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M&A-Deals: Syngenta, Kuka, Balda

ChemChina bietet 43 Milliarden US-Dollar für den Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta.
Syngenta

ChemChina greift nach Syngenta

Der chinesische Chemiekonzern ChemChina meint es ernst mit der Übernahme von Syngentaund bietet 43 Milliarden US-Dollar für den Schweizer Agrochemiekonzern. Das Angebot umfasst einen Baranteil von 465 US-Dollar sowie eine Sonderdividende in Höhe von 5 Schweizer Franken je Aktie. Das Angebot entspricht umgerechnet einem Wert von 480 Schweizer Franken je Aktie. Die Sonderdividende soll schon vor Abschluss des M&A-Deals gezahlt werden, sofern die Aktionäre die Offerte annehmen. ChemChina will die Übernahme bis Ende des Jahres abschließen. Vorher muss die Zustimmung der Kartellbehörden eingeholt werden.

Chinesische Midea wird zweitgrößter Kuka-Aktionär

Der chinesische Haushaltsgerätekonzern Midea hat seinen Anteil an dem Augsburger Roboterbauer Kuka beinahe verdoppelt. Wie aus einer Stimmrechtsmitteilung von Kuka hervorgeht, hält Midea nun 10,2 Prozent der Anteile und steigt damit zum zweitgrößten Aktionär bei dem Unternehmen auf. Größter Anteilseigner ist weiterhin der Heidenheimer Anlagenbauer Voith, der mit 25,1 Prozent eine Sperrminorität besitzt. Überholt hat Midea hingegen Friedhelm Loh mit seiner Investmentfirma Swoctem, die zuletzt 10 Prozent an Kuka hielt.

Midea war im Sommer mit 5,4 Prozent bei Kuka eingestiegen. Der chinesische Konzern beschäftigt rund 126.000 Mitarbeiter und setzte 2014 weltweit 23 Milliarden US-Dollar ein. Die Kuka-Aktionär jubelten zunächst über der Aufstockung durch Midea: Die Aktien der Augsburger legten nach der Ankündigung zwischenzeitlich um mehr als 6 Prozent zu.

Stevanato bekommt Zuschlag für Balda

Die M&A-Schlacht um den Kunststoffhersteller Balda hat ein spektakuläres Ende gefunden. Kurz vor der Balda-Hauptversammlung am vergangenen Freitage hatte die Industrieholding Heitkamp & Thumann noch ein neues Angebot über 90 Millionen Euro vorgelegt, woraufhin auch der italienische Konzern Stevanato nachlegte und 95 Millionen Euro bot. Stevanato reduzierte zudem die Haftungshöchstgrenze um mehrere Millionen Euro auf 5,7 Millionen Euro. Schließlich erhielten die Italiener von den Balda-Aktionären „mit deutlicher Mehrheit“ den Zuschlag. Mitbieter H&T verzichtete in der Folge auf ein weiteres Angebot und gab sich geschlagen.

Alba könnte zerschlagen werden

Das Recyclingunternehmen Alba kann sich mittlerweile vorstellen die Mehrheit an seinem China-Geschäft abzugeben. Das gab Co-CEO Axel Schweitzer in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ bekannt. Ein Vertragsabschluss soll im ersten Halbjahr zustande kommen, wie das Unternehmen mitteilte. Zudem könnte auch die europäische Dienstleistungssparte einen neuen Eigentümer bekommen. Das klassische Müllabfuhrgeschäft werde Alba hingegen in der eigenen Hand behalten. Alba sucht schon seit knapp einem Jahr nach Investoren, war bislang aber nur bereit, einen Minderheitsanteil abzugeben.

First Holding erhöht Anteil an strauchelnder SKW Metallurgie

First Holding hat seinen Anteil an dem strauchelnden Stahlindustriezulieferer SKW Metallurgie von 3 auf 6,5 Prozent aufgestockt. Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung der bayrischen SKW hervor. First Holding war erst vor wenigen Wochen bei SKW eingestiegen. SKW hatte den Markt im Sommer 2015 mit einer schweren Gewinnwarnung geschockt. Im Dezember war dann der aktivistische Investor MCGM mit 5 Prozent eingestiegen. Dieser hatte erst vor wenigen Wochen den Druck auf das Management des Stahlzulieferers erhöht.

Celesio verkauft Brasiliengeschäft

Das brasilianische Unternehmen SC Participações Empresariais übernimmt der Nachrichtenagentur dpa zufolge das Brasiliengeschäft des Pharmahändlers Celesio. Der M&A-Deal umfasst die beiden Tochterunternehmen Panpharma und Oncoprod und soll im ersten Quartal dieses Jahres vollzogen werden. Der Kaufpreis ist jedoch nicht bekannt. Celesio war 2009 bei Panpharma eingestiegen und hatte zwei Jahre später in Oncoprod investiert. Allerdings wurde Celesios Bilanz zuletzt durch hohe Abschreibungen auf die Brasiliengeschäfte belastet.

In Großbritannien fällt Celesio indes durch einen Zukauf auf: Das Stuttgarter Pharmaunternehmen übernimmt den britischen Pflegedienstleister Bupa Home Healthcare. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. Ein Kaufpreis ist nicht bekannt.

M&A-Personalien

Frank Bruder wird zum 1. Februar neuer Managing Partner bei der Corporate-Finance-Beratung Acxit Capital Partners. Dort wird er das Geschäftsfeld Recovery ausbauen. Bruder kommt von der Commerzbank, wo er zuletzt die Position des Head of Distressed M&A innehatte. Er war mehr als 15 Jahre lang im M&A-Bereich der Commerzbank tätig.

Weitere M&A-Deals

Die Frankfurter Corporate-Finance-Beratung Freitag & Co.baut ihr Team für M&A-Beratung in Frankfurt aus und holt dafür Oliver Lennertz als Executive Director neu an Bord. Der 40-Jährige soll Mandanten aber nicht nur bei M&A-Deals, sondern auch im Bereich Financial Restructuring beraten.

Der Neuzugang Oliver Lennertz ist seit mehr als zehn Jahren im M&A-Bereich tätig. Er wechselt von der  Corporate-Finance-Beratung Equitygate, bei der er im Oktober 2011 angeheuert hatte. Seit 2014 war der M&A-Experte Geschäftsführer des Wiesbadener Beratungshauses. Lennertz beriet bei Equitygate schwerpunktmäßig Industrieunternehmen bei Finanzierungs- und M&A-Themen und war für das internationale Geschäft im Rahmen der globalen Partnerschaft Mergers Alliance verantwortlich. 

Clifford Chance berät EQT Infrastructure II beim Verkauf von EEW Energy form Waste an Beijing Enterprises aus China. Zudem wurde EQT durch P+P Pöllath + Partners unter Federführung von Benedikt Hohaus beraten. Der Kaufpreis betrug rund 1,5 Milliarden Euro, der Vollzug soll Ende Februar erfolgen. Die Transaktion ist die bisher größte Direktinvestition aus China in ein deutsches Unternehmen.

Nach der Milliardenübernahme von CD-Adapco plant Siemens offenbar einen M&A-Deal mit dem spanischen Windturbinenbauer Gamesa, wie das Handelsblatt berichtete. Die beiden Unternehmen wollen demnach ihr Windturbinengeschäft in einem Joint Venture zusammenlegen. An dem neuen Tochterunternehmen wäre Siemens mehrheitlich beteiligt.

Der Immobilienriese Vonovia will seinen kleineren Konkurrenten aus dem MDax Deutsche Wohnen weiterhin unbedingt schlucken. Nachdem die Deutsche Wohnen Ende der vergangenen Woche angekündigt hatte, die Gläubiger aus der Wandelanleihe in Cash auszubezahlen und so Vonovia die Übernahme zu erschweren, hat der Branchenprimus aus Bochum nun reagiert: Zwar sei das Manöver grundsätzlich möglich, allerdings könne der Rückzahlungspreis nicht ermittelt werden. Das Deutsche-Wohnen-Management ist gegen die Übernahme: Es hält das Angebot von 14 Milliarden Euro zu niedrig und sieht die von Vonovia versprochenen Synergien als unrealistisch an. Am kommenden Dienstag endet die Angebotsfrist

BayWa hat sich mit einer Mehrheit von 68,4 Prozent an dem niederländischen Obst- und Gemüsehändler TFC Holland beteiligt und dafür 28,7 Millionen Euro gezahlt. Mit dem M&A-Deal will BayWa sein Agrargeschäft ausweiten. Die Transaktion muss noch von den Kartellbehörden freigegeben werden. BayWa hatte ein Team von Linklaters unter Federführung von Rainer Traugott und FlorianHarder als Berater mandatiert.

