M&A-Berater sehen sich zurzeit mit M&A-Deals gut ausgelastet.

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25.02.15
Deals

M&A-Berater: Smallcap-Häuser holen auf

Am M&A-Beratermarkt verschieben sich die Akzente: Offenbar haben die großen Häuser einige Transaktionen aus ihrer Pipeline über den Winter abgearbeitet, M&A-Berater mit Smallcap-Fokus holen auf. Beide Gruppen sind gut ausgelastet – und das dürfte erst einmal auch so bleiben.

 

Die M&A-Berater erwarten, dass sie auch in den kommenden Monaten gut zu tun haben werden. Dies zeigt der M&A-Prognoseindikator im Rahmen des FINANCE M&A Panels, für den FINANCE und die Kanzlei CMS Hasche Sigle Investmentbanker und M&A-Berater regelmäßig anonym zu ihrer aktuellen und künftigen Auslastung befragen.

Ihre derzeitige Auslastung bewerten die M&A-Berater weiterhin als sehr ordentlich. Auf einer Skala von -5 bis +5, wobei der Wert 0 einem durchschnittlichen Projektaufkommen entspricht, liegt der Indikator für die aktuelle Auslastung (M&A-Deals mit Signing in den vergangenen oder in den kommenden zwei Monaten) bei 1,37 und damit noch höher als im Herbst 2014 (Wert 1,16). Als Prognose hatte die Branche im Oktober für die folgenden Monate allerdings sogar eine Auslastung von 1,68 abgegeben und sich damit noch mehr Dealflow erhofft, als tatsächlich gekommen ist.

M&A-Berater im Smallcap-Segment holen auf

Interessant ist, dass sich innerhalb der M&A-Beraterbranche die Gewichte gerade etwas verschieben: Die M&A-Berater mit Smallcap-Fokus liegen bei der Auslastung zwar immer noch hinter ihren Mid-/Largecap-Kollegen zurück, haben ihren deutlichen Rückstand aus dem Herbst  aber verringert. Die kleineren Beratungshäuser berichten aktuell über einen Auslastungsgrad von 1,00, ihre Mid/Largecap-Kollegen liegen bei 1,92.

Nach wie vor positiv blicken die M&A-Berater auf ihr Geschäft in den kommenden Monaten, die Projektpipelines sollen überdurchschnittlich gut gefüllt bleiben. Auf Basis bereits erteilter fester Mandate mit Deal-Signing in den kommenden drei bis acht Monaten erwarten die Beratungshäuser ein Projektaufkommen über die Sommermonate von insgesamt 1,72 (vorherige Umfrage: 1,68).

Dabei gehen die M&A-Berater mit Fokus auf Transaktionen im Smallcap-Segment weiterhin von einer geringeren Auslastung aus als der Gesamtdurchschnitt. Sie vergeben für die erwartete Auslastung den Wert 1,42, ihre Kollegen aus dem Mid-/Largecap-Segment hingegen vergeben einen Wert von 2,17. Gut möglich, dass sich bei der Teamauslastung die Schere zwischen den großen und den kleinen Häusern dann wieder öffnet – und dass dem deutschen M&A-Markt in der kommenden Zeit eine Reihe weiterer großer M&A-Deals ins Haus steht.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de


INFO

Die vollständigen Ergebnisse des FINANCE M&A Panels stehen im Bereich FINANCE Research kostenlos zum Download zur Verfügung.