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Übernahmeschlacht um Hawesko entschieden

Hawesko-CEO Alexander Margaritoff legt seine Ämter beim Weinhändler Ende Juni nieder und veräußert seine Anteile an den Unternehmer Detlev Meyer.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Übernahmeschlacht um Hawesko ist entschieden. Alexander Margaritoff, noch amtierender Vorstandvorsitzender des Weinhändlers, legt seine Ämter Ende Juni nieder. Wie das Unternehmen mit Sitz in Tornesch bei Hamburg zudem gestern Abend mitteilte, wird Margaritoff seine Aktien an der Hawesko Holding in Höhe von rund 30 Prozent an Detlev Meyer und seine Beteiligungsgesellschaft Tocos veräußern.

Damit hält der Unternehmer Meyer, der im November aus dem Aufsichtsrat heraus ein feindliches Übernahmeangebot für Hawesko lanciert hatte, künftig rund 60 Prozent der Unternehmensaktien. Als Gründe für seinen kompletten Rückzug inklusive des Verkaufs all seiner Anteile gibt Margaritoff unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Strategie und Art der Unternehmensführung zwischen ihm und Meyer an.

In einer Stellungnahme bedankte sich Meyer für Margaritoffs Verdienste. Der Noch-CEO hatte Hawesko vor rund 30 Jahren von seinem Vater übernommen. Damals noch ein kleiner Versandhändler, entwickelte sich das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten zu einem börsennotierten Konzern mit 465 Millionen Euro Umsatz und einem Börsenwert von rund 370 Millionen Euro. Die für den 26. Januar einberufene außerordentliche Hauptversammlung wurde im Zuge der Ankündigung von Margaritoffs Rückzug abgesagt.

Hawesko soll internationaler werden

Damit endet ein seit Monaten anhaltender Konflikt. Meyer hatte seine Kritik an Margaritoff und seinen unabgestimmten Vorstoß damit begründet, dass die Ausschüttungsquote von 65 bis 90 Prozent zu hoch sei und Hawesko Expansionsmöglichkeiten verstreichen lasse. Nun will Meyer das Unternehmen internationaler ausrichten. Sein Übernahmeangebot bewertet Hawesko mit 40 Euro pro Aktie, was zum Zeitpunkt der Ankündigung lediglich 5 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs lag.

Anfang Dezember reagierten Margaritoff und Hawesko auf das Tocos-Angebot. Seinerzeit riet man den Aktionären eindringlich davon ab, dass Angebot anzunehmen, unter anderem unter Verweis auf den angeblich zu niedrigen Angebotspreis. Zu diesem verkauft Margaritoff nun aber selbst. Offenbar hatten seine Bemühungen, unter anderem in der Private-Equity-Branche einen weißen Ritter zu finden, der Meyer überbietet, keinen Erfolg.

Der Markt nahm die Ankündigung Margaritoffs zunächst negativ auf. Nach der Bekanntgabe von Margaritoffs Rückzug stürzte die Aktie der Hawesko Holding um rund 3,5 Prozent auf 39,80 Euro ab. In den vergangenen Monaten hatte das Papier stets über dem Angebotspreis notiert und lag Mitte Dezember gar bei 43,10 Euro.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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