A.T.U

10.10.13
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KKR forciert Verkauf von A.T.U

Der PE-Investor KKR will einen Schlussstrich unter sein Engagement bei der Werkstattkette A.T.U ziehen und hat die Investmentbank Lazard beauftragt, einen Käufer zu finden. Angesichts der desolaten Lage und der enorm starken Verhandlungsposition der A.T.U-Gläubiger dürfte das schwierig werden.

Der PE-Investor KKR startet offenbar einen erneuten Versuch, sein defizitäres Portfoliounternehmen A.T.U loszuwerden. Presseberichten zufolge habe KKR die Investmentbank Lazard angeheuert, um einen Käufer für die Werkstattkette zu finden. Ein erster Versuch im vergangenen Jahr war im Sande verlaufen.

Die Chancen schwinden mit den aktuellen Rückschlägen im operativen Geschäft immer weiter, denn ein Übernahmeangebot müsste besser sein als die Offerte der Gläubiger von A.T.U. um den Hedgefonds Centerbridge, die im Rahmen eines Debt-to-Equity-Swaps das Weidener Unternehmen übernehmen wollen. „Strategische Investoren wollen sich nicht mit der Restrukturierung der Schulden herumschlagen“, meint ein Hedgefondsmanager gegenüber FINANCE. Dies versetzt die Hedgefonds in eine enorm starke Verhandlungsposition.

Centerbridge dominiert die Gläubigerseite von A.T.U

Größter Anleihegläubiger von A.T.U ist der Distressed-Investor Centerbridge, der angeblich den Löwenanteil des knapp 600 Millionen Euro schweren Nominalwerts hält. Käme er zum Zug, müsste KKR sein Engagement zum größten Teil abschreiben, denn der Wert des Eigenkapitals dürfte sich bei einem Debt-Equity-Swap nahe Null bewegen.

„Ich glaube, KKR wird versuchen, möglichst ohne Imageschaden aus der Geschichte herauszukommen“, vermutet ein Investor. Zu einem abermaligen Eigenkapitalnachschuss scheinen die Amerikaner nicht bereit zu sein. Das war 2008 noch anders, als KKR in einer ähnlichen Lage wie jetzt A.T.U. mit 140 Millionen Euro unter die Arme griff. Um ähnliche Größenordnungen, so schätzen Insider, ginge es auch dieses Mal.

A.T.U bleibt das Sorgenkind im Portfolio von KKR

A.T.U ist seit geraumer Zeit das Sorgenkind im Portfolio des PE-Investors KKR, der das Unternehmen 2004 für 1,45 Milliarden Euro von Doughty Hanson übernommen hatte. Lazard ist nicht die einzige Investmentbank, mit deren Hilfe KKR versucht, das Engagement bei A.T.U zu einem noch einigermaßen versöhnlichen Ende zu bringen. Vor kurzem hatte KKR Goldman Sachs und Houlihan Lokey mit einem Sanierungsplan für A.T.U beauftragt.

Die Zeit sitzt dem Investor im Nacken: Im Mai 2014 werden zwei Anleihen über 450 Millionen Euro fällig, im Oktober muss ein weiterer Bond über 150 Millionen Euro refinanziert werden. Die vorrangigen Anleihen notieren aktuell etwa bei 80 bzw. 90 Prozent des Nennwerts, der Kurs der Nachranganleihe rangiert nur noch bei 25 Prozent.

Hedgefondsvertreter rechnen angesichts der erdrückenden Schuldenlast – A.T.U ist inzwischen mit dem elffachen EBITDA geleveragt – noch für dieses Jahr mit einem größeren Finanzierungsschritt bei der Werkstattkette, denn Ende November/Anfang Dezember stehen Kuponzahlungen über insgesamt 25 Millionen Euro an. Die Schwierigkeiten im operativen Geschäft machen die Bedienung unsicher.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de