Dumont Mediengruppe

26.02.19
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Dumont prüft offenbar Verkauf aller Regionalmedien

Einem Bericht zufolge könnte Dumont vor der Zerschlagung stehen: Das traditionsreiche Medienhaus soll offenbar einen Verkauf seiner Regionalmedien erwägen. Vor einigen Monaten klangen die Pläne noch ganz anders.

Der Verlagskonzern Dumont soll einen Verkauf seiner Regionalmedien prüfen. Das berichtet das Branchenportal „Horizont“ und beruft sich dabei auf Unterlagen von Goetzpartners. Die Beratung soll demnach damit beauftragt worden sein, unverbindliche Angebote einzuholen. Eine Sprecherin von Dumont teilte gegenüber „Horizont“ mit, dass man sich zu Gerüchten grundsätzlich nicht äußere.

Neben den Regionalmedien, zu denen unter anderem der „Kölner-Stadt-Anzeiger“, der „Kölner Express“, die „Berliner Zeitung“ und die „Hamburger Morgenpost“ zählen, sollen auch Druckereien, zentrale Services sowie Anzeigenblätter betroffen sein.

Weitere Details wie der angestrebte Kaufpreis aus dem möglichen Verkauf sind nicht bekannt. Angeblich soll aus den Unterlagen jedoch hervorgehen, dass potentielle Interessenten nicht nur ein unverbindliches Angebot abgeben, sondern auch Einzelposten bewerten sollen. Somit erscheint es möglich, dass Dumont auch zum Verkauf von einzelnen Titeln bereit sein könnte.

Dumont hat Regionalmedienführung erst umgebaut

Die Zeitungsaktivitäten des Traditionshauses stehen wie die gesamte Branche unter Druck. Dumont hatte gerade erst die Führungsstruktur in den Regionalmedien neu aufgestellt. Darüber berichtete das Branchenportal „Meedia“ im vergangenen November unter Berufung auf ein internes Schreiben von CEO Christoph Bauer an die Belegschaft.

Demnach sollte der Umbau der Führung dazu dienen, die „Strategie voranzutreiben und gleichzeitig in den regionalen Märkten weitere Entwicklungschancen und Möglichkeiten der Diversifikation zu nutzen.“ Die Anpassungen in der Organisation schafften „wichtige Rahmenbedingungen, um das Geschäftsfeld Regionalmedien in hohem Tempo weiterzuentwickeln“, zitierte „Meedia“ den Dumont-Verlagschef Bauer aus dem Schreiben.

Zu der Strategie gehörte demnach, die Zusammenarbeit zwischen den Medienhäusern auszubauen, Akquisitionen voranzutreiben und strategische Allianzen zu schließen. Bereits im Mai hatte der Verlagskonzern eine strategische Partnerschaft mit dem Konkurrenten Madsack angekündigt. Eine gemeinsame Redaktion stellt alle journalistischen Inhalte aus den überregionalen Themenfeldern für beide Mediengruppen. Dumont ist allerdings nur mit 25 Prozent an der gemeinsamen Redaktion beteiligt, Madsack mit 75 Prozent. Der Schritt wurde deshalb in der Öffentlichkeit als Rückzug aus der überregionalen Berichterstattung gewertet.

Dumont bald nur noch in zwei Sparten aktiv?

Bislang ruht das Geschäft von Dumont auf drei Säulen. Mit dem Verkauf der Regionalmedien blieben zwei Geschäftsbereiche übrig, die mit dem klassischen Zeitungsgeschäft wenig zu tun haben: Marketing Technology und Business Information. In beiden Sparten hat Dumont im vergangenen Jahr zugekauft.

Für den Geschäftsbereich Marketing Technology stockte der Konzern seinen Anteil an Censhare, einem Anbieter für Marketing Cloud Services, auf. Dumont teilte Ende Januar mit, dass der Verlag eine Kontrollmehrheit an dem Unternehmen erwirbt. Zu den weiteren Standbeinen der Sparte für Content-Marketing-Softwarelösungen gehören unter anderem die Marken Facelift und Uplift.

Zum Geschäftsbereich Business Information zählt beispielsweise der Bundesanzeiger oder das juristische Fachmedium Reguvis. Auch hier baute Dumont zuletzt seine Aktivitäten aus. Im Juli gab der Konzern die Übernahme des DTAD Deutschen Auftragsdiensts, ein Informationsdienst für öffentliche und gewerbliche Auftragsinformationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, bekannt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de