Bayer straft nach dem milliardenschweren Monsanto-Deal sein Portfolio und plant den Verkauf mehrerer Geschäftsteile.

Bayer AG

07.12.18
Deals

M&A-Deals: Bayer, TLG, FMC

Bayer will vier seiner Unternehmensteile verkaufen, DIC Asset trennt sich von einem Großteil seiner TLG-Aktien und Fresenius Medical Care kauft mehrfach in China zu. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Bayer plant Verkauf von vier Unternehmensteilen

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer gibt nach der Monsanto-Übernahme Pläne für die Neuordnung seines Portfolios bekannt: Sowohl die beiden vom US-Konzern Merck & Co übernommenen Marken „Coppertone“ und „Dr. Scholl’s“ als auch die gesamte Geschäftseinheit der Tiermedizin sowie der 60-prozentige Anteil am Chemieparkbetreiber Currenta sollen verkauft werden. Die geplanten M&A-Deals sollen rund 10 Milliarden Euro in die Kassen von Bayer spülen. Alleine 6 bis 7 Milliarden Euro könnten dabei durch den Verkauf des Geschäfts mit Tierarzneien erlöst werden.

DIC Asset verkauft Großteil seiner TLG-Anteile

Die Immobilienfirma DIC Asset will ihren 14-Prozent-Anteil, den sie an TLG Immobilien hält, verkaufen. Wie DIC Asset mitteilte, soll dem Unternehmen durch den Verkauf des Aktienpakets 376 Millionen Euro zufließen. 6 Prozent der Anteile gehen demnach an die Ouram Holding und 8 Prozent an die Bedrock Unternehmensgruppe. Die Transaktion soll eigenen Angaben zufolge bis spätestens zum Beginn des zweiten Quartals 2019 abgeschlossen sein. Im Anschluss sei DIC nur noch mit einem geringen Anteil beteiligt, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Konzernsprecherin berichtete.

Fresenius Medical Care kauft mehrfach in China zu

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) ist gleich mehrfach auf dem M&A-Markt aktiv geworden. Wie das Bad Homburger Unternehmen mitteilte, seien mehrere Krankenhausbetreiber auf dem chinesischen Markt übernommen worden. So habe FMC 70 Prozent an Guangzhou KangNiDaiSi Medical Investment und jeweils 55 Prozent an den beiden Klinikbetreibern Henan Aishen Hospital Management und Aishen Beijing Hospital Management übernommen. Zu den Kaufpreisen machte FMC keine Angaben, jedoch soll es sich bei den Übernahmen um „wichtige strategische Schritte“ handeln, wie FMC-Chef Rice Powell am Mittwoch mitteilte.

Weitere Meldungen

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF und der Finanzinvestor CVC könnten vor der Fusion ihrer Bauchemiegeschäfte stehen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Demnach sollen die Bauchemiesparte von BASF und die französische CVC-Portfoliogesellschaft Parex in einem Joint Venture zusammengeführt werden. Der Wert eines möglichen Gemeinschaftsunternehmens wird von Bloomberg auf 6 Milliarden Euro geschätzt. BASF wollte die M&A-Gerüchte auf eine Anfrage von FINANCE hin nicht kommentieren. Die BASF-Bauchemiesparte erzielte laut eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2017 mit etwa 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Eigenen Angaben zufolge verzeichnete Parex mit 4.400 Mitarbeitern 2017 einen Umsatz von 1 Milliarde Euro.

Der Private-Equity-Investor FSN Capital kauft Rameder, einen deutschen Online-Händler für Autozubehör. Für den skandinavischen Finanzinvestor ist es der erste M&A-Deal in Deutschland. Details zum Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht. FINANCE-Informationen zufolge ist Rameder bei der Übernahme mit 115 Millionen Euro bewertet worden.

Der Autohersteller Daimler will offenbar die Kontrolle über das Gemeinschaftsunternehmen Beijing Benz Automotive (BBAC) übernehmen. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervor. Daimler betreibt das Joint Venture aktuell mit dem chinesischen Staatskonzern Beijing Automotive Industry (BAIC). Dem Bericht zufolge will Daimler seinen bisherigen Anteil von 49 Prozent auf 65 Prozent ausweiten. Damit wären die Stuttgarter der nächste große deutsche Autobauer, der die Mehrheit an einem chinesischen Joint Venture übernehmen würde. Vor wenigen Wochen hatte der Konkurrent BMW bereits die Mehrheit an seinem Joint Venture in Fernost übernommen.

