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Metro: Widersprüchliche Signale zu Media-Saturn-Verkauf

Metro will sich offenbar doch nicht von seiner Elektronikkette Media-Saturn-Holding (MSH) trennen. Nach einem Interview mit Metro-Vorstand Pieter Haas in der „Welt“ hatten sich zunächst die Hinweise verdichtet, dass der Handelsriese seine 78-prozentige Beteiligung an Media-Saturn verkaufen wolle – möglicherweise an den Firmengründer und Minderheitsaktionär Erich Kellerhals.

Gegenüber der „Welt“ hatte Haas gesagt: „Wenn Herr Kellerhals ein gutes Angebot vorlegen würde, wäre Metro schon aus Gründen der Sorgfaltspflicht verpflichtet, es zu prüfen.“ Daher habe Metro-CEO Olaf Koch den mit 22 Prozent engagierten MSH-Mitgesellschafter Kellerhals „in den letzten Wochen mehrfach um konkrete Nennung von möglichen Co-Investoren und der Bewertungsansätze gebeten“, heißt es in dem Interview weiter. Indes: „Bis dato hat Herr Kellerhals darauf nicht geantwortet.“

Metro weist Spekulationen zurück

Nachdem Haas‘ Aussagen vom Kapitalmarkt als substantieller Schritt in Richtung eines bevorstehenden Verkaufs gedeutet wurden,  rudert Metro jetzt entschieden zurück. „Wir weisen Spekulationen zurück, dass wir einen Verkauf erwägen“, sagte ein Metro-Sprecher am heutigen Donnerstag gegenüber dem Handelsblatt. Haas habe lediglich gesagt, dass ein Angebot aus rechtlichen Gründen geprüft werden müsse.

Fest steht jedoch, dass sich Metro und Kellerhals seit mehr als drei Jahren einen Machtkampf um die Führung von MSH liefern. Haas forderte im Interview, das Management endlich „machen“ zu lassen und mit dem Gesellschafterstreit in Ruhe zu lassen, dann würden sich auch die Zahlen bessern. Der Umsatz von Media-Saturn sank im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/2014 flächenbereinigt um 1,2 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.

Erich Kellerhals ist nun wieder am Zug

Die anhaltend schwache geschäftliche Entwicklung der Elektronikkette dürfte Kellerhals die Argumentation erleichtern. Er sieht das Unternehmen falsch gesteuert. „Ich bin in tiefer Sorge darüber, wie Media-Saturn von Herrn Olaf Koch verwaltet wird“, schreibt Kellerhals auf seiner Homepage. Von „unternehmerischer Führung“ könne keine Rede sein. Offenbar sieht der 74-Jährige Milliardär und Mitbegründer von Media-Markt sein Lebenswerk als gefährdet an.

Nach dem Interview von Haas liegt der Ball nun wieder bei Kellerhals, der sich im Mai von der Süddeutschen Zeitung mit der Aussage zitieren ließ, die Finanzierung für einen Rückkauf Media-Saturns sei nicht das Thema. Er habe interessierte Investoren an der Hand. Laut Medienberichten soll Kellerhals bereits vor Wochen eine Investmentbank mit der Ausarbeitung eines Spin-off-Plans beauftragt haben.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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