 zusammen rund 100 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten. Käufer ist der der deutsche Feuerfestanbieter Intocast. Mit dem Verkauf erfüllt RHI Magnesita Auflagen, die die EU-Kommission den beiden Konzernen nach deren Zusammenschluss auferlegt hatte. Der Verkäufer wurde bei der Transaktion von MP Corporate Finance beraten.

Die Private-Equity-Gesellschaft Trilantic Capital Partners übernimmt die private Krankenhauskette Oberberg von der Beteiligungsgesellschaft Odewald & Compagnie. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt, jedoch verweist die auf Seiten von Trilantic beratende Anwaltskanzlei Taylor Wessing (Federführung: Oliver Kirschner, Michael Stein und Ulf Gosejacob) darauf, dass der Deal „einer der größten, deutschen Krankenhaus-Deals im Jahr 2017“, sei. Der Abschluss der Transkation soll noch in diesem Jahr erfolgen. Odewald wurde beim Verkauf von der Kanzlei P+P beraten.

Der Telekommunikationsanbieter Swisscom hat den Unterhaltungskonzern Cinetrade komplett übernommen. Im Vorfeld der Übernahme war Swisscom bereits im Besitz von 75 Prozent der Anteile und hat sich laut eines Unternehmenssprechers nun die verbliebenen 25 Prozent gesichert. Beim Verkäufer soll es sich um Cinetrade-Gründer Stephan Sager handeln.

Der Hedgefonds Teleios Capital Partners hat seine Anteile am Telekommunikations- und Netzwerkausrüster Adva weiter ausgebaut. Laut eigenen Angaben steigt die Beteiligung des Fonds an Adva von zuletzt 10 Prozent auf über 15 Prozent. Noch im August beliefen sich die Anteile von Teleios auf lediglich 3 Prozent.

Das Kohlefaserunternehmen SGL Carbon übernimmt die 49-Prozent-Beteiligung des Automobilherstellers BMW am Joint Venture SGL Automotive Carbon Fibers. Laut eigenen Angaben soll die Übernahme der Minderheitsanteile bis spätestens 2020 abgeschlossen sein. Ab dann sei SGL alleiniger Eigentümer des Gemeinschaftsunternehmens.

Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich übernimmt seinen südamerikanischen Vertriebspartner Grupo Agencia Alemana. Laut eigenen Angaben will das deutsche Unternehmen mit dem Zukauf den Direktvertrieb in Südamerika ab Januar selbst übernehmen. Mit der Transaktion werde Jungheinrich künftig den Direktvertrieb in 39 Ländern selbst regulieren.

Die Beteiligungsgesellschaft Rubikon übernimmt mit 75,1 Prozent die Mehrheitsbeteiligung am Hersteller von Wasserhochdruckreinigern Dynajet von der Familienholding Leo. Bei der Veräußerung wurde Leo von der M&A-Beratung IMAP unterstützt.

Orpea, ein französischer Alters- und Pflegeheimbetreiber, hat nach eigenen Angaben über sein deutsches Tochterunternehmen Celenus Kliniken den Reha-Spezialisten Inoges übernommen. 2003 gegründet, betreibt Inoges heute 30 Reha-Einrichtungen in Nord-Rhein-Westfalen, Hessen und Bayern und setzte 2016 nach eigenen Angaben 50 Millionen Euro um. Orpea wurde bei der Transaktion von Acxit Capital beraten.

Die finnische Pyroll Group übernimmt Stora Enso Baienfurt, ein Schneidzentrum für die Papierindustrie. Die Pyroll Gruppe ist Familienunternehmen im Bereich der Papier-, Karton- und Kunststoffverarbeitung und setzt mit 500 Mitarbeiter jährlich rund 100 Millionen Euro um. Stora Enso Baienfurt gehört zu der börsennotierten finnisch-schwedischen Unternehmensgruppe Stora Enso. In Deutschland beschäftigt Stora Enso über 1.600 Mitarbeiter an mehreren Produktionsstandorten. Pyroll wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Vinzenz Bödeker und Christian Staps) beraten.

Die in Nürnberg ansässige Helmsauer-Gruppe übernimmt die angeschlagene Unternehmensgruppe Dr. Schmidt & Erdsiek mit Hauptsitz in Minden. Der auf Versicherungslösungen für mittelständische und industrielle Unternehmen spezialisierte Versicherungsmakler könne dadurch eine Insolvenz vermeiden. Mehr als 150 Arbeitsplätze würden durch die Übernahme gruppenweit gesichert. Begleitet wurde die Transaktion von den Restrukturierungsanwälten Michael Lojowsky und Andreas Beck von der Kanzlei Schultze & Braun.

Der Finanzinvestor Deutsche Industriekapital (DIK) hat nach eigenen Angaben den Prozesswärmeanlagenbauer HTT Energy im Rahmen einer Nachfolgelösung übernommen. Mit rund 160 Mitarbeitern an zwei Standorten in Herford und im Spreewald setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich 20 Millionen Euro um. Markus Partners hat die DIK Deutsche Industriekapital beim Kauf beraten.

Die Personal- und Managementberatung Kienbaum übernimmt das Personalberatungs-Start-up Capitalheads. Nach eigenen Angaben will Kienbaum mit dem Zukauf sein Portfolio erweitern, um neben Führungspersonen auch Nachwuchskräfte vermitteln zu können. 2014 ist Capitalheads aus einem Forschungsprojekt der Universität Witten-Herdecke entstanden. Ziel der Gründer sei es gewesen, eine Brücke zwischen Hochschulen und Unternehmen bei der Personalrekrutierung zu schlagen. 

Der Baustoffe-Hersteller Knauf International übernimmt den Geschäftsbereich abgehängte Deckensysteme vom US-Wettbewerber Armstrong World Industries. Der Kaufpreis soll sich laut eigenen Angaben auf 330 Millionen US-Dollar (rund 279 Millionen Euro) belaufen. Sofern die Kartellbehörden zustimmen, rechnen die Unternehmen mit einem Abschluss des Deals bis Mitte 2018. Knauf wurde beim Kauf von der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer (Federführung: Tobias Larisch, Martin Klusmann und Georg Roderburg)beraten.

Der spanische Lebensmittelkonzern Saria kauft das Tochterunternehmen Pharma Action des deutschen Wettbewerbers Tönnies. Zum Kaufpreis machten beide Unternehmen keine Angaben. Das „Westfalen Blatt“ berichtet jedoch von einem zweistelligen Millionenbetrag. Tönnies hatte die Pharmasparte vor drei Jahren eröffnet, um den Blutgerinnungshemmer Heparin zu produzieren, der bei der Fleischproduktion als Nebenprodukt abfällt. Konzernsprecher André Vielstädte versicherte, dass Tönnies auch in Zukunft der Lieferant für das Werk sein werde.

Die Fondsgesellschaft Allianz Renewable Energy Fund II verhandelt mit dem Windkraftkonzern PNE Wind über eine Übernahme der übrigen 20 Prozent der Unternehmensanteile. Laut eigenen Angaben hätten beide Verhandlungspartner eine Abmachung zur geplanten Transaktion getroffen. Der Fond, der von der Vermögensgesellschaft Allianz Global Investors verwaltet wird, ist bereits seit 2016 im Besitz von 80 Prozent der Anteile. Damals hatte Allianz inklusive Schulden 330 Millionen Euro bezahlt. Der Deal soll noch in diesem Jahr vollzogen werden. 

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

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