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Mega-Deals: Ausländische PE-Investoren greifen zu

PE-Investoren wagen sich in Deutschland verstärkt an Mega-Deals.
Mike_Kiev/iStock/Thinkstock/Getty Images

Deutsche Unternehmen stoßen bei internationalen Investoren auf immer mehr Interesse. An 82 Prozent der M&A-Deals waren in diesem Jahr ausländische Investoren beteiligt, das ist ein Plus von 10 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Das ist das Ergebnis der Analyse „Destination Deutschland. M&A-Aktivitäten ausländischer Investoren 2014“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Die Untersuchung umfasst alle Käufe, die zwischen Januar und November 2014 angekündigt wurden, sowie eine Prognose für das Gesamtjahr.

Für 2014 prognostizieren die Studienautoren insgesamt rund 600 M&A-Deals mit ausländischen Käufern. Besonders Käufer aus Nordamerika und Großbritannien haben sich in diesem Jahr für deutsche Unternehmen interessiert. Bezogen auf Deals mit bekanntem Transaktionswert stehen die USA mit bislang 138 M&A-Deals und einem Gesamtvolumen von 7,4 Milliarden Euro an der Spitze, gefolgt von Großbritannien mit 54 Deals und einem Gesamtbetrag von 9,4 Milliarden Euro. Die Transaktionswerte sind allerdings nur für rund ein Viertel der M&A-Deals bekannt.

„Der angelsächsische Raum bestimmt noch immer den M&A-Markt in Deutschland“, sagt Steve Roberts, Partner und Leiter Private Equity bei PwC. „Strategische und Private Equity-Investoren aus den USA und Großbritannien sind gemeinsam für mehr als ein Drittel aller grenzüberschreitenden Deals in Deutschland verantwortlich.“

PE-Investoren bei Milliardendeals aktiv

Der größte Zukauf eines ausländischen Käufers in Deutschland  war der Studie zufolge in diesem Jahr die Übernahme von Sky Deutschland durch BSkyB mit einem Dealvolumen von 5,5 Milliarden Euro. Dass dabei ein strategischer Käufer aktiv wurde ist schon fast eine Ausnahme, denn im Segment der Zukäufe mit einem Dealvolumen über 1 Milliarde Euro waren in diesem Jahr insbesondere PE-Investoren sehr aktiv.

Unter zehn größten M&A-Deals mit Zielunternehmen in Deutschland waren Finanzinvestoren an sechs Transaktionen beteiligt. Mit 5,1 Milliarden Euro Dealvolumen wird die geplante Übernahme der RWE-Tochter Dea durch den Investmentfonds Letter One bewertet. Für einen Dealwert von 2,2 Milliarden Euro möchte PE-Investor EQT die Hörgerätesparte von Siemens übernehmen. Bei kleinen und mittelgroßen M&A-Deals liegt die Beteiligung von Private-Equity-Häusern PwC zufolge dagegen nur bei rund einem Drittel.

Innerhalb der verschiedenen Branchen haben ausländische Investoren bei ihren Investitionen klare Favoriten: Besonders gefragt sei der Bereich industrielle Produktion (127 Deals im Jahr 2014, davon 19 im Bereich Auto/Autoteile), gefolgt vom Handel und der Konsumgüterbranche (110 Käufe) sowie der Hightech-Branche (93 Deals).

Emerging Markets zielen auf den Mittelstand

Im mittelständischen Segment sehen die M&A-Spezialisten von PwC ein hohes Interesse von Käufern aus den BRIC-Staaten. Im Jahr 2014 gab es bislang 47 Akquisitionen (Vorjahr: 42 Transaktionen). Insgesamt sind Investoren aus den BRIC-Ländern an 9 Prozent aller grenzüberschreitenden M&A-Deals beteiligt, allerdings machen die vorwiegend auf Small- und Midcap-Unternehmen abzielenden Deals dabei nur 2,3 Prozent des Gesamtvolumens aller Transaktionen aus.

Bei 12,1 Prozent der grenzüberschreitenden Transaktionen mit deutschem Zielunternehmen kamen die Investoren in diesem Jahr aus Entwicklungs- und Schwellenländern (9,7 Prozent), berichtet PwC. Rund die Hälfte der Käufer stammte aus einem der G7-Staaten, 215 der insgesamt 536 ausgewerteten M&A-Deals mit deutschem Target wurden mit Käufern aus der EU abgeschlossen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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