Hapag Lloyd und die chilenische Reederei CSAV haben ihre Fusion besiegelt.

Hapag Lloyd

17.04.14
Deals

M&A-Deal perfekt: Hapag Lloyd und CSAV gehen zusammen

Nun ist es amtlich: Die Reedereien Hapag Lloyd und CSAV schließen sich zusammen. Gemeinsam erstarken sie zur viertgrößten Reederei der Welt – und hoffen, zusammen im harten Preiskampf der Branche bestehen zu können.

Hapag-Lloyd und die chilenische Reederei CSAV haben ihren Zusammenschluss unter Dach und Fach gebracht. Wie die Unternehmen mitteilten, haben sie durch ein so genanntes Business Combination Agreement ihre Fusion besiegelt. CSAV bringt im Zuge einer Sachkapitalerhöhung sein Containergeschäft vollständig in Hapag-Lloyd ein und wird danach zunächst mit 30 Prozent an Hapag beteiligt. Nach dem Closing sollen die Chilenen zudem die Möglichkeit bekommen, ihren Anteil weiter aufzustocken: Zunächst plant das Unternehmen eine Erhöhung um 370 Millionen Euro, bei der CSAV Aktien im Wert von 259 Millionen Euro zeichnen soll, eine weitere Kapitalerhöhung in gleicher Höhe soll später mit dem geplanten Börsengang vollzogen werden.

Geben die Wettbewerbsbehörden grünes Licht für den M&A-Deal, wird der fusionierte Konzern zur neuen Nummer vier im von Überkapazitäten geprägten globalen Reedereimarkt – gemeinsam verfügen die Unternehmen über 200 Schiffe und setzen etwa 9 Milliarden Euro jährlich um.

Erfolg nach gescheiterten Gesprächen mit Hamburg Süd

Hapag, die bislang fünftgrößte Reederei, hatte seit geraumer Zeit nach einem Fusionspartner gesucht, um sich im ruinösen Preiskampf um Frachtraten gegen die Weltmarktführer Maersk, MSC und CMA CGM zu behaupten. Im vergangenen Jahr waren die Gespräche über einen Zusammenschluss mit der Oetker-Tochter Hamburg Süd nach zähen Verhandlungen gescheitert – damals sah man Hapag-Großaktionär Kühne als zentralen Verhinderer.

Inzwischen ist deutlich, dass der Deal an Widerständen aus dem Oetker-Gesellschafterkreis gescheitert ist. „Wir hätten es lieber gesehen, wenn die Fusion mit uns und nicht mit CSAV stattfinden würde", sagte Hamburg-Süd-Chef Ottmar Gast unlängst bei der Vorlage der Jahreszahlen. Dennoch hofft Hamburg Süd weiter, Teil eines Dreiergefüges werden zu können.

Im März dieses Jahres konnte Hapag dann einen ersten offiziellen Erfolg bei den neuen Fusionsplänen mit CSAV vermelden, nachdem 84,5 Prozent der CSAV-Aktionäre dem Vorhaben zugestimmt hatten.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de