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M&A-Deals: Daimler Truck, Merck, LBBW

Ein europäisches Lkw-Joint-Venture will Power auf die Autobahn bringen. Daimler Truck, Traton und Volvo investieren dazu gemeinsam in ein Ladenetz. Foto: Christian Schwier - stock.adobe.com
Ein europäisches Lkw-Joint-Venture will Power auf die Autobahn bringen. Daimler Truck, Traton und Volvo investieren dazu gemeinsam in ein Ladenetz. Foto: Christian Schwier - stock.adobe.com

Traton, Daimler Truck und Volvo schmieden Ladenetz-Joint-Venture

Mit ihrer frisch geschlossenen Allianz wollen sie Hochleistung erbringen, und zwar im wahrsten Sinne: Die Lkw-Bauer Traton, Daimler Truck und Volvo bündeln ihre Kräfte in einem Joint Venture, um den Aufbau eines öffentlichen Hochleistungs-Ladenetzes für elektrische Fernverkehrs-Lkw und Reisebusse in Europa voranzutreiben. Um ihr Ziel von mindestens 1.700 mit Ökostrom betriebenen Ladesäulen bis 2027 zu erreichen, haben sich die Autobauer zu Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro verpflichtet. Der Startschuss für das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Amsterdam soll, sofern es grünes Licht von Behördenseite gibt, schon 2022 sein. Wichtig: Es wird eine Allianz auf Augenhöhe, bei dem alle drei Unternehmen zu gleichen Teilen am Joint Venture beteiligt sind.

Das Trio sieht seinen Vorstoß als Pionierarbeit und Vorbildprojekt für andere in der Branche, denn gerade beim schweren Fernverkehr brauche es einen raschen Ausbau öffentlich zugänglicher Ladepunkte, betont Traton-Chef Matthias Gründler. Daher soll das Ladenetz Flottenbetreibern in Europa markenunabhängig zur Verfügung stehen.

Beraten lässt sich Traton von DLA Piper (Federführung: Gerald Schumann und Hanna Lütkens). Daimler Truck zieht das eigene Inhouse Legal Team zu Rate (Federführung Florian Hofer) sowie ein internationales CMS-Team (Federführung: Maximilian Grub).

Pharmakonzern Merck kauft Schweizer Biotech

Gesagt, getan: Merck-CEO Belén Garijo hat kurz nach Amtsantritt klargemacht, dass die Darmstädter eine ordentliche Firepower für Zukäufe haben und diese auch nutzen werden. Die erste Akquisition nach der Ankündigung der Investitionsoffensive ist nun das Schweizer Biotech Chord Therapeutics. Damit stärkt Merck sein Geschäft mit Arzneien gegen seltene entzündliche Nervenerkrankungen. Anfang 2022 soll der Deal abgeschlossen werden.

Für das Dax-Schwergewicht ist die Akquisition strategisch wertvoll, denn Merck erwirbt im Zuge der Übernahme auch die globalen Entwicklungsrechte an Cladribin für zwei Krankheitsbilder, die Merck nun weiterentwickeln will (Muskelkrankheit an Augen, Gliedmaßen und Atemwegen und Autoimmunerkrankung). Cladribin vertreiben die Darmstädter auch schon als Mavenclad, eines ihrer Wachstumstreiber-Arzneien gegen Multiple Sklerose.

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Was geht am M&A-Markt, Merck? (FINANCE+)

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LBBW in letzten Zügen bei Berlin Hyp-Übernahme

Trocken ist die Tinte noch nicht, aber im Bietgefecht um die Berlin Hyp scheint die LBBW den Zuschlag für den Immobilienfinanzierer der Landesbank Berlin zu bekommen. Die LBBW bestätigt, in finalen Verhandlungen über den Kauf zu stecken.

Seit Monaten buhlen LBBW sowie die Helaba und das Sparkassen-Fondshaus Deka um eine Übernahme der Berlin Hyp. Geschätzt wird, dass der M&A-Deal die Milliarden Euro-Marke knacken könnte.

Commerzbank verkauft ungarische Tochter an Erste Group

Die Commerzbank trennt sich von ihrer ungarischen Tochter. Den Zuschlag bekommt die österreichische Erste Group, die dadurch ihr Firmenkundengeschäft stärken will. Der Verkauf ist laut dem Bankhaus ein logischer Schritt in der von Commerzbank-Chef Manfred Knof ausgerufenen „Strategie 2024“.

Schon im Februar hatte das Frankfurter Bankhaus angekündigt, seine Auslandsstandorte auf den Prüfstand stellen zu wollen. Aus 15 Standorte will sich die Bank in den kommenden zwei Jahren zurückgezogen haben. Den Fokus wolle die Commerzbank auf internationale Geschäfte mit Deutschlandbezug richten, brauche dafür aber weniger Standorte, hatte Knof erklärt.

Closing für den M&A-Deal visieren die beiden Banken für das zweite Halbjahr 2022 an. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Weitere M&A-Deals

Der Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf will im Premium-Hautpflegesegment wachsen und kauft dazu die US-Firma Chantecaille Beaute. Über den Kaufpreis schweig die Nivea-Mutter, der Unternehmenswert des neuen Familienmitgliedes soll zwischen 590 Millionen und 690 Millionen US-Dollar liegen. Chantecaille wird nach der Akquisition, die noch im ersten Quartal 2022 abgeschlossen werden soll, neben der Premium-Power-Brand des Konzerns, La Prairie, separat weitergeführt.

Der Immobilienkozern TAG Immobilien stärkt seine Position in Polen. Durch die Übernahme des dort größten Wohnungsentwicklers Robyg für 550 Millionen Euro wächst das Wohnungsportfolio von TAG Immobilien um 23.000 Einheiten, die aktuell noch nicht verkauft sind. Finanziert werden der Kaufpreis sowie mögliche Schuldenrückzahlungen von Robyg und weiteres Working Capital für die Investitionen von Robyg über eine Brückenfinanzierung von bis zu 750 Millionen Euro. Langfristig will der Mdax-Konzern circa 12.000 Einheiten in seinem Mietportfolio behalten, der Rest soll verkauft werden. 

Im Bankensektor gibt es noch mehr Deals,: So verkauft etwa die französische Großbank BNP Paribas ihre US-Tochter an die kanadische BMO Financial Group für 16,3 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 14,4 Milliarden Euro). Damit zieht sich BNP aus dem amerikanischen Großkundengeschäft zurück, um in Europa wachsen zu können. Neben Investitionen in Technologien und innovative Geschäftsmodelle stehen auch Zukäufe auf der Agenda von BNP-Paribas-Chef Jean-Laurent Bonnafe, teilte die Bank mit. Als Finanzberater des Milliarden-Deals hat BNP Paribas JP Morgan und Goldman Sachs beauftragt. Sullivan & Cromwell fungiert als Rechtsberater.

Pharmariese geht auf Einkaufstour: Die Schweizer Novartis kauft sich mit der Übernahme der britischen Gyroscope Therapeutics weitere Expertise im Bereich Netzhauterkrankungen, Gentherapie sowie Optogenetik in der Ophthalmologie ein. Bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen die Schweizer für das UK-Unternehmen. 800 Millionen US-Dollar fließen direkt und weitere 700 Millionen US-Dollar wurden als erfolgsabhängig Meilensteinzahlungen vereinbart. Schon mit früheren Akquisitionen in diesem Jahr, wie etwa die Übernahme von Vedere Bio und Arctos Medical, hat Novartis diesen Bereich gestärkt.