Das Private-Equity-Haus EQT verkauft die frühere E.on-Tochter Energy from Waste an den chinesischen Staatskonzern Beijing Enterprises. 1,4 Milliarden Euro spült der Verkauf dem schwedischen PE-Investor in die Kasse. Das sei laut EQT der höchste Betrag, den jemals ein chinesischer Käufer für ein deutsches Unternehmen gezahlt habe.

Auch der Küchengerätehersteller WMF könnte an einen chinesischen Käufer gehen. Wie Mergermarket unter Berufung auf Insider berichtet, könnte der Eigentümer und Hedgefonds KKR den Exit schon für diesen Monat vorbereiten. Die beiden chinesischen Hausgerätekonzerne Haier und Midea werden derzeit als Favoriten gehandelt. Letzterer sei aber nur an einer Akquisition der Kaffeemaschinensparte interessiert, mit der WMF-Geschirrsparte gebe es keine Synergien. KKR bevorzuge aber einen Verkauf des gesamten Geschäfts. WMF befindet sich seit 2012 im Besitzt des PE-Investors. Beim Verkauf lässt sich das PE-Haus von der Deutschen Bank und Citi beraten.

Pernod Ricard hat die Mehrheit an Black Forrest Distillers, dem Hersteller der Gin-Marke Monkey 47, übernommen. Die Unternehmensgründer wurden beim Verkauf der Anteile durch die Kanzlei Taylor Wessing unter Federführung von Christian Traichel und Axel Bösch beraten. Die Käuferseite hatte die Kanzlei Noerr mandatiert, das Team leitete Christoph Spiering.

Der Lebensmittelhändler Rewe leistet weiterhin Widerstand gegen die Fusion der Supermarktketten Edeka und Kaiser’s Tengelmann, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Sollte die Ministererlaubnis von Sigmar Gabriel tatsächlich erteilt werden, drohe Rewe eine Klage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf an. Der Konzern will, dass auch Alternativangebote wie das eigene berücksichtigt würden. Außerdem seien die Auflagen zum Erhalt der Tengelmann-Arbeitsplätze nicht ausreichend.

Die Gea Group übernimmt Imaforni Int’l, einem Hersteller von Produktionsanlagen für Feingebäck. Gea ist ein Systemanbieter der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie. Das italienische Zielunternehmen erzielte im vergangenen Jahr mit etwa 210 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von rund 85 Millionen Euro. Im vergangenen Sommer hatte Gea schon den Anlagenbauer Comas übernommen.

IBM kauft für seinen Geschäftsbereich IBM Interactive Experience die Digitalagentur Aperto. Der M&A-Deal soll im ersten Quartal abgeschlossen werden, die erforderlichen Genehmigungen stehen noch aus. Beraten wurde IBM bei der Transaktion durch Acxit Capital Partners unter Leitung von Daniel Schenk.

Die Copytrend-Gruppe, ein Portfoliounternehmen des PE-Investors Afinum, erwirbt im Rahmen eines Asset-Deals das Print Center von der GfK Switzerland. Copytrend verstärkt mit der Akquisition seine Präsenz im Großraum Luzern. Weitere Details des Deals sind nicht bekannt.

Von Equistone Partners beratene Fonds haben im Rahmen einer Nachfolgeregelung eine Mehrheit an der Gala-Kerzen-Gruppe übernommen. In diesem Zuge geht Unternehmensgründer Horst Langhammer in den Ruhestand. Dirk Langhammer bleibt weiterhin am Unternehmen beteiligt und behält den CEO-Posten. Equistone wurde bei der Übernahme durch KPMG, Watson Fairley, PwC, P+P Pöllath + Partners, Sherman und Wolf Theiss beraten. Die Fremdfinanzierung des M&A-Deals wird von der BayernLB bereitgestellt.

