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M&A-Deals: Mahle, Fresenius, Rewe

Mahle will sein Thermomanagement ausbauen und kauft die Klimatechnik-Sparte des US-Automobilzulieferers Delphi Automotive.
Mahle

Mahle übernimmt Thermomanagement-Sparte von Delphi

Der Stuttgarter Automobilzulieferer Mahle will die Thermomanagement-Sparte des US-Autozulieferers Delphi Automotive übernehmen. Die Sparte erwirtschaftete 2014 mit rund 7.600 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden US-Dollar (rund 1 Milliarde Euro). Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Die Freigabe der Kartellbehörden steht noch aus, das Closing wird für Herbst 2015 erwartet. In einem weiteren Schritt werde dann der Erwerb des Joint Ventures von Delphi Thermal in China angestrebt, teilte Mahle mit. Mit dem Deal will Mahle sein Thermomanagement ausbauen. Das Produktportfolio von Delphi reicht von Klimamodulen und -kompressoren bis zu Kühlungskomponenten. Mahle hat 2014 mit rund 66.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von voraussichtlich 10 Milliarden Euro erwirtschaftet. Beraten wurde der Käufer von Jones Day, federführend waren Ansgar C. Rempp und Adriane Sturm.

Equistone sucht offenbar Käufer für Sunrise Medical

Der PE-Investor Equistone will einem Bericht der F.A.Z. zufolge  den deutsch-amerikanischen Rollstuhlhersteller Sunrise Medical verkaufen. Wie die Zeitung schreibt, habe Equistone die Investmentbank Macquarie mandatiert. Dokumente mit ersten Informationen seien schon an potentielle Interessenten versandt worden. Der Investor hatte Sunrise Medical mit Sitz in Malsch bei Heidelberg im November 2012 von der US-amerikanischen PE-Gesellschaft Vestar Capital Partners übernommen. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Heute hält Equistone am Unternehmen 86 Prozent, 14 Prozent hält das Management. Bei der Übernahme 2012 lag der Umsatz von Sunrise Medical bei 275 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2014/15 liegen die Prognosen laut F.A.Z bei über 350 Millionen Euro.

Nach Kartellamt-Bedenken: Rewe an Tengelmann interessiert

Wenige Tage nach den vom Bundeskartellamt geäußerten Bedenken, dass durch die Fusion von Edeka und Tengelmann eine marktbeherrschende Stellung entstehen könnte, hat nun der Konkurrent Rewe sein Interesse an Tengelmann bekräftigt. „Rewe würde im Falle einer Übernahme von Kaiser’s Tengelmann alle Arbeitsplätze sichern“, sagte Rewe-Chef Alain Caparros. Die Märkte befänden sich an attraktiven, funktionierenden Standorten und könnten dauerhaft profitabel geführt werden. Das Bundeskartellamt hatte am Mittwoch ein Veto bezüglich der Übernahme von Tengelmann durch Edeka angedroht. Es begründete die Bedenken damit, dass durch die Fusion nicht nur Konsumenten, sondern auch Lieferanten benachteiligen würden, insbesondere in Berlin, München und einzelnen größeren Städten in Nordrhein-Westfalen. Zwei Wochen haben die beiden Unternehmen jetzt Zeit, zu dem Entscheidungsentwurf der Wettbewerbshüter Stellung zu nehmen.

Hamburg Süd übernimmt Containerliniendienst von CCNI

Hamburg Süd kauft den Containerliniendienst von der chilenischen Reederei Compañía Chilena de Navegación Interoceánica (CCNI). Im Rahmen des Deals übernimmt Hamburg Süd auch das zum Containerliniendienst gehörende Agenturgeschäft der chilenischen Agunsa Agencias Universales. Das Closing soll  Ende März 2015 erfolgen. Beraten wurde Hamburg Süd von einem CMS-Team um Christian von Lenthe.

