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Schweizer suchen Targets im Ausland

iStock / Thinkstock / Getty Images

Der feste Wechselkurs mit einer Untergrenze von 1,20 Euro zum Schweizer Franken sorgt für Belebung im M&A-Markt. Immer mehr Schweizer Investoren nutzen die dadurch zementierte und immer noch hohe Bewertung ihrer Währung, um im Ausland auf die Suche nach Übernahmeobjekten zu gehen. So stieg die Anzahl der Transaktionen, bei denen ein Schweizer Käufer ein Unternehmen im Ausland erwarb, im ersten Quartal 2012 um 20 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal, wie Zahlen von M&A Database, Mergermarket und Thomson Financial  zeigen. Durch den starken Franken werden Zukäufe in der Euro-Zone oder im US-Dollar-Raum für Schweizer Unternehmen günstiger.

Weniger positiv wirkt sich der hohe Wechselkurs dagegen auf exportorientierte Branchen aus. Schweizer Zulieferer klagen über sinkende Wettbewerbsfähigkeit,  könnten darauf aber ebenfalls mit  Zukäufen im Ausland reagieren. „Es gibt Verlagerungen von Teilen der Supply-Chain in den Euro-Raum“, beobachtet Peter Binder, Partner der Schweizer M&A-Beratung Binder Corporate Finance. „Schweizer Zulieferer müssen in der Schweiz Kapazität abbauen und diese im Euro-Raum wieder aufbauen.“

Auch die Schweizer sind verunsichert

Der M&A-Markt in der Schweiz entwickelt sich in diesem Jahr bislang stabil, nach einem absoluten Boom sieht es aber nicht aus. Denn trotz in der Regel guter finanzieller Ausstattung halten sich auch Schweizer CFOs aufgrund der Unsicherheit im Euro-Raum mit Großinvestitionen weiter zurück.

Im ersten Quartal stieg das Transaktionsvolumen einer Auswertung von KPMG zufolge bei einer konstanten Dealanzahl von 74 Transaktionen auf 53 Milliarden US-Dollar. Unter Ausklammerung des Glencore-Deals, der mit 40 Milliarden Dollar in die Statistik einging, zeigt der Markt mit 13 Milliarden Dollar lediglich noch ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahresquartal (10,8 Milliarden Dollar), das wiederum deutlich unter den Jahren 2008 und 2009 lag.

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