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Um den Verkauf der Immofinanz ist nun offiziell der Bieterkampf eingeläutet. Der österreichische Immobilienkonzern S Immo hat ein freiwilliges Teilangebot für rund 10 Prozent des Grundkapitals der Immofinanz zu je 23 Euro je Aktie unterbreitet, was eine Prämie von 7,7 Prozent zum Schlusskurs vom 3. Dezember darstellt. Damit reagiert S Immo auf die Offerte von Rivale CPI Property Group, die Anfang Dezember 21,20 Euro je Aktie geboten hatten. Die Konstellation ist kompliziert: Sowohl S Immo als auch CPI sind bereits mit 14,2 Prozent an der Immofinanz beteiligt, respektive 32 Prozent. Der jeweils andere entschiedet also als Aktionär also auch über die Annahme des Angebot des Rivalen. S Immo-CEO Bruno Ettenauer hat dies für die Offerte des Konkurrenten CPI angesichts des laut Ettenauer zu niedrigen Preises bereits abgelehnt. Nicht ausdrücklich ausgeschlossen hat Ettenbau indes eine Fusion von S Immo und CPI. Ursprünglich hatte Immofinanz eine Übernahme der S Immo versucht, war damit aber gescheitert. Noch hält Immofinanz 26,5 Prozent an S Immo.  

Back to the roots: Der deutsche Franchise-Ableger des Fast-Food-Imperiums Burger King geht in die Hände zweier Investoren aus dem Geburtsland des Fast-Food-Königs, den USA. Der McWin Food Ecosystem Fund, geleitet vom Investoren-Duo Henry McGovern und Steve K. Winegar übernehmen die Mehrheitsbeteiligung an der Burger King Deutschland von der Baum Unternehmensgrupp. Die US-Investoren planen, die Expansionsstrategie mit Fokus auf digitalen Vertrieb sowie Premium- und Plant-based-Produkten voranzutreiben. Bryan Cave Leighton Paisner (Federführung: Till Buschmann) hat McWin beim Erwerb beraten.

Das Frankfurter Streetwear-Label 6PM bekommt stylische Unterstützung. Der Online-Modehändler About You steigt als Leadinvestor und strategischer Partner ein. Mit dessen Hilfe soll 6PM zu einer internationalen Marke werden. Dazu stellt der E-Commerce-Spezialist künftig die technologische Infrastruktur für den 6PM-Onlineshop zur Verfügung sowie die Logistik und einen Whitelabel-Kundenservice, die über die B2B-Division von About You laufen. Beraten wurde 6PM von der Wirtschaftskanzlei Dentons.

Letzter Akt bei Nanogate: Mit dem Verkauf von Nanogate Electronic Systems an einen Investor veräußert der insolvente Oberflächenspezialist die gesamten Geschäftsteile an der letzten noch verbliebenen operativ tätigen Konzerngesellschaft der Gruppe. Damit hat Nanogate kein operatives Geschäft mehr. Der unbekannte Kaufpreis fließt der Insolvenzmasse des Konzerns zu und geht damit an die Gläubiger. Am 4. Februar soll dann auch der Vorhang am Frankfurter Börsenparkett fallen.

Halbleiterhersteller Elmos Semiconductor verkauft seine 200mm Waferfertigung in Dortmund an die schwedische Silex Microsystems. Semiconductor kassiert dafür in Summe 85 Millionen Euro. Teil des Deals ist eine langfristige Liefervereinbarung bis mindestens 2027. Den Verkauf begründet Semiconductor-CEO Arne Schneider mit der schwachen Nachfrage nach 350-nm-Automotive-Produkten. Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Sonja Groht, Marion Sangen-Emden) hat den Halbleiterhersteller beraten.

Der mittelständische Autozulieferer SF Tooling Group hat einen neuen Eigentümer. Die schwedische Storskogen übernimmt 95 Prozent an dem Hersteller von Druckgussformen und Werkzeugen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie. Minderheitsaktionär und CEO Siegfried Heinrich bleibt auch nach der Transaktion auf seinem Posten. In der Storskogen-Familie wird SF Tool Teil des Segments Industrietechnik. Die privatgeführte Unternehmensgruppe aus Stockholm ist in drei Bereiche unterteilt, die aktuell etwa 100 Geschäftseinheiten umfasst.

melanie.ehmann[at]finance-magazin.de

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Melanie Ehmann ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen am M&A-Markt. Sie hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Melanie Ehmann sechs Jahre in der Redaktion des Platow Verlags, zunächst als Volontärin, später als Wirtschaftsjournalistin im Platow Brief und den Sonderpublikationen.