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MidMax: M&A-Markt auf niedrigem Niveau stabil

Der MidMax-Index für das dritte Quartal 2012 zeigt: Der M&A-Markt verharrt auf niedrigem Niveau.
Zephyr-Datenbank (Bureau van Dijk), FINANCE

Die Entwicklung im mittleren M&A-Marktsegment bleibt stabil, wenn auch auf niedrigem Niveau. Das ergab die Auswertung des MidMax-Indikators für das dritte Quartal 2012. Der MidMax analysiert die Entwicklung des M&A-Marktes für Transaktionen, bei denen deutsche Unternehmen mit einem Umsatz bis 250 Millionen Euro das Ziel waren, und beruht auf einer Auswertung der Zephyr-Datenbank des Bureau van Dijk sowie der FINANCE-Dealbank.

Anders als bei den meisten vergleichbaren Indizes fließen in die Berechnung neben der Zahl der M&A-Deals auch die ermittelten Kaufpreise mit ein. Aus diesem Grund besteht der MidMaX aus zwei Komponenten: der reinen Transaktionszahl und dem relativen Indexwert, der Transaktionszahl und Kaufpreise bündelt und daher einen deutlich genaueren Blick auf die Entwicklung des M&A-Geschehens ermöglicht. Wenn die Kaufpreise nicht direkt vorliegen, werden sie auf Basis der FINANCE-Branchenmultiples und der Umsätze der gekauften Unternehmen geschätzt.

M&A-Markt 2012 verharrt nach gutem Start

Das Jahr 2012 hatte im betrachteten Marktsegment zunächst mit einem vielversprechenden ersten Quartal begonnen, in dem der MidMax-Index (gemischt gewichtet nach Wert und Anzahl der Deals) um 16 Prozent auf 89 Punkte gegenüber dem vierten Quartal 2011 angezogen hatte. Nach einem weiteren geringfügigen Anstieg pendelte sich der Index dann im dritten Quartal wieder auf das Jahresanfangsniveau  ein. Demgegenüber blieb die Zahl der M&A-Projekte in den ersten drei Quartalen 2012 nahezu konstant, nachdem sie zuvor noch einen sprunghaften Anstieg verzeichnet hatte. Vom vierten Quartal 2011 auf das erste Quartal 2012 hatte die Zahl der M&A-Deals um 28 Prozent zulegen können, wie ein Blick in das MidMax-Archiv des Bundeverbands Mergers & Acquisitions zeigt.

Seit dem Höhepunkt im dritten Quartal 2008 ist der mittelständisch geprägte M&A-Markt um 26 Prozent (Index) bzw. um 58 Prozent (Anzahl der M&A-Deals) zurückgegangen. „Angesichts der noch steileren Entwicklung des Gesamtmarktes erweist sich das mittlere Marktsegment wieder einmal als stabilisierender Faktor des M&A-Geschehens“, sagt Kai Lucks, Vorsitzender des Bundesverbands Mergers & Acquisitions. Zudem zeige der geringere Rückgang des Index, dass die größeren M&A-Projekte in der untersuchten Dealklasse mittlerweile einen stärkeren Anteil haben.

Seit dem Abriss der Konjunktur 2007 stellt sich die M&A-Community wiederholt die Frage, wann denn die nächste M&A-Welle wieder steigende M&A-Aktivität bringt. „Die jüngsten Zahlen versichern uns, dass wir darauf wohl noch einige Jahre werden warten dürfen“, vermutet Lucks. Doch dem kann er auch positive Seiten abgewinnen. „Wir haben einen M&A-Stau, der nach oben ausbrechen wird, sobald die konjunkturellen Vorzeichen nachhaltig die Richtung ändern“, glaubt er. Vorerst aber werden sich die Akteure am M&A-Markt auf eine Dealaktivität auf niedrigem Niveau einstellen müssen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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