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M&A: T-Mobile US bietet sich TV-Anbieter Dish an

Wenn die Fusion zwischen der US-Tochter T-Mobile und Dish gelingt, könnte sich die Telekom aus dem US-Markt zurückziehen.
Deutsche Telekom

Schließen sich die Telekom-Tochter T-Mobile US und der US-Bezahlfernsehanbieter Dish zusammen? Ein Zusammenschluss für beide Unternehmen sei vorteilhaft, sagte T-Mobile US-Chef John Legere Reuters zufolge auf dem Kapitalmarkttag der Deutschen Telekom. „Dish und wir – das macht Sinn. Es macht Sinn, da wir ihr Funkspektrum und ihre Fähigkeiten mit unserem Netz zusammenlegen“, wird Legere zitiert. Während die Ausstattung mit Funkfrequenzen in den USA begrenzt und sehr teuer sei, habe Dish noch viel Spektrum gebunkert, ohne es zu nutzen, berichtet Reuters mit Bezug auf Analysten.

Damit deutet sich eine neue Gelegenheit für die den  Bonner Konzern an, sich aus dem US-Markt zurückziehen. Seit dem Zusammenschluss von T-Mobile US mit MetroPCS hält die Telekom rund drei Viertel an dem Unternehmen. Vergangenes Jahr scheiterte ein Verkauf der US-Tochter an das US-Mobilfunkunternehmen Sprint wegen kartellrechtlicher Hürden – genauso wie 2011 der schon fertig verhandelte Verkauf an den US-Rivalen AT&T.

T-Mobile US: Hohe Wachstumsraten, hohe Frequenzkosten

Für die Telekom-Führung um CEO Tim Höttges und CFO Thomas Dannenfeldt ist die Frage eines Ausstiegs aus dem US-Mobilfunkmarkt ein schwieriges Abwägen. Auf der einen Seite glänzt die US-Tochter seit der MetroPCS-Fusion wieder mit hohen Wachstumsraten: Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte die US-Tochter ihren Umsatz um 21 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Nur deshalb konnte die Telekom ihren Aktionären bei der Bilanzvorlage vergangene Woche erstmals seit Jahren für die Zukunft wieder wachsende Umsätze und Gewinne in Aussicht stellen. In Deutschland und Europa wächst die Telekom hingegen nach wie vor nicht.

Auf der anderen Seite steht in den USA die Auktion von neuen Funkfrequenzen vor der Tür. Wegen des harten Wettbewerbs am US-Markt droht dies für alle Anbieter zu einer teuren Angelegenheit zu werden. Viele Analysten fürchten, dass T-Mobile US allein für Frequenzen mindestens einen hohen einstelligen Milliarden-Dollar-Betrag ausgeben muss. Legere plant, die Frequenzkosten über Kredite und Anleihen zu finanzieren. Aber eine Kapitalerhöhung ließe sich wohl nur dann vermeiden, wenn die Auktion für T-Mobile US sehr günstig verläuft. Ein Zusammengehen mit Dish aber könnte dazu führen, dass T-Mobile US deutlich weniger aggressiv in  neue Frequenzen investieren  muss als derzeit kolportiert.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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