Die angeschlagene Werkstattkette A.T.U steht kurz vor der Insolvenz.

A.T.U

07.12.16
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A.T.U-Rettung hängt von Deutscher Bank ab

Der Werkstattkette A.T.U droht die Insolvenz. Knackpunkt sind die hohen Mieten, die der rettende Käufer Mobivia nicht akzeptiert. Bei den Verhandlungen kommt der Deutschen Bank eine Schlüsselrolle zu.

Die Rettung der angeschlagenen Werkstattkette A.T.U war schon fast in trockenen Tüchern. Jetzt könnte doch eine Insolvenz bevorstehen. Eigentlich sollte A.T.U an den französischen Konkurrenten Mobivia verkauft werden. Dieser stellt jedoch eine Bedingung – und wegen dieser droht die Übernahme zu platzen.

Konkret geht es dabei um die hohen Mieten, die A.T.U zahlen muss. Mobivia ist nur dann bereit, A.T.U zu übernehmen, wenn die Mieten gesenkt werden. Das ist bisher immer noch nicht gelungen – bereits im Sommer zeichneten sich die Schwierigkeiten ab, wie FINANCE in der Juli-Ausgabe berichtete. A.T.U schreibt unter anderem wegen der hohen Mieten Verluste.

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, stand man schon kurz vor einer Einigung. Doch dann habe die Immobiliengesellschaft Lino, der knapp die Hälfte der Immobilien gehört, eine Sonderzahlung gefordert. Seitdem ist man in den Verhandlungen offenbar nicht mehr voran gekommen.

Deutsche Bank hat eine Schlüsselrolle bei A.T.U-Rettung

Einen großen Anteil an den Verhandlungen trägt die Deutsche Bank. Gemeinsam mit dem Hedgefonds Davidson Kempner hält sie je die Hälfte der Schulden von Lino. Nur mit deren Zustimmung würde Lino sich auf niedrigere Mieten einlassen. Da auf den Immobilien aber hohe Verluste lasten, die dann abgeschrieben werden müssten, will die Deutsche Bank die Mietminderungen nur dann akzeptieren, wenn Lino von A.T.U eine Sonderzahlung von 100 Millionen Euro erhält, schreibt das Handelsblatt.

Diese müssten die Anteilseigner Goldman Sachs, Centerbridge, Babson und Caspian leisten. Da die Investoren bereits viel Geld mit dem Investment verloren haben, sind sie dazu offenbar nicht gewillt. Die Deutsche Bank und A.T.U waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

An den hohen Mietzahlungen hatte sich bereits der ehemalige Eigentümer KKR die Zähne ausgebissen. Wenn keine Einigung gelingt, muss A.T.U am Freitag Insolvenz wegen Überschuldung anmelden. Das wäre das bittere Ende des Überlebenskampfes, der bereits seit vielen Jahren andauert. Bei A.T.U hat man noch Hoffnung: „Die Verhandlungen mit unseren wesentlichen Vermietern befinden sich in der Endphase“, sagte ein Sprecher gegenüber dem Handelsblatt.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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