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W&I-Insurances bei M&A-Deals nehmen zu

Warranty & Indemnity Insurances können helfen, die Lücke zwischen den Interessen von Käufern und Verkäufern bei M&A-Deals zu schließen.
wildpixel/iStock/Thinkstock/Getty Images

Das Dilemma taucht früher oder später bei fast jeder M&A-Verhandlung auf: Der Verkäufer möchte nach Abschluss der Transaktion seine Ruhe und will höchstens geringe Haftungsbeträge einräumen. Der Käufer aber will so weitreichende Haftungszusagen wie möglich.

Gerade bei M&A-Deals mit PE-Investoren kommen zunehmend Warranty & Indemnity Insurances (W&I-Insurances) zum Einsatz. Diese Garantie- und Freistellungsversicherungen können helfen, die Lücke zwischen den gegenläufigen Interessen zu überbrücken. „Verkäufer können Risiken absichern, die durch die Abgabe von Garantien entstehen. Käufer können die Policen nutzen, um beispielsweise die Laufzeiten der Garantien oder die Zugriffsmöglichkeiten zu erweitern“, erklärte Robert Engels, Leiter der deutschen Private-Equity- und M&A-Praxis des Industrieversicherungsmaklers Marsh, kürzlich am Rande des „German M&A and Private Equity Forum“ des Datendienstleisters Mergermarket in Düsseldorf.

Allerdings müssen W&I-Insurances richtig eingesetzt werden: „Die W&I-Insurance ersetzt keinesfalls Teile der Due Diligence“, warnt Engels. Versicherbar seien grundsätzlich nur die Bereiche, die in der Due Diligence auch untersucht wurden. Etwa 1 bis 2 Prozent der Transaktionssumme müssten als Kosten für die Versicherung einkalkuliert werden, zwischen 10 und 30 Prozent der Dealsumme könne eine W&I-Insurance in der Regel versichern. „Wer die Kosten für die Versicherung zahlt, ist Verhandlungssache zwischen den Partnern“, sagt Engels.

PE-Investoren setzen häufig auf W&I-Insurances

Auch Maximilian Grub, Partner der Kanzlei CMS in Stuttgart und Leiter der deutschen M&A-Gruppe, hält W&I-Insurances inzwischen für verbreitet: „Die Versicherung ist in Deutschland salonfähig geworden“, sagt er. CMS hat für seine „European M&A Study“ die Eckdaten von W&I-Insurances bei Transaktionen ausgewertet, bei denen die Kanzlei für  das Versicherungsunternehmen tätig war. 2014 wurden rund demnach 81 Prozent der W&I-Versicherungen von der Verkäuferseite abgeschlossen. Die in den Versicherungen festgeschriebene Verjährungsfrist für Garantieansprüche lag in der Regel bei 19 Monaten. Im Schnitt deckte die Police der W&I-Versicherung etwa ein Drittel des Kaufpreises ab.

Ein klassischer Einsatzbereich für das Instrument sind M&A-Deals, bei denen PE-Investoren auf der Verkäuferseite agieren. „Beispielsweise nach dem Verkauf des letzten verbleibenden Portfoliounternehmens wollen Finanzinvestoren einen Fonds schließen und die Gelder an die Investoren ausschütten“, sagt Engels. „Die Versicherungen sind eine Möglichkeit, einen klaren Schnitt zu machen, ohne dass man Mittel für mögliche Garantieansprüche des Käufers zurückbehalten muss.“ Für Kaufinteressenten könne eine W&I-Insurance ein Argument sein, die Transaktionssicherheit gegenüber den internen Gremien zu betonen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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