EQT kauft E.I.S. Aircraft

Der Produkt- und Serviceanbieter für die zivile und militärische Luftfahrt E.I.S. Aircraft hat mit dem schwedischen PE-Investor EQT einen neuen Eigentümer. Verkäufer ist eine Gruppe privater Anteilseigner. Der Deal wurde aus dem 2013 aufgelegten Mid Market Funds im Volumen von 1,054 Milliarden Euro finanziert. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden, die Eigenkapitaltickets liegen üblicherweise aber zwischen 40 und 75 Millionen Euro. Beraten wurden die Verkäufer von einem Team der M&A-Beratung Lincoln International rund um Managing Director Patrick von Herz. Die Gesellschafter von E.I.S. Aircraft wurden von einem DLA-Piper-Team um Dominik Stühler beraten.

Milliardendeal: Deutsche Wohnen übernimmt Conwert

Die Konsolidierung in der Wohnungsbranche geht weiter: Überraschend hat die Deutsche Wohnen angekündigt, dass sie für 1,2 Milliarden Euro die österreichische Conwert übernehmen will. Im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots bietet sie 11,50 Euro je Conwert-Aktie und will außerdem zwei Wandelschuldverschreibungen mit übernehmen. Mit dem Angebot will sie mindestens 50 Prozent der Anteile erzielen. Gestemmt werden soll der Deal durch eine Brückenfinanzierung über 900 Millionen Euro und aus freier Liquidität, hieß es. Goldman Sachs und UBS stellen die Brückenfinanzierung bereit. Beraten wurden sie dabei von einem Clifford Chance-Team um Alexandra Hagelüken.

Zusammen mit Conwert würde die Deutsche Wohnen dann rund 180.000 Wohnungen halten. Damit wäre sie aber immer noch weit von dem Marktführer entfernt: Die Deutsche Annington hätte nach dem Zusammenschluss mit der Gagfah rund 350.000 Wohnungen im Portfolio. Am Dienstag gab sie bekannt, dass sie nun rund 94 Prozent des aktuellen Grundkapitals und der Stimmrechte der Gagfah besitzt. Das formale Closing der Transaktion wird noch im 1. Quartal 2015 erwartet.

Adler will Westgrund übernehmen

Und es bahnt sich ein weiterer Deal auf dem Wohnungsmarkt an: Adler Real Estate kündigte an, den Konkurrenten Westgrund zu übernehmen. Das Angebot an die Westgrund-Aktionäre besteht jeweils aus Cash und Aktien, die Mindestannahmeschwelle liegt bei 75 Prozent. Etliche Großaktionäre hätten schon zugesagt, das Angebot anzunehmen, so Adler. Der Deal soll bis zur Jahresmitte abgeschlossen sein. Westgrund hat 18.000 Wohnungen im Portfolio, nach der Übernahme hätte der Adler-Konzern 52.000 Wohnungen im Bestand.

Fresenius Kabi verkauft onkologisches Compounding-Geschäft in Deutschland

Die Fresenius-Tochter Kabi hat ihre Tochtergesellschaft CFL an das Unternehmen NewCo Pharma verkauft. Beide sind auf die Herstellung und den Vertrieb patientenindividueller Arzneimittel (Compounding) im Bereich Onkologie spezialisiert. Fresenius Kabi bleibt zwar weiterhin im Bereich Compounding tätig, wird sich aber in Deutschland künftig auf parenterale Ernährungsprodukte konzentrieren. Dort sieht das Unternehmen die besten Wachstumschancen, hieß es in einer Pressemitteilung. CFL erzielte 2014 einen Umsatz von 77 Millionen Euro. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

Vattenfall will auch Wasserkraft verkaufen

Vattenfall erwägt offenbar auch einen Verkauf seiner deutschen Pumpspeicherwerke. Diese würde Vattenfall gemeinsam in einem Paket mit den Braunkohleaktivitäten verkaufen, wenn ein Investor beides erwerben wolle, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der F.A.Z. Der schwedische Energiekonzern hatte im Dezember angekündigt, das ostdeutsche Braunkohlegeschäft verkaufen zu wollen. Zwei Unternehmen aus Tschechien haben daran bereits Interesse gezeigt. Zunächst schien es, als könnte auch der Energiekonzern Steag zu den möglichen Käufern zählen, wie die Rheinische Post berichtete. Steag dementierte ein Interesse aber vehement.

