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PE-Exit beim Grünen Punkt wird konkreter

Die Gerüchteküche rund um die gelben Säcke läuft wieder an. Der Müllkonzern Remondis soll zuversichtlich sein, dass die Übernahme vom Grünen Punkt doch noch klappt, heißt es in einem Zeitungsbericht.
Detailfoto/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die Verhandlungen über einen Verkauf des Dualen Systems Deutschland (DSD), dem Unternehmen hinter dem Grünen Punkt, ziehen sich schon seit rund einem Jahr. Laut einem Bericht der F.A.Z. soll es nun wieder Bewegung in der Sache geben: Der Müllkonzern Remondis soll nach Informationen der Zeitung bereits sehr konkret prüfen, wie gut die Chance für eine wettbewerbsrechtliche Genehmigung des Deals stehen. Es soll im Dezember ein erstes Vorgespräch mit dem Bundeskartellamt gegeben haben. Remondis wollte den Bericht gegenüber FINANCE nicht kommentieren.

Verkäufer von DSD sind das Private-Equity-Haus H.I.G. Capital und der Finanzinvestor Bluebay, die eine Mehrheit an dem Recycling-Unternehmen halten. Zuvor war der Finanzinvestor KKR von 2005 bis 2011 an dem Unternehmen beteiligt. Käme der M&A-Deal mit Remondis zustande, wäre DSD also das erste Mal seit langem wieder mehrheitlich im Besitz eines Strategen. In den vergangenen Monaten sollen auch andere Private-Equity-Häuser im Rennen um den Grünen Punkt gewesen sein.

Gespräche mit Remondis bereits einmal gescheitert

Die Preisvorstellungen der Parteien lägen allerdings noch ein Stück auseinander, berichtet die F.A.Z. Unterschiedliche Vorstellungen über den Kaufpreis sollen bereits im vergangenen Jahr dafür gesorgt haben, dass die Gespräche mit Remondis geplatzt waren, berichtete damals die „Wirtschaftswoche“.

Die beiden PE-Investoren sollen für ihre Anteile einen Preis von mindestens 220 Millionen Euro angestrebt haben, berichtete das Magazin im Sommer 2017 unter Berufung auf Branchenkreise. Remondis habe zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr als 150 Millionen Euro ausgeben wollen, hieß es weiter.

Deal könnte in wenigen Wochen final sein

Nach mehr als einem Jahr Käufersuche soll es nun schnell gehen: Brancheninsider rechnen damit, dass der Kaufvertrag schon in wenigen Wochen fertig sein könnte, heißt es in der F.A.Z. Das setzt allerdings eine Einigung in Sachen Preis voraus.

Andere Marktteilnehmer sehen eine Übernahme vom grünen Punkt durch Remondis überaus kritisch. Der Recycler ist schon jetzt der größte Abfallentsorger in Deutschland. Lediglich in dem Bereich eines dualen Systems für die Entsorgung von Verpackungsmüll ist das Unternehmen noch nicht aktiv. Das würde sich mit dem Deal schlagartig ändern. Für etwa 40 Prozent der Verpackungen schließen Handel und Industrie Entsorgungsverträge mit dem Grünen Punkt ab. Mit DSD würde Remondis in dem Bereich ebenfalls zum Marktführer werden, berichtet die F.A.Z.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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