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PE-Investor EQT verkauft Energy from Waste an Peking

Der chinesische Käufer will den Abfallverbrenner EEW offenbar weiter wachsen lassen.
iStock/ThinkStock/Getty Images

1,4 Milliarden Euro spielt PE-Investor EQT mit dem Verkauf des Müllverbrenners EEW Energy from Waste nach China ein. Die ehemalige E.on-Tochter geht an das staatseigene Konglomerat Beijing Enterprises. Laut EQT hat noch nie ein chinesischer Käufer so viel für ein deutsches Unternehmen bezahlt.

EQT war im März 2013 mit 51 Prozent bei EEW eingestiegen, E.on behielt den Minderheitsanteil. Im Mai 2015 hatte der schwedische Investor die übrigen 49 Prozent gekauft. Der Kaufpreis wurde in beiden Fällen nicht genannt. Aber offenbar konnte EQT in den drei Jahren seit Mehrheitsübernahme den Wert des Müllverbrenners so stark steigern, dass sich schon jetzt ein Verkauf lohnt.

EQT hatte aus dem Fonds Infrastructure II in EEW investiert. "Wir haben das Unternehmen stark zentralisiert", sagt EQT-Partner Matthias Fackler im Interview mit FINANCE. Vorher hätten die 20 Kraftwerke weitgehend nebeneinander hergearbeitet. "Jetzt ist es eine Firma", mit gemeinsamen Spezialistenteams und einem zentralen Vertrieb.

Was hat China mit EEW vor?

Der schwedische Investor hat bei EEW außerdem einen Großteil des Managements ausgetauscht. Als CFO wurde im Juli 2013 Markus Hauck von Holcim geholt. Den Chef tauschte EQT ein Jahr später aus. Mit Bernhard Kemper gewann EQT den Ex-Vorstandsvorsitzenden von RWE Umwelt für das Amt. Auch der Vertriebs- und Kommunikationschef wechselten unter dem Investor.

Was hat Beijing Enterprises mit EEW vor? Die Chinesen dürften es erstens darauf abgesehen haben, im eigenen Kerngeschäft vom Know-how des Müllverbrenners zu profitieren. Das kann zum einen heißen, dass sie die Technologien ins eigene Land holen. Oder Peking geht einen Schritt weiter und lässt EEW nach Fernost expandieren.

Zweitens kann EEW für Beijing ein Investment sein, dessen Wert das Konglomerat durch weiteres Wachstum steigert. EQT-Partner Matthias Fackler lässt durchblicken, dass die Chinesen beides vorhaben: „Wir sind überzeugt, dass Beijing Enterprises der richtige Partner ist, um das Wachstum im Heimatmarkt sowie international weiter auszubauen." Auch EEW-Chef Kemper deutet an, dass Beijing EEW größer werden lassen will: Nachdem die „solide Basis“ für weiteres Wachstum gelegt worden sei, wolle sein Unternehmen diesen Kurs mit dem chinesischen Konzern „erfolgreich weitergehen“.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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