M&A-Personalien

Die M&A-Beratung Aquin & Cie. hat mit Georg Bauer einen neuen Senior Advisor. Der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und ehemalige Partner von KPMG hat mehr als 30 Jahre Erfahrung mit Kapitalmarktdeals wie IPOs und Delistings und mit der Steueroptimierung mittelständischer Unternehmen im Rahmen von Nachfolgeregelungen.

Weitere M&A-Deals

Die Aareal Bank Gruppe hat die auf gewerbliche Immobilienfinanzierungen spezialisierte Westdeutschen ImmobilienBank (WestImmo) für 350 Millionen Euro erworben. Verkäuferin ist Erste Abwicklungsanstalt (EAA).

Weltbild hat 70 seiner Filialen „aufgrund zu hoher Struktur- und Mietkosten“ verkauft, wie der Buchhändler in einer Mitteilung bekanntgab. Käufer ist eine nicht näher genannte mittelständische Buchhandelskette aus Ahaus. Dafür sollen im kommenden Geschäftsjahr etwa zehn neue Filialen an „interessanten Standorten“ eröffnet werden und in den Folgejahren jährlich etwa zehn weitere Filialen hinzukommen. Alle Mitarbeiter werden übernommen.

Die Verkaufsgerüchte um das Online-Reiseportal fluege.de verdichten sich: Mit Berufung auf Insider berichtet Reuters, dass ProSiebenSat.1 und der PE-Investor EQT die letzten verbliebenen Interessenten sein sollen. Fluege.de ist ein Portal von Unister Travel, zu dem auch ab-in-den-urlaub.de gehört. Unister Travel könne mit bis zu 900 Millionen Euro bewertet werden, so Reuters.

Außerdem scheint sich ProSiebenSat.1 noch für ein anderes Online-Portal zu interessieren: Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge, hat die TV-Senderkette ein Auge auf das Vergleichsportal Verivox geworfen. Der Kaufpreis könnte sich auf bis zu 300 Millionen Euro belaufen, hieß es.

Der Energiekonzern E.ON hat seine Solaranlagen in Italien an den italienischen Infrastrukturfonds F2i verkauft. Die Anlagen umfassen sieben Solarkraftwerke mit einer Erzeugungskapazität von insgesamt 49 Megawatt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. E.ON wurde durch ein Team von Gleiss Lutz unter der gemeinsamen Federführung von Martin Hitzer und Thomas Menke beraten. Weiterhin beriet die Kanzlei Chiomenti Studio Legale zu Fragen des italienischen Rechts. E.ON hatte Anfang des Jahres bereits seine Kohle- und Gaskraftwerke in Italien veräußert.

Aurelius kauft die europäische Handarbeitssparte von der britischen Coats, einem Hersteller von Näh- und Handarbeitsgarnen sowie Handarbeitszubehör. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Die Übernahme umfasst die in Deutschland ansässige Zentrale inklusive Lager sowie die Produktionsstätte in Ungarn. Die Sparte erzielte mit rund 900 Mitarbeitern einen Umsatz von 150,8 Millionen US-Dollar.

Die Raiffeisen-Tochter Notenstein übernimmt die 1787 gegründete Privatbank La Roche. Nach Vollzug wird sie unter dem Namen Notenstein La Roche Privatbank auftreten. Durch den Deal will Notenstein die Vermögensverwaltung für Privatkunden in der Schweiz stärken, hieß es. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

Die zu 100 Prozent dem Bund gehörende Hypo Real Estate Holding (HRE) will sich nun von ihrer Tochter Pfandbriefbank (pbb) trennen. Dazu hat sie eine öffentlichen Ausschreibung eröffnet, potentielle Käufer können sich bis zum 27. Februar melden. Parallel zum M&A-Prozess laufen aber auch die Vorbereitungen für einen IPO der pbb, falls der Verkauf scheitern sollte. Citigroup und Deutsche Bank wurden für die Begleitung des M&A-Prozesses mandatiert. Der Verkauf ist Teil einer EU-Auflage, die im Rahmen der Rettung in der Finanzkrise beschlossen wurde.

