M&A-Deals: Die geplante Übernahme von Conwer durch die Deutsche Wohnen gestaltet sich nicht so reibungslos: Conwert hat das Angebot abgewiesen.

Deutsche Wohnen

27.03.15
Deals

M&A-Deals: MS Deutschland, Deutsche Wohnen, DBAG

Die MS Deutschland hat mit einem nicht näher genannten US-Unternehmen einen Käufer gefunden. Bei der Übernahme von Conwert durch die Deutsche Wohnen scheinen die Fronten verhärtet zu sein und der PE-Investor DBAG hat den Industriedienstleister Cleanpart erworben. Die M&A-Deals, M&A-News und Personalien der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Deutsche Wohnen stockt Conwert-Angebot nicht auf

Bei der angekündigten Übernahme von Conwert durch die Deutsche Wohnen hat die Deutsche Wohnen jetzt angekündigt, ihren Übernahmepreis nicht erhöhen zu wollen. „Wir sind überzeugt, dass unser Angebot attraktiv ist und wir der richtige Partner sind, mit dem die Conwert gut positioniert ist, ihre Herausforderungen zu lösen“, sagte sie am Mittwoch. Der Preis liegt bei 11,50 Euro je Aktie, insgesamt ist das Angebot 1,2 Milliarden Euro schwer. Am Tag zuvor hatte Conwert das Angebot abgewiesen, es „spiegelt das Wertpotential von Conwert nicht adäquat wider“, hieß es. Die Offerte läuft noch bis zum 15. April. Die Deutsche Wohnen will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie einsammeln. 30 Prozent hat sie schon.

DBAG erwirbt Cleanpart

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) übernimmt im Rahmen eines Management-Buy-outs den Industriedienstleiter Cleanpart. Sie tätigt den Kauf zu einem Teil aus ihrem aktuellen Buy-out-Fonds und zum anderen Teil aus der Bilanz der börsennotierten AG. Insgesamt investiert die DBAG  einschließlich einer Brückenfinanzierung 12,5 Millionen Euro aus der eigenen Bilanz in Cleanpart und kauft damit einen Anteil von rund 13 Prozent. Cleanpart erzielte zuletzt einen Umsatz von 42 Millionen Euro. Ende 2014 erst hat der PE-Investor mit Huhtamaki Films, Pfaudler und Gienanth innerhalb kürzester Zeit gleich drei Zukäufe getätigt.

US-Unternehmen kauft MS Deutschland

Die MS Deutschland hat endlich einen Käufer gefunden: Ein nicht näher genannter „US-Unternehmer mit einschlägiger Erfahrung im Kreuzfahrtgeschäft“ hat das insolvente Kreuzfahrtschiff erworben. Er soll bereits eine Anzahlung im einstelligen Millionenbereich geleistet haben, der restliche Betrag soll Ende Mai fließen. Ob der Kaufpreis aber die Forderungen der Gläubiger der Mittelstandsanleihe im Wert von 60 Millionen Euro befriedigen kann, ist offen. