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Vossloh: Thiele gibt Übernahmeangebot ab

Hein Hermann Thiele legt den Vossloh-Aktionären ein Angebot vor.
Vossloh

Heinz Hermann Thiele macht Ernst: Der Knorr-Bremse-Eigentümer und Großaktionär von Vossloh will seine Macht bei beim sauerländischen Bahntechnikkonzern ausbauen. Seine KB Holding werde den Aktionären von Vossloh ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot machen, verkündete Thiele heute. Geplant sei ein Betrag in Höhe des gewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Vossloh-Aktie der vergangenen drei Monate: Das bedeutet 48 bis 49 Euro je Aktie. Die Aktie notiert jedoch schon deutlich über diesem Kurs  bei rund 56 Euro.

Noch hält die KB Holding 29,99 Prozent an Vossloh. Falls Thiele die 30-Prozent-Schwelle bei Vossloh überschreitet, müsste er das offiziell melden und den anderen Aktionären ein Pflichtangebot machen mit einem Preis, der mindestens auf der Höhe des umsatzgewichteten Durchschnittskurses der vergangenen drei Monate liegt.

Mit dem nun vorgelegten freiwilligen öffentlichen Angebot kann Thiele dem Pflichtangebot zu einem vergleichsweise günstigen Angebotspreis zuvorkommen, ohne befürchten zu müssen, dass viele Aktionäre ihm ihre Aktien andienen. Nach Abschluss des Angebots und dem Überspringen der 30-Prozent-Schwelle hätte er dann freie Bahn, sein Aktienpaket zu jedem Kurs weiter aufzustocken, der ihm beliebt, ohne diesen Preis auch den übrigen Aktionären anbieten zu müssen.

M&A-Poker um Vossloh: Thiele erhöht die Schlagzahl

Schon im November vergangenen Jahres hatte Thiele seine Ambitionen bei Vossloh formuliert. Thiele war im Frühjahr 2011 bei Vossloh eingestiegen und hat seitdem seine Beteiligung kontinuierlich aufgestockt und immer mehr Einfluss auf das Unternehmen genommen. Im Februar vergangenen Jahres wurde der Vorstand ausgetauscht, CEO und CFO Werner Andree ging, Vorstandsvorsitzender wurde Hans M. Schabert, als neuer CFO kam Oliver Schuster an Bord.

Das Management bereinigte die Bilanz von Altlasten. Die Abschreibungen und Sonderkosten würden das Geschäftsjahr 2014 aber um 150 Millionen Euro bis 180 Millionen Euro belasten, hieß es damals. Vor rund einem Monat nannte Vossloh erste Details zu seiner Neuausrichtung: Das Unternehmen will sich künftig auf „wachstumsstarke Segmente der Bahninfrastruktur in wirtschaftlich attraktiven Regionen“ konzentrieren, darunter Westeuropa, China, die USA und Russland.

Auf Produktebene will sich Vossloh auf den Bereich Schieneninfrastruktur fokussieren. Die Fabriken, in denen Vossloh Lokomotiven herstellt, sollen verkauft werden. Im Zuge des Konzernumbaus schließt das Management Zukäufe in den definierten Kerngeschäftsfeldern explizit nicht aus.   

julia.becker[at]finance-magazin.de

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