Eine Gruppe um den Versicherer Allianz kauft die Tankstellenkette Tank & Rast für mehr als 3,5 Milliarden Euro, obwohl sie schon einmal in Besitz der Allianz war.

Tank & Rast

03.08.15
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Allianz kauft Tank & Rast

Eine Gruppe um den Versicherer Allianz kauft die Tankstellenkette Tank & Rast – offenbar für mehr als 3,5 Milliarden Euro. Allianz hatte Tank & Rast schon einmal besessen und für einen Bruchteil des jetzigen Preises verkauft.

Ein Konsortium um die Infrastruktursparte der Allianz kauft die Raststätten-Kette Tank & Rast, wie der Versicherer am Montag erklärte. Laut dem Wall Street Journal legt die Gruppe mehr als 3,5 Milliarden Euro für die Raststätten-Kette hin. Die Allianz nannte keinen Preis für den Kauf von Tank & Rast.

Allianz Capital Partners übernimmt die Kette nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem kanadischen Infrastruktur-Investor Borealis, der Vermögensverwaltung des Versicherer Munich Re, Meag, sowie einer Tochter des Staatsfonds von Abu Dhabi. Die Verkäufer sind PE-Investor Terra Firma sowie RREEF, der Infrastrukturfonds der Deutschen Bank. Beraten wurde Tank & Rast von der Kanzlei Watson Farley & Williams.

Allianz übertrumpft chinesischen Staatsfonds CIC

Die Allianz hatte Tank & Rast schon einmal besessen, bevor der Versicherer das Unternehmen 2004 an Terra Firma verkaufte – für kolportierte 1,1 Milliarden Euro. Terra Firma, die Beteiligungsgesellschaft des früheren Goldman-Sachs-Bankers Guy Hands, verkaufte im Jahr 2007 die Hälfte der Anteile an den Infrastrukturfonds der Deutschen Bank, RREEF. Der soll damals knapp 1,2 Milliarden Euro für den Anteil gezahlt haben.

Jetzt ist der Wert der Kette offenbar weiter gestiegen. Die Tankstellenkette erzielte 2013 einen Umsatz von 482 Millionen Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 235 Millionen Euro. Tank & Rast betreibt rund 390 Raststätten, 350 Tankstellen und 50 Hotels.

Zuletzt war dem chinesischen Staatsfonds CIC Interesse an Tank & Rast attestiert worden. Insgesamt haben laut Reuters vier Bieter Angebote abgegeben. CIC habe einen ähnlichen Betrag geboten wie die Gruppe um den Versicherer. Die Entscheider hätten sich aber für die Deutschen entschieden, weil sie ihnen mehr zutrauten. Auch der australische Infrastruktur-Investor Macquarie und der italienische Autobahn-Konzessionär Atlantia gehörten laut Reuters zu den Bietenden.

Nach eigener Aussage geht es den Investoren bei dem Kauf um stabile Cash Flows und überschaubare Risiken. Als Marktführer sei Tank & Rast "ein attraktives Investment für uns alle", sagte ein Sprecher der Käufergruppe. Tank & Rast sei als Unternehmen wie auch vom politischen Umfeld stabil.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de