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M&A-Deals Teil 1: Bayer, Porsche, Clariant

Porsche übernimmt die Mehrheit an Manthey-Racing.
Porsche

Porsche übernimmt Mehrheit an Manthey-Racing

Die Porsche AG hat sich 51 Prozent der Anteile an Manthey-Racing gesichert. Mit dem Rennteam besteht bereits eine langjährige Zusammenarbeit. Manthey-Racing mit Sitz am Nürburgring entwickelt unter anderem die Porsche-Rennfahrzeuge. Größte motorsportliche Erfolge sind acht Titel im Porsche Supercup, fünf 24-Stunden-Gesamtsiege auf dem Nürburgring sowie zwei in Le Mans.

Rhön-Übernahme: Fresenius einigt sich mit Asklepios und B.Braun

Der überraschende Asset Deal, mit dem Fresenius sich die Filetstücke von Rhön Klinikum sichern möchte, ist kurz vor den Feiertagen dem endgültigen Abschluss ein gutes Stück näher gekommen. Fresenius hat sich einer heutigen Mitteilung zufolge mit den Rhön-Aktionären Asklepios und B.Braun geeinigt. Beide wollen demnach auf Maßnahmen gegen die Transaktion zwischen Rhön und Fresenius Helios verzichten. B.Braun will die gegen den M&A-Deal gerichtete Klage zurücknehmen.

Clariant kommt bei Konzernumbau weiter voran

Der Schweizer Konzern Clariant will 2014 den Verkauf des Lederchemie-Geschäfts an den niederländischen Chemiekonzern Stahl (Umsatz 616 Mio. Euro) abschließen. Clariant erhält im Zuge des M&A-Deals 23 Prozent der Stahl-Aktien sowie rund 85 Mio. Franken in bar (etwa 69 Mio. Euro). Die Transaktion betrifft 23 Länder und muss in acht Ländern kartellrechtlich genehmigt werden. White & Case berät Clariant bei der Transaktion mit einem Team unter Leitung von Partner Axel Pajunk. Der Konzern schließt mit dem Verkauf seinen Konzernumbau weitgehend ab, nachdem er in diesem Jahr bereits die Sparten Textilchemikalien, Papier-Spezialitäten und Emulsionen abgegeben und die Geschäfte mit Reinigungschemikalien und Zwischenprodukten verkauft hat.

Algeta-Management unterstützt erhöhtes Angebot von Bayer

Der Pharmakonzern Bayer will das Onkologie-Portfolio mit der Übernahme des norwegischen Unternehmens Algeta stärken. Beide Firmen entwickeln und vermarkten bereits gemeinsam ein Krebsmedikament, über das Bayer nach Abschluss des M&A-Deals die vollständige Kontrolle erlangen würde. Bayer will das Angebot über eine Tochtergesellschaft der Bayer Nordic unterbreiten. Nachdem Bayer Ende November zunächst ein vorläufiges, nicht bindendes Angebot von 336 Norwegischen Kronen pro Aktie unterbreitet hatte, bietet der Konzern nun 362 Kronen pro Aktie in bar. Das Angebot bewertet Algeta mit einem Eigenkapitalwert von 17,6 Mrd. Kronen (2,1 Mrd. Euro) und einem Unternehmenswert von 16,2 Mrd. Kronen (1,9 Mrd. Euro). Das Board of Directors von Algeta unterstützt das Angebot und empfiehlt den Aktionären, es anzunehmen. Zusagen über rund 14 Prozent der Algeta-Aktien hat Bayer eingesammelt. Die Andienung zugesagt haben bereits alle Mitglieder des Board of Directors sowie der größte Algeta-Aktionär HealthCap. Das Angebot ist allerdings an verschiedene Bedingungen geknüpft, unter anderem müssen Bayer mindestens 90 Prozent der Algeta-Aktien angedient werden. Auch die Kartellbehörden müssen zustimmen. Bayer erwartet den Abschluss des Übernahmeangebots im 1. Quartal 2014.

Karlie vollzieht Zukauf in China

Der Heimtierbedarfshändler Karlie Group hat den seit längerer Zeit geplanten Kauf des chinesischen Zulieferers Dong Guan New Century Pets Products nun vollzogen. Die dadurch übernommene chinesische Produktionsgesellschaft ist seit mehreren Jahre der nach Unternehmensangaben wichtigste Produktionspartner der Karlie Group. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Unternehmen Karlie, ein Portfoliounternehmen des PE-Investors Perusa, hatte vor einigen Monaten eine Mittelstandsanleihe begeben, die allerdings nur zu einem Teil platziert werden konnte.

