Die Deutsche Börse steigt bei einem New Yorker Fintech ein und investiert 10 Millionen US-Dollar in die Handelsplattform Trumid.

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11.07.17
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Deutsche Börse steigt bei Fintech für Bondhandel ein

Die Deutsche Börse hat sich in das Fintech Trumid eingekauft. Damit setzt der Börsenbetreiber darauf, dass nach dem Aktienhandel auch das Trading mit Unternehmensanleihen zunehmend digital wird.

Die Deutsche Börse hat eine Beteiligung an dem Fintech Trumid bekanntgeben. 10 Millionen US-Dollar investiert die Börse in eine Minderheitsbeteiligung, die genaue Höhe ihres Anteils gibt sie nicht bekannt. CEO Karsten Kengeter hatte im Mai eine neue Strategie für die Deutsche Börse ausgerufen. Sie soll stärker zu einer digitalen Kapitalmarktplattform werden. Zukunftsweisend sei unter anderem der Handel mit Unternehmensanleihen, sagte der Börsenchef damals.

Die Investition ergänzt eine frühere Finanzierungsrunde, in der das US-Unternehmen bereits 28 Millionen US-Dollar eingesammelt hat. Trumid wurde 2014 in New York gegründet. Zu den bekannteren Investoren des Startups zählen der US-Investor George Soros und der Paypal-Gründer Peter Thiel.

Trumid betreibt in den USA einen elektronischen Marktplatz für Anleihen. Über die Handelsplattform können Marktteilnehmer direkt und anonym miteinander handeln. Die Anbieter solcher Plattformen setzen darauf, dass der Bondmarkt ähnlich wie der Aktienmarkt stärker auf elektronischer Basis ablaufen wird. Durch vereinfachte Prozesse wollen sie den Handel erleichtern.

Deutsche Börse will mit Trumid Produkte für Europa entwickeln

Die Deutsche Börse, die die Beteiligung von ihrem Venture-Capital-Arm DB1 Ventures verwalten lässt, will sich durch den Einstieg bei dem Startup einen Einblick in die Entwicklung des digitalen Bond Trading verschaffen. Gemeinsam sollen Produkte und Dienstleistungen für den europäischen Markt entwickelt werden.

Wie genau die Pläne für die Zusammenarbeit genau aussehen, teilten die beiden Häuser noch nicht mit. Trumid hofft, die eigene Expertise mit der Marke der Deutschen Börse sowie deren Infrastruktur kombinieren zu können.

Neuer Versuch der Deutschen Börse

Trumid hat derzeit rund 350 institutionelle Kunden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Im Juni sollen Anleihen im Wert von 1 Milliarden US-Dollar über die Plattform gehandelt worden sein.

Die Deutsche Börse hatte sich 2014 schon einmal an einem Unternehmen beteiligt, dass eine innovative Handelsplattform für Anleihen entwickelt hatte. Für einen Kaufpreis im einstelligen Millionenbereich stieg die Börse bei dem britischen Fintech Bondcube ein, das allerdings kurze Zeit später einen Antrag auf Liquidierung einreichte.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de