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Tesla kauft Grohmann von Gründer und DBAG

Tesla kauft den deutschen Maschinenbauer Grohmann Engineering.
Tesla

Der deutsche Mittelstand meldet einen aufsehenerregenden Deal: Der Weltmarktführer für Elektroautos, Tesla, übernimmt das deutsche Familienunternehmen Grohmann, das Fertigungsanlagen für die Industrieautomatisierung produziert. Verkäufer sind der Gründer Klaus Grohmann (74,9 Prozent) sowie die Deutsche Beteiligungs AG (25,1 Prozent).

Ihren Minderheitsanteil hat die DBAG schon im Jahr 1987 erworben, um dem kurz zuvor von Grohmann gegründeten Unternehmen Wachstumskapital zu verschaffen. Fonds der DBAG sind nicht an Grohmann beteiligt. Finanzchefin Susanne Zeidler kann in der börsennotierten AG aber einen einstelligen Millionenzuwachs auf den jüngsten Wertansatz verbuchen, was darauf hindeutet, dass der Frankfurter Finanzinvestor von Tesla eine nennenswerte strategische Prämie erhalten hat. Anfang kommenden Jahres soll der Deal abgeschlossen werden, Grohmann wurde bei der Transaktion von der US-M&A-Beratung Harris Williams beraten..  

Mit Grohmann will Tesla „beste Fabrik der Welt“ errichten

Tesla hat mit dem Mittelständler aus Prym, der derzeit mit 700 Mitarbeitern über 120 Millionen Euro im Jahr umsetzt, nach eigenem Bekunden Großes vor: „Grohmann wird verschiedenste kritische Elemente unseres neuen automatisierten Fertigungssystems entwickeln und produzieren, damit unsere Fabriken die fortschrittlichsten auf der ganzen Welt werden.“

Tesla ist gerade dabei, seine jährliche Produktionskapazität an Elektroautos von weniger als 100.000 auf eine halbe Million hochzufahren – ein Kraftakt, den viele Industrieexperten dem Konzern nicht zutrauen. Gleichzeitig errichtet der US-Konzern in Nevada gerade auch die größte Batteriefabrik der Welt. „Unsere Ingenieure werden gemeinsam mit Grohmann exponentielle Verbesserungen in Qualität und Geschwindigkeit unserer Produktion erreichen und damit die Investitionskosten pro Fahrzeug substantiell reduzieren“, hofft Tesla.

Grohmann soll dabei lediglich der Startpunkt einer großen Investitionsoffensive in Deutschland sein. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will der von Elon Musk geführte E-Autopionier über 1.000 Hightech-Jobs in Deutschland schaffen, womit Deutschland das Herzstück der geplanten Tesla-Expansion werden dürfte. Mittelfristig plant Musk auch noch den Einstieg in weitere Produktkategorien wie Busse, Pick-ups und sogar in die Entwicklung von vernetzen Solarstromsystemen in Privathaushalten. Obwohl Tesla mit all diesen Projekten noch am Anfang steht, ist der Konzern an der Börse schon über 25 Milliarden Dollar wert.

Wie reagieren die übrigen Kunden von Grohmann?

Ungewiss ist, wie sich die Übernahme durch Tesla auf die übrigen Geschäfte Grohmanns auswirken wird. Das Familienunternehmen hat zwar seinen Schwerpunkt bei der Entwicklung von Produktionssystemen für die Automobilindustrie und für die Montage von Lithium-Ionen-Batterien, beliefert aber auch Kunden aus der Elektronik- und Halbleiterindustrie sowie Hersteller von Medizintechnik.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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