Die von Afinum beratenen AF Eigenkapitalfonds für deutschen Mittelstand sind bei dem Autozulieferer Schlote eingestiegen. Die Schlote-Gruppe erwirtschaftete mit rund 1.200 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 200 Millionen Euro. Bei der Transaktion wurde Schlote von der Wirtschaftskanzlei Luther unter Federführung von Thomas Halberkamp beraten. Für Afinum war die Kanzlei Taylor Wessing tätig, das Team leitete Ernst-Albrecht von Beauvais.

Der Tüv Süd übernimmt die Atisae-Gruppe (Asistencia Técnica Industrial S.A.E) komplett. Der Dienstleistungskonzern hat seine Beteiligung an dem spanischen Wettbewerber von 45 auf 100 Prozent aufgestockt. Atisae erzielt mit über 1.300 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 80 Millionen Euro.

Das Beteiligungsunternehmen VR Equitypartner hat seine 40-prozentige Beteiligung an dem IT-Systemhaus Janz IT an die ACP Holding Deutschland verkauft. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben.

Die Schweizer Model-Gruppe hat den Wellpappehersteller P-Well übernommen. Die Gesellschafter von P-Well, Thomas und Michael Pelster, wurden bei der Veräußerung ihrer Anteile durch die M&A-Beratung VR Corporate Finance beraten. P-Well erzielt einen Jahresumsatz von knapp 200 Millionen Euro.

Die Haberkorn Holding hat mit Wirkung zum 1. Februar das auf Arbeitsschutz und Betriebseinrichtung spezialisierte Unternehmen Sahlberg übernommen. Mit der Übernahme wagt Haberkorn den Markteintritt in Deutschland. Bei dem Verkauf wurde Sahlberg durch O&R unter Federführung von Dieter Heidemann beraten. Die Verkäuferseite wurde durch HWW Hermann Wienberg Wilhelm Rechtsanwälte begleitet, das Team leitete Clemens Jobe.

Das Beteiligungsunternehmen Ambienta hat den Kamerahersteller Mikrotron veräußert. Details des Deals sind nicht bekannt. Bei der Transaktion wurde Ambienta durch die Wirtschaftskanzlei P+P Pöllath + Partners beraten. Das Team leitete Partnerin Andrea von Drygalski.

Der chinesische Autozulieferer Joyson Electronic und sein Tochterunternehmen Preh Holding planen die Übernahme von je 50 Prozent der Anteile an dem Geschäftsbereich Technisat Automotive von der Technisat Digital. Die Mitarbeiter der Sparte sollen übernommen werden. Die zuständigen Behörden müssen die Übernahme noch genehmigen.

Der Schweizer Medienkonzern Highlight Communications veräußert seine gesamte Beteiligung in Höhe von 75,4 Prozent an dem Unternehmen Highlight Event & Entertainment für 18,3 Millionen Schweizer Franken an den CEO des Unternehmens, Bernhard Burgener. Highlight Event & Entertainment selbst erwirbt Minderheitsbeteiligungen an dem Softwareunternehmen Paperflakes und an der Holdinggesellschaft Holotrack, sowie eine Beteiligung an dem Unternehmen Pulse Evolution, das digitale Medienprodukte entwickelt. Verkäufer ist Rainbow Home Entertainment, ebenfalls ein Tochterunternehmen von Highlight Communications. Die M&A-Deals sollen im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Das schwedische Unternehmen EuroMaint Rail hat sein Deutschlandgeschäft an den luxemburgischen Finanzinvestor Iberia Industry Capital Group verkauft. Die Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff war bei dem M&A-Deal beratend tätig. Das Team leiteten Stephan Kolmann und Oliver Damerius.

Linde hat die angekündigte Übernahme von American HomePatient abgeschlossen. Das Pflegeunternehmen wird mit Wirkung zum 1. Februar im Linde-Konzern konsolidiert.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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