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Wackelt die Milliardenübernahme von Biotest durch Creat?

Die Milliardenschwere Übernahme von Biotest könnte durch eine CFIUS-Prüfung in Gefahr geraten.
Biotest

Die Übernahme des hessischen Arzneimittelherstellers Biotest durch die chinesische Creat Group wackelt möglicherweise: Der US-Ausschuss CFIUS (Committee on Foreign Investment in the United States) hat offenbar die Absicht, die Übernahme einer Überprüfung zu unterziehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insiderinformationen. Biotest wollte sich auf eine FINANCE-Anfrage nicht näher zur Sachlage äußern. Die Biotest-Aktie reagierte bereits auf die mögliche Bedrohung für die Übernahme durch Creat: Das im SDax gelistete Papier büßte am heutigen Mittwoch bis zu 11 Prozent ein.

Der US-Ausschuss CFIUS überprüft seiner Ansicht nach kritische M&A-Deals, die Geschäftsbereiche in den USA und die Sicherheit des Landes beeinflussen. Die Entscheidungen des Ausschusses sind nicht bindend, sie können jedoch bis zum US-Präsidenten eskaliert werden, der ein Veto-Recht hat bezogen auf die Geschäftsbereiche, die sich in den USA befinden.  

Biotest-Aktionäre reagieren nervös auf eine mögliche CFIUS-Prüfung

Noch Mitte April war der Biotest-CFO Michael Ramroth fest davon überzeugt, dass die geplante Übernahme durch Creat reibungslos verlaufen werde. Im FINANCE-TV-Interview sagte der Finanzchef, dass er nicht mit einem Eingreifen der Politik rechne und die Transaktion wie geplant ablaufen werde.
 

Wenige Wochen nach diesem Interview musste das Unternehmen aus Dreieich bei Frankfurt eine Gewinnwarnung aussprechen, nachdem es bestimmte Chargen eines Kreislaufstabilisierungsmittels zurückgerufen hatte. Damals reagierten die Aktionäre des SDax-Konzerns gelassen, da der Deal mit Creat als sicher galt.

Die nun starke Reaktion des Kurses auf eine mögliche Überprüfung zeigt die Nervosität der Anleger. Sollte der Deal tatsächlich kippen, dürfte sich das massiv auf den Aktienkurs auswirken. Für Biotest ist der Deal wichtig: Der Arzneimittelhersteller erhofft sich von den Chinesen vor allem finanzielle Unterstützung bei seiner Expansion. Der Deal ist bereits von langer Hand geplant, Creat ist bereit, inklusive Schulden 1,3 Milliarden Euro für Biotest zu bezahlen.

CFIUS ist großer Risikofaktor bei M&A-Deals

Die Überprüfung durch CFIUS stellte bereits in mehreren M&A-Deals mit deutscher Beteiligung eine große Hürde dar und bedeutete teilweise auch das Aus für geplante Transaktionen. So auch bei der Übernahme des Chip-Anlagenbauers Aixtron durch den chinesischen Wettbewerber Fujian Grand Chip. Nachdem CFIUS Bedenken geäußert hatte, konnte Aixtron das Scheitern der Übernahme nur noch durch den Verkauf seines US-Geschäfts verhindern. 

Anders erging es dem Dax-Konzern Infineon bei der geplanten 850 Millionen Euro schweren Übernahme des US-Chipspezialisten Wolfspeed. Hier intervenierte CFIUS ebenfalls, woraufhin der M&A-Deal schließlich scheiterte.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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