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ÖVAG legt sich mit Raiffeisen an – Klage gegen HV-Beschluss

(sap) Die österreichischen Volksbanken klagen gegen einen Hauptversammlungsbeschluss der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Das Spitzeninstitut ÖVAG habe beim Handelsgericht Wien eine Anfechtungsklage eingereicht, sagte ein ÖVAG-Sprecher am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das Verhältnis zwischen den beiden Bankengruppen ist ohnehin nicht das Beste: Sie konnten sich bislang nicht auf eine Teilentflechtung ihrer Anteile einigen. Ein ÖVAG-Sprecher sagte, das Institut habe die bereits umgesetzten Beschlüsse „nochmal juristisch absichern und abklären“ lassen wollen. Raiffeisen kann das nicht nachvollziehen. „Nach Ansicht der RZB besteht kein materieller Grund zur Anfechtung des HV-Beschlusses“, sagte ein Sprecher.

 

Auf dem Aktionärstreffen Ende Dezember vergangenen Jahres hatten die Raiffeisen-Aktionäre einen Tausch innerhalb des Sektors genehmigt: Die Raiffeisen Zentralbank hat dabei von den Raiffeisen-Landesbanken sämtliche Anteile an zwei Osteuropa-Banktöchtern übernommen. Die Landesbanken hatten im Gegenzug Partizipationskapital (vergleichbar mit Vorzugsaktien) erhalten. Die neue Struktur soll dem Institut Vorteile bei der Umsetzung der neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III bringen.

 

Mit ihrer Klage dürfte die ÖVAG Bewegung in die zähen Gespräche über einen Verkauf ihres rund fünfprozentigen RZB-Anteils an die Raiffeisen-Landesbanken bringen wollen, vermutet Reuters. Die angeschlagene ÖVAG will ihren Anteil unbedingt an die RZB-Mehrheitseigentümer verkaufen, um ihre Kapitalquote aufzustocken. Die Raiffeisen-Landesbanken wollen dem bislang jedoch nicht zustimmen.

 

Quellen: Reuters, FINANCE

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