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Vonovia klammert sich verzweifelt an Deutsche-Wohnen-Übernahme

Vonovia verfolgt die Übernahme des Wettbewerbers Deutsche Wohnen mit allen Mitteln.
Deutsche Wohnen

Der Wohnkonzern Vonovia will den Wettbewerber Deutsche Wohnen um jeden Preis kaufen. Aber dem Branchenersten aus Nordrhein-Westfalen weht starker Gegenwind ins Gesicht. Um dem M&A-Deal argumentativ Vorschub zu leisten, hat der Marktführer dem Branchenzweiten jetzt unterstellt, dass eine von ihm benutzte Abwehrtechnik nicht zulässig sei.

Deutsche-Wohnen-CEO Michael Zahn und CFO/CIO Lars Wittan haben kürzlich angekündigt, die Inhaber der Wandelschuldverschreibungen der Deutschen Wohnen im Falle eines Kontrollwechsels mit Bargeld statt mit Aktien auszubezahlen. Vonovia hält das für unrechtmäßig: Das Argument der Deutsche Wohnen, „dass ein Recht zur Barzahlung besteht, ist unzutreffend und rechtlich nicht haltbar“, schreibt der Konzern jetzt in einer Pressemitteilung.

Zwar lässt Vonovia durchblicken, dass die Anleihebedingungen einen derartigen Tausch prinzipiell erlauben. Doch der Rückzahlungsbetrag sei nicht zu ermitteln. Damit steigt Vonovia tief in juristische Details hinab, um dem Vorgehen der Deutsche Wohnen die Rechtmäßigkeit abzusprechen. Auffällig ist, dass der Konzern dennoch nicht androht, gegen das Vorhaben vorzugehen.

Vonovia erklärt Manöver der Deutsche Wohnen für unrechtmäßig

Vonovia-CFO Stefan Kirsten hatte die Mindestannahmeschwelle für Deutsche-Wohnen-Aktien ursprünglich auf 57,1 Prozent festgelegt. Damit trug er der Tatsache Rechnung, dass die Deutsche Wohnen eine Wandelanleihe ausstehen hat und unklar ist, ob deren Inhaber umtauschen würden. Als zunehmend unwahrscheinlicher wurde, dass Vonovia diese Quote erreichen kann, senkte das Unternehmen die nötige Annahmeschwelle auf 50,1 Prozent – mit dem fragwürdigen Verweis, der Zuspruch der Wandelanleihengläubiger sei ohnehin sicher.

Der Wohnungsgigant Vonovia unterstreicht mit seinem jüngsten Manöver vor allem, dass er die Übernahme um jeden Preis will – und dass er seine eigenen Chancen für überschaubar hält. Das passt zur aktuellen Wasserstandsmeldung: Gerade einmal 17 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien wurden bis Dienstag umgetauscht. Dazu hält Vonovia Aktien und Aktienoptionen der Deutsche Wohnen, die 10 Prozent der Aktienmenge entsprechen. Die Annahmefrist endet am 9. Februar.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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