Der deutsche Versicherer Allianz hat der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge offenbar Interesse an Teilen des dänischen Energiekonzerns Orsted. Demnach stehen Stromnetze und die Versorgung von Wohngebäuden zum Verkauf, die gemeinsam mit knapp 4 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) bewertet werden. Neben Allianz sollen auch der kanadische Vermögensverwalter Brookfield und der kanadische Pensionsfonds Omers an einer Übernahme der Orsted-Teile interessiert sein. Der früher als Danish Oil & Natural Gas bekannte Orsted-Konzern gehört zur Hälfte dem dänischen Staat.

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen steigt bei dem Entwicklungsdienstleister ASAP Holding ein. Wie das Unternehmen mitteilte, habe ZF 35 Prozent der Anteile übernommen. Eigenen Angaben zufolge beschäftigt ASAP rund 1.100 Mitarbeiter an elf Standorten. Wie viel ZF für die Beteiligung bezahlt hat, ist nicht bekannt. ASAP wurde bei der Transaktion von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz beraten.

Der Ingenieurdienstleister und Anlagenbauer Vescon Automation Group übernimmt die Schiller-Gruppe, einen Anbieter von Automatisierungslösungen für die Automobil- und Halbleiterindustrie. Bei Vescon handelt es sich um eine Portfoliogesellschaft des Private-Equity-Investors Quadriga Capital. Eigenen Angaben zufolge erhöht Vescon durch den Kauf seine Mitarbeiterzahl von 500 auf über 700 Mitarbeiter. Zudem steigt dem Unternehmen zufolge der jährliche Umsatz der Gruppe von 70 auf 100 Millionen Euro. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Schiller-Gruppe wurde beim Verkauf von der M&A-Beratung IMAP (Federführung: Karl Fesenmeyer, Bastian Mauritz und Carl-Benedict Schmucker) beraten. Quadriga wurde von der Kanzlei Latham & Watkins (Federführung: Leif U. Schrader) unterstützt.

Der Start-up-Spieleentwickler Wooga wurde an den chinesisch-israelischen Spielehersteller Playtika verkauft. Ein offizieller Kaufpreis wurde nicht genannt, jedoch zahlte Playtika laut der Technologie-Webseite „Venturebeats“ mehr als 100 Millionen Dollar (88 Millionen Euro) für den Berliner Spieleentwickler. Playtika wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Latham & Watkins beraten.

Die Industrieholding Operando Partners übernimmt gemeinsam mit zwei deutschen mittelständischen Familienunternehmern den insolventen Leichtbauspezialisten UBC aus Baden-Württemberg. Ab Februar 2019 soll mit der Auffanggesellschaft UBC Composites der operative Geschäftsbetrieb übernommen werden. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz hat Operando Partners bei dem Erwerb von UBC beraten.

Der niederländische Immobilienverwalter MVGM Vastgoedmanagement kauft den Bochumer Immobilienverwalter PropertyFirst, eine Tochtergesellschaft der RGM Holding. Der Verkauf soll zum 1. Januar 2019 abgeschlossen sein, wie die Unternehmen mitteilten. Sowohl MVGM als auch PropertyFirst betreuen rund 3 Millionen Quadratmeter Geschäftsfläche. Das MVGM mit Sitz in Rijswijk beschäftigt etwa 900 Mitarbeiter an über 20 Standorten. Bei dem Verkauf wurde die RGM Holding von Oppenhoff & Partner beraten.

Der Private-Equity-Investor Gilde Buy Out Partners übernimmt zum 1. Januar 2019 Gundlach Automotive, einen Reifengroßhändler. Die Transaktion muss noch von den Behörden freigegeben werden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Gilde Buy Out wird bei der Transaktion von der Kanzlei Sidley Austin (Federführung: Christian Zuleger) beraten.

Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Lafayette übernimmt den kriselnden Freizeitartikelherstellers Kettler. Wie das Unternehmen mitteilte, übernheme der neue Investor übernimmt die Vermögenswerte des Familienunternehmens im Zuge eines Asset Deals. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Kettler ist bereits seit Oktober 2017 auf der Suche nach neuen Geldgebern und musste im Juli 2018 erneut Insolvenz anmelden.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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