Die Dabero Service Group, die IT-Beratung und Lösungen anbietet, hat die deutsche IT-Beratung Movento erworben. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Die Gesellschafter von Movento wurden durch ein Team von Heuking Kühn Lüer Wojtek unter der Federführung von Peter Christian Schmidt beraten.

Bonnier Business Press erwirbt 51 Prozent der Anteile am Nachrichtenportal Deutsche Wirtschafts Nachrichten von BF Blog Form Social Media und wird damit neuer Mehrheitseigner. Die Herausgeber Michael Maier und Christoph Hermann bleiben weiterhin bei dem Nachrichtenportal. Bonnier wurde in rechtlichen Fragen von Taylor Wessing unter der Federführung von Carsten Bartholl und Alexander Rodion Roth beraten.

Die zu Axel Springer gehörige Internetcommunity Aufeminin will den Digitalverlag Livingly Media in den USA komplett übernehmen. Der Verlag betreibt Seiten wie Zimbio.com, StyleBistro.com und Lonny.com. Aufeminin wird das Unternehmen zu einem initialen Kaufpreis von 25 Millionen US-Dollar erwerben, zusätzlich wurden erfolgsabhängige Earn-Out Zahlungen vereinbart.

Der Schuhhändler Deichmann hat angekündigt, sein Filialnetz in diesem Jahr auszudehnen. In Deutschland sollen 66 neue Standorte eröffnet werden, während das Unternehmen gleichzeitig 25 unattraktive deutsche Filialen schließen will. 70 weitere Filialen sollen 2015 modernisiert werden. Nach eigenen Angaben will Deichmann in diesem Jahr 208 Millionen Euro weltweit investieren, davon 79 Millionen Euro in Deutschland. Mit der Vergrößerung sollen auch 380 Neueinstellungen einhergehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Deichmann 30 neue Läden in Deutschland eröffnet.

Goldman Sachs und KKR, die früheren Eigentümer von Kion,verkaufen weitere Aktien des Gabelstaplerherstellers. Sie platzierten für rund 32 Euro je Aktie 4,8 Millionen Papiere, was den beiden Investoren rund 154 Millionen Euro einbringt. Damit sinkt ihr Anteil an Kion von knapp 19 auf nunmehr 14 Prozent.

Der PE-Investor Riverside beteiligt sich am deutschen Online-Radsporthändler Bike24. An der Finanzierung war die Berenberg Bank beteiligt. Beraten wurde Riverside durch Ommax, Aquin & Cie, Roland Berger Stratgey Consultants, Ernst & Young und Allen & Overy. Bike24 hat DLA Piper mandatiert (federführend war Matthias Lupp) sowie Altium.

RWE hat 50 Prozent der Anteile am Offshore-Windpark Triton Knoll an das norwegische Unternehmen Statkraft verkauft. Finanzielle Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Die indische Rotex-Gruppe, die Magnetventile herstellt, ist neuer Mehrheitseigner bei dem deutschen Armaturenhersteller Magwen Valves und hat außerdem eine Schwestergesellschaft übernommen. Beraten wurde Rotex von einem Team der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter der Federführung von Martin Imhof.

Die Varengold Bank hat die restlichen Anteile an der Varengold Investmentaktiengesellschaft erworben. Bislang war die Bank mit 49 Prozent an der Investmentgesellschaft beteiligt. Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Die Talanx-Gruppe verkauft ihre Tochtergesellschaften in Bulgarien und der Ukraine. Käufer ist die bulgarische Euroins Versicherungsgruppe. Bei den  Gesellschaften handelt es sich um die HDI Zastrahovane AD in Bulgarien sowie die HDI Strakhuvannya in der Ukraine.

Die N&B Holding hat rückwirkend zum 1. Januar den Onlineanbieter Lampenwelt von den bisherigen Gesellschaftern Smilar Invest übernommen. Beim Verkauf des E-Commerce-Unternehmens wurde Smilar von der Corporate-Finance-Beratung IEG Investment Banking Group als Financial Advisor beraten.

julia.becker[at]finance-magazin.de

Info

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

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