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Pharma-Unternehmen haben Spielraum für Akquisitionen

Roche

Die Pharmabranche befindet sich derzeit im Kaufrausch: Nachdem AstraZeneca vor zwei Wochen das kalifornische Biotechnologieunternehmen Ardea für 1,26 Milliarden Dollar übernahm, kündigte Novartis am Donnerstag an, den amerikanischen Dermatologiespezialisten Fougera Pharmaceuticals für 1,525 Milliarden Dollar aufzukaufen. Auch in Deutschland kommt die Branche in Bewegung: Der Pharma-Riese Bayer ist laut Presseberichten an dem irischen Unternehmen Warner Chilcott interessiert und Merz Pharmaceuticals will sich ebenfalls durch Zukäufe verstärken.

Die Akquisitionswelle könnte sich weiter fortsetzen, denn laut der Ratingagentur Fitch haben einige Unternehmen nach wie vor Spielraum, um mittlere bis große schuldenfinanzierte Übernahme stemmen zu können. AstraZeneca und Roche, die Fitch beide mit AA- einstuft, würden ihr Rating auch bei größeren Zukäufen behalten, sagt Britta Holt, Direktorin im Corporate Team der Agentur: „Beide Unternehmen sind überkapitalisiert für ihre derzeitigen Ratings.“ Auch Novartis (AA/stabil), Sanofi (AA-/ stabil), GlaxoSmithKline (A+/stabil) und Bayer (A-/stabil) haben noch Spielraum, wenn auch für kleinere Übernahmen.

Die Pharmabranche befindet sich derzeit im Umbruch, da in diesem Jahr der Patentschutz für einige große Blockbuster ausläuft. Novartis muss etwa auf das Patent für seinen Blutdrucksenker Diovan verzichten, während Sanofi das Schutzrecht am Blutverdünner Plavix verliert. Dies dürfte zu schweren Umsatzeinbußen führen. Um diese Einbußen auszugleichen, setzen die Unternehmen auf Forschung und Entwicklung – und eben Übernahmen. Die Cashflow-Bestände seien dafür hoch genug, die Liquiditätsausstattung gut, meint Fitch. Und auch die Wachstumsaussichten beurteilt die Ratingagentur als positiv: Der demographische Wandel, technologische Neuerungen und der Vormarsch chronologischer Krankheiten würden die Nachfrage nach Medikamenten treiben.

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