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Umgang mit Due Diligence verändert sich

Nach wie vor sehen sich die M&A-Berater deutlich über dem Durchschnitt:Eine Due Diligence ist im Rahmen von M&A-Deals Pflicht. Doch wie die Daten zur Prüfung aufbereitet werden, verändert sich.
bernie_moto/iStock/Thinkstock/Getty Images

Der Umgang mit der Due Diligence hat sich in einigen M&A-Abteilungen in den vergangenen Monaten verändert. Darauf lassen die Ergebnisse der jüngsten Befragung des FINANCE M&A Panels schließen, für das die Redaktion von FINANCE zusammen mit der Kanzlei CMS sowohl M&A-Verantwortliche in deutschen Unternehmen als auch führende Investmentbanker und M&A-Berater anonym zu ihrer aktuellen Markteinschätzung befragt hat.

Nach der Relevanz einzelner rechtlicher Instrumente im M&A-Prozess befragt, geben 18 Prozent der M&A-Verantwortlichen an, dass der ausführliche Due Diligence Report aus ihrer Sicht gegenüber dem Vorjahr an Relevanz verloren hat. Dagegen sind risikoorientierte Due Diligence Reports, die Red Flag Due Diligence, deutlich stärker nachgefragt als noch im Vorjahr: 44 Prozent der Befragten geben an, dass die Relevanz von Red Flag Reports ihrer Meinung nach gestiegen ist.

Das heißt aber nicht, dass die M&A-Chefs bei der Due Diligence weniger genau hinschauen: „Die Form der Berichterstattung – Red Flag Report oder Long Form Report – darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die identifizierten Red Flags häufig intensiv diskutiert werden. Bieter wollen sich gerade angesichts der hohen Kaufpreisvorstellungen gegen Risiken vertraglich schützen und können dies häufig auch durchsetzen“, sagt Thomas Meyding, Corporate Partner bei CMS Hasche Sigle.

Käufer aus Schwellenländern mischen bei M&A-Deals mit

Aus gutem Grund, denn der Wettbewerb um attraktive Zielunternehmen ist nach wie vor hoch. Sowohl Unternehmensvertreter als auch Investmentbanker und M&A-Berater nehmen Käufer aus Schwellenländern zurzeit so stark im Markt wahr wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Beflügelt wird dieser Eindruck durch die große Aktivität chinesischer Käufer. So sorgten in den vergangenen Wochen in Deutschland unter anderem die Übernahme von EEW Energy from Waste durch Beijing Enterprises und der Verkauf von KraussMaffei an ChemChina für Schlagzeilen.

„Wir können bestätigen, dass insbesondere chinesische Investoren, und zwar sowohl private Unternehmen als auch Finanzinvestoren und Staatsunternehmen, hohes Interesse zeigen“, sagt Oliver Wolfgramm, Partner bei CMS Hasche Sigle. „Bieter aus China rufen zudem oft hohe Bewertungen und Kaufpreise auf, so dass sich auch in strukturierten Verkaufsprozessen Geduld und Verständnis für spezifische chinesische Besonderheiten auszahlen können.“

Die steigende Aktivität ausländischer Interessenten schlägt sich in einem immer härter werdenden Wettbewerb nieder. Die Konkurrenz um Targets in Deutschland und Europa hat sich in den Augen der M&A-Chefs zuletzt sogar noch weiter verschärft, zeigt das M&A Panel.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Info

Die vollständigen Ergebnisse des FINANCE M&A Panels stehen im Bereich FINANCE Research kostenlos zum Download zur Verfügung. Wissenswertes zu den unterschiedlichen Formen der Due Diligence finden Sie auf unserer Themenseite Due Diligence.

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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