Zusammenschluss von Top-Werk und Hess Group

Der Maschinenbauer Top-Werk hat sich mit der Hess Group zusammengeschlossen. Die Transaktion wurde vom Schweizer PE-Investor CGS Private Equity unterstützt. Top-Werk ist im Frühjahr durch den Zusammenschluss der Unternehmen SR Schindler und Prinzing entstanden, die beide Maschinen und Anlagen für die Betonproduktindustrie herstellen. Schon damals hatet CGS angekündigt, das Geschäft auch über M&A-Deals weiter ausbauen zu wollen. Ein Team der Kanzlei White & Case unter Federführung von Partner Stefan Koch hat die Gründungsgesellschafter von Top-Werk beim Zusammenschluss mit Hess beraten.

Berichte: Evonik Industries strukturiert M&A-Bereich neu

Das Chemieunternehmen Evonik Industries strukturiert Berichten zufolge den M&A-Bereich neu. Wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Insider meldete, soll der für die Konzernentwicklung zuständige Thomas Hermann künftig das Geschäft mit M&A-Deals beaufsichtigen. Bereichschef Bernd Brinker werde das Unternehmen verlassen, heißt es in dem Bericht weiter. Auch der Leiter des Rechtsbereichs, Ludger Diestelmeier, werde einige Kompetenzen im Zusammenhang mit M&A-Deals übertragen bekommen. Der Meldung zufolge soll die M&A-Abteilung offenbar aufgelöst werden, um Überschneidungen zu verringern. Das Unternehmen selbst kommtierte den Bericht bislang nicht.

M&A-News: Personalien

Andreas Heine beginnt zum 1. Januar als Managing Director und Senior Banker bei der Société Générale Corporate & Investment Banking. Er ist spezialisiert auf M&A-Deals und wird für Industrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich sein. Heine wechselt von der Bank of America Merrill Lynch, wo er insgesamt 15 Jahre lang in verschiedenen Positionen gearbeitet hat. Seit 2003 leitete er dort das M&A-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vor 1998 war Andreas Heine für Morgan Grenfell und Deutsche Bank in Frankfurt sowie Baring Brothers & Co in London tätig. Er wird bei der Société Générale von Frankfurt aus an Guido Zoeller, Chief Country Officer Germany, berichten.

Die M&A-Anwältin Carola Glasauer wird zum 1. Januar Local Partner im Frankfurter Büro von White & Case. Sie berät schwerpunktmäßig Unternehmen, PE-Investoren und Banken bei M&A-Deals und Joint Ventures. Weitere neue Local Partner zum Jahresanfang werden Christian Abel (Restructuring & Insolvency, Hamburg), Bero-Alexander Lau (Restructuring & Insolvency, Düsseldorf), Veit Sahlfeld (Bank Finance, Hamburg), und Benjamin Schirmer (Public Law & Regulated Markets, Berlin).

Der Nürnberger Partner Manuel Giese wird zum 1. Januar Vorstand bei der M&A-Beratung Concentro. Der Standort in München wird künftig von Lars Werner geleitet, der ebenfalls zum 1. Januar in die Partnerschaft aufgenommen und zum Vorstand berufen wird. Die Vorstände Armin Hillebrand und Mark Walther beenden nach 13 Jahren ihre Tätigkeit bei Concentro. Walther wird sich einer Mitteilung zufolge neuen unternehmerischen Herausforderungen im industriellen Umfeld widmen, Hillebrand wird seine Tätigkeit als Vorstand des Vereins WIN intensivieren. Beide werden die Beratung 2014 noch projektbezogen unterstützen.

Weitere M&A-Deals

Freenet hat über die Tochter Freenet Cityline sämtliche Geschäftsanteile an Jesta Digital übernommen. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen, der Vollzug der Transaktion wird Anfang 2014 erwartet. Jesta entwickelt Unterhaltungsformate und Serviceleistungen für Nutzer digitaler Anwendungen. Freenet-CFO Joachim Preisig kommentierte: „Das für die Transaktion zugrunde gelegte EBITDA-Multiple von Jesta Digital liegt deutlich unterhalb des aktuell an der Börse bewerteten Konzern-EBITDA-Multiples der Freenet AG.“ Über die Höhe des Kaufpreises wurden keine Angaben gemacht. Latham & Watkins hat Jesta und deren Eigentümer und CEO Jason Aintabi bei der Transaktion mit einem Team unter Federführung von Partner Stefan Widder beraten. Freshfields Bruckhaus Deringer hat Freenet bei der Transaktion begleitet.

