M&A-Deals: Bosch, DBAG, Deag

Bosch

05.05.17
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M&A-Deals: Bosch, DBAG, Deag

Bosch verkauft seine Anlassersparte, die DBAG gibt ihre Mehrheit an dem Maschinenbauer Romaco ab und die Deag will ihre Position in Großbritannien mit einem Zukauf stärken. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Bosch verkauft Anlassersparte an chinesisches Konsortium

Der Automobilzulieferer Bosch verkauft seine Anlassersparte Robert Bosch Starter Motors Generators an ein chinesisches Konsortium, bestehend aus dem Zulieferer Zhengzhou Coal Mining Machinery Group (ZMJ) und dem Finanzinvestor China Renaissance Capital Investment (CRCI). Die Beteiligten haben bereits einen Kaufvertrag unterschrieben, allerdings müssen sowohl die Behörden als auch die Mitarbeiter an den deutschen Standorten der Transaktion noch zustimmen. Insgesamt sind 7.000 Mitarbeiter an 16 Standorten in 14 Ländern betroffen.

ZMJ ist bisher über verschiedenen Beteiligungsgesellschaften im Bereich Automobilzulieferung tätig, beispielsweise bei der Herstellung von Motorkomponenten für Nutz- und Personenkraftfahrzeuge. Hengeler Mueller (Federführung: Bernd Wirbel, Thomas Meurer) berät Bosch bei der Transaktion.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

Private Equity fließt immer mehr Geld zu. Die Folge: Die Konkurrenz um Zukaufsziele wird schärfer. Das treibt Kaufpreise und Leverage-Grade in die Höhe und macht es den Private-Equity-Häusern damit immer schwerer, den Wert ihrer Beteiligungen über die Haltedauer hinweg zu steigern. Wie die Branche damit umgeht, diskutieren namhafte Fondsmanager auf der Deutschen Investorenkonferenz am 13. November in Frankfurt. Hier geht es zu Programm und Anmeldung »

Ankündigung zur 14. Deutschen Investorenkonferenz

DBAG verkauft Romaco-Mehrheit an Truking-Gruppe

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat drei Viertel der Anteile am Maschinenbauer Romaco an die Truking-Gruppe, einen Produzenten von Maschinen und Anlagen für die Chemie- und Pharmaindustrie, veräußert. Mit der Transaktion will Romaco den asiatischen Markt erobern. Die restlichen Anteile will die DBAG in den kommenden drei Jahren abgeben.

Der Private-Equity-Investor hatte den Mittelständler 2011 im Rahmen eines Management-Buy-Outs erworben. In den vergangenen Jahren konnte der Umsatz von 80 Millionen Euro unter anderem durch Zukäufe auf 134 Millionen Euro gesteigert werden. Nach eigenen Angaben hat die DBAG ihr ursprüngliches Eigenkapitalinvestment von rund 40 Millionen Euro mehr als verdoppelt, dabei sind die restlichen Anteile miteingerechnet. Daher könnte Romaco inklusive Nettoschulden mit einem Betrag zwischen 125 und 175 Millionen Euro bewertet worden sein.

Deag vor Zukauf in Großbritannien

Der Konzertveranstalter Deag plant Anteile an einem britischen Veranstalter zu erwerben. Der Vollzug wird in den kommenden Wochen erwartet, da sich die Deag bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen befinde. Durch die Mehrheitsbeteiligung will der Entertainment-Konzern sein jährlich in Großbritannien zur Vermarktung bereitstehendes Ticketvolumen um rund 400.000 Eintrittskarten auf insgesamt mehr als 2 Millionen Tickets erhöhen.

Nach eigenen Angaben ist Großbritannien für die Berliner der zweite Kernmarkt neben Deutschland. Bisher ist das Unternehmen dort mit den Veranstaltern Kilimanjaro Live und Raymond Gubbay vertreten. In diesem Geschäftsjahr will die Deag aus allen Ticketing-Aktivitäten einen Gewinn im siebenstelligen Bereich erzielen.

Frosta kauft italienische Marken von Nestlé

Der Tiefkühlkost-Hersteller Frosta mit Hauptsitz in Bremerhaven expandiert in Italien und übernimmt die Rechte für drei italienische Tiefkühlmarken von Nestlé Italiana. Es handelt sich dabei um „La Valle Degli Orti“, „Mare Fresco“ und „Surgela“. Die Übertragung findet zum 1. Juni 2017 statt.

Der Kauf beinhaltet auch eine mehrjährige Lizenzvereinbarung für diverse tiefgekühlte Gerichte der Marke „Buitoni“ in Italien. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Frosta setzte 2016 mit insgesamt 1.665 Mitarbeitern rund 466 Millionen Euro um.

HNA steigt zum größten Aktionär der Deutschen Bank auf

Der chinesische Mischkonzern HNA hat seine Beteiligung an der Deutschen Bank auf rund 9,9 Prozent erweitert. Damit ist HNA der größte Aktionär des Bankhauses und hält ein Paket im Wert von rund 3,4 Milliarden Euro.

Die Chinesen hatten sich im Februar diesen Jahres zunächst mit 3,04 Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Schon damals wurde eine Aufstockung nicht ausgeschlossen, jedoch eine Obergrenze von 10 Prozent gesetzt. Ende März stockte HNA seine Beteiligung um 1,72 Prozent auf 4,76 Prozent auf.

M&A-Personalien

Dietmar Flügel ist neuer Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. Er kommt vom Konkurrenten Baker Tilly und soll bei BDO das M&A-Beratungsgeschäft ausbauen. Außerdem leitet Flügel zusammen mit Parwäz Rafiqpoor und Hartmut Paulus das Segment Corporate Finance in Deutschland, dabei hat er die Position des Co-Leiters inne.

Weitere M&A-Deals

Die Medienkonzerne ProsiebenSat.1 Media und Discovery wollen mit der Gründung eines paritätischen Joint Ventures das mobile Fernsehen in Deutschland durch eine gemeinsame Sender-Plattform voranbringen. Im Detail wird ProsiebenSat.1 sein mobiles Angebot 7TV, das das gesamt Free-TV-Programm des Senders umfasst, in die Partnerschaft einbringen, während Discovery zunächst die Sender DMAX und TLC beisteuern wird. Später soll zudem die Eurosport Player App von Discovery hinzugefügt werden.

Der Medienkonzern Sky Deutschland hat die Schweizer OTT-Plattform Homedia erworben. Das Unternehmen firmiert unter der Marke Hollystar und ist ein Anbieter von verschiedenen Streaming-Diensten. Nach Angaben von Sky zählt Hollystar über 10.000 Film- und Serientitel zu seinem Angebot. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

Der Technologiekonzern Siemens will Hacon, einen Spezialisten für Fahrplansoftware, übernehmen. Die Transaktion soll in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Die Fahrplansoftware von Hacon wird nach eigenen Angaben in mehr als 25 Ländern und in mehr als 100 Verkehrsunternehmen genutzt.

Hammer Metals, eine Beteiligung des Bergbauunternehmens Deutsche Rohstoff, will mit Global Energy Metals Corporation (GEMC) ein Joint Venture für das Kobaltprojekt Millennium eingehen. GEMC ist auf die Akquise und Entwicklung von Kobalt- und anderer Batteriemetallprojekte spezialisiert. Innerhalb der kommenden drei Jahre kann das kanadische Unternehmen drei Viertel der Anteile an Millennium erwerben, wenn es im Gegenzug 2,7 Millionen Kanadische Dollar in das Projekt investiert.

Der Flughafenbetreiber Fraport könnte sich weitere Zukäufe im Ausland vorstellen. Wie Finanzvorstand Matthias Zieschang der „Börsen-Zeitung“ erklärte, sei noch finanzieller Spielraum vorhanden. Zuletzt waren die Schulden unter anderem durch die Übernahmen von zwei brasilianischen und 14 griechischen Flughäfen angestiegen. Interessiert sei Fraport unter anderem an dem Flughafen in Sofia, wie dem Bericht der „Börsen-Zeitung“ weiter zu entnehmen ist.

Der Schweizer Logistikkonzern Panalpina erwirbt das kenianische Familienunternehmen Air Connection, das auf den Export von Blumen und Gemüse von Kenia in verschiedenen Ländern spezialisiert ist. Durch die Transaktion erhofft sich Panalpina eine verbesserte Marktposition in Kenia. Nach eigenen Angaben wird das fusionierte Unternehmen in der Luftfracht pro Jahr rund 70.000 Tonnen Frischware transportieren und in Nairobi 350 Mitarbeiter beschäftigen.

Der Energiedienstleister Getec Wärme & Effizienz hat die Konkurrenten Urbana Energiedienste und Urbana Energieeinkauf übernommen. Urbana ist als Energiedienstleister auf die Immobilienwirtschaft spezialisiert und steuert unter anderem die Versorgung von 100.000 Wohnungen. Der Umsatz beläuft sich nach eigenen Angaben auf knapp 65 Millionen Euro.

Kathrein, ein Spezialist für Kommunikationstechnik, verkauft mit Wirkung zum 1. Juni seine Breitband-Aktivitäten an den Optik-Spezialisten BKtel. Im Detail handelt es sich um die Produkte aus dem Geschäftsfeld Gigabit Networks und die CATV-Kopfstellen. BKtel wird die Geschäfte am Standort Rosenheim weiterführen. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit zehn Jahren zusammen und vereinbarten neben der Transaktion eine strategische Partnerschaft unter anderem im Vertrieb.

Der IT-Dienstleister SNP hat die BCC-Gruppe, ein polnisches SAP-Beratungs- und IT-Unternehmen, komplett übernommen. BCC hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz im unteren zweistelligen Millionen-Bereich erzielt. Mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten für die Unternehmensgruppe, sie zählt laut SNP zu den größten SAP-Partnern in Mittel- und Osteuropa. Der Deal wird über bestehende liquide Mittel finanziert. Damit durchbricht die SNP-Gruppe die Schwelle von 1.000 Beschäftigten.

Die Beteiligungsgesellschaft HIG Capital übernimmt einen Mehrheitsanteil an dem IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen Conet Technologies. HIG will Conet beim Ausbau seines Marktanteils bei IT-Beratung und -Services unterstützen.

Der Versicherer Allianz übernimmt mit zwei Konsortiumspartnern den britischen Wasserversorger Affinity Water. Der Investment-Manager der Allianz-Gruppe, Allianz Capital Partners sowie die Beteiligungsgesellschaft HICL erwerben jeweils 36,6 Prozent am Unternehmen, während der niederländische Infrastrukturfonds DIF 26,9 Prozent der Anteile übernimmt. Dabei stammen 90 Prozent der Anteile an Affinity Water vom Infrastrukturinvestor Infracapital und von Morgan Stanley Infrastructure. Die restlichen 10 Prozent erwirbt das Konsortium von Veolia Water UK Limited, ein Anbieter von Umweltlösungen. Der Kaufpreis beträgt 687 Millionen Pfund. Der Abschluss der Transaktion wird Ende Mai erwartet.

Die chinesische Unternehmensgruppe HNA, die vor wenigen Tagen zum größten Aktionär bei der Deutschen Bank wurde, wird Mehrheitsaktionär bei  der Wiener Fondsgesellschaft C-Quadrat Investment. Die von den Kernaktionären erworbenen Aktien soll die HNA Group in die Londoner Gesellschaft Cubic einbringen, auf die auch die verbleibenden Aktien der Kernaktionäre übergehen. HNA wird nach eine Beteiligung von rund 74,8 Prozent an Cubic halten, welche wiederum eine Beteiligung von mehr als 98 Prozent an C-Quadrat halten wird.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.