Der Medienkonzern Thomson Reuters hat alle Anteile an der Karlsruher Firma Avedas übernommen, die Forschungsinformationssysteme für Hochschulen entwickelt. SKW Schwarz hat Thomson Reuters bei dem M&A-Deal mit einem Team unter Federführung von Sebastian Graf von Wallwitz beraten.

Die Windparks „Gross Welle“, „Prötzel“ und „Wulkow“ in Brandenburg sind von den dänischen Eigentümern an HelveticWind aus der Schweiz verkauft worden. Die 24 Turbinen der drei Windparks können insgesamt rund 85 Gigawattstunden Strom produzieren. HelveticWind ist ein Joint Venture der Schweizer Energieversorgungsunternehmen Energie Wasser Bern, BKW Energie, Elektra Baselland, der Züricher EKZ Renewables sowie der SN Erneuerbare Energien. Mayland war mit dem Verkaufsprozess mandatiert.

Das insolvente Solarunternehmen Conergy hat den Gestellproduzenten Mounting Systems bei Berlin an die Beteiligungsgesellschaft Nordwest Industrie verkauft. Rund 180 Arbeitsplätze würden damit gesichert, teilte Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz mit. Zuvor hatte bereits der US-amerikanische PE-Investor Kawa große Teile der vormaligen Conergy in zwei Schritten übernommen.

LPKF hat die ausstehenden Anteile an der slowenischen Tochter LPKF Laser & Elektronika übernommen. Der Konzern übernimmt 25 Prozent der Anteile aus dem Besitz der Gründerfamilie. Mit der Transaktion hat LPKF die letzten verbliebenen Minderheitenanteile im Konzern übernommen und hält damit 100 Prozent der Anteile aller Tochtergesellschaften.

Die chinesische Zhuzhou Times New Material Technology (TMT) hat von ZF Friedrichshafen das Geschäftsfeld Gummi & Kunststoff übernommen. Die Übernahme soll im Laufe des ersten Halbjahrs 2014 abgeschlossen werden. Die Regulierungsbehörden in China und Europa sowie die Aktionäre von TMT müssen der Transaktion noch zustimmen. Das Gummi-Kunststoff-Geschäft ist derzeit Teil der ZF-Division Fahrwerktechnik und wird 2013 mit rund 3.300 Mitarbeitern an neun einen Umsatz von rund 700 Millionen Euro erzielen. Freshfields Bruckhaus Deringer hat TMT mit einem internationalen Team unter Federführung von Heiner Braun beraten. Gleiss Lutz hat ZF begleitet.

Der PE-Investor Deutsche Private Equity (DPE) hat die Mehrheit an der ZellBios Gruppe (Umsatz ca. 130 Mio. Euro) von den Eigentümern um Ergon Capital Partners übernommen. Das ZellBios-Management bleibt weiter am Unternehmen beteiligt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. ZellBios ist 2011 durch den Zusammenschluss von PharmaZell und Farmabios entstanden und produziert patentfreie pharmazeutische Wirkstoffe. Latham & Watkins hat die DPE bei dem M&A-Deal mit einem Team unter Federführung von Henning C. Schneider und Mathias Hansen begleitet. Zum Bereich Steuern/Struktur beriet P+P Pöllath + Partners. Ergon wurde bei der Transaktion von Freshfields Bruckhaus Deringer unter der Federführung von Ralph Kogge begleitet. Das ZellBios-Management um CEO Oliver Bolzern wurde mit Blick auf das Managementbeteiligungsprogramm von Blättchen & Partner (Partner Alexander Götz) beraten.

Gemeinsam mit der französischen Elektrizitätsgesellschaft Électricité de France (EDF) hat die deutsche Trimet Aluminium die französischen Werke der Rio Tinto Alcan in Saint-Jean-de-Maurienne und Castelsarrasin mit insgesamt mehr als 500 Mitarbeitern erworben. Die EU-Kommission hat der Transaktion zugestimmt. Trimet übernimmt die Mehrheit, während EDF eine Minderheitsbeteiligung hält. Ein Team von Deloitte Legal um Markus Schackmann hat Trimet beraten.

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Hier kommen Sie zu Teil 2 unserer M&A-Deals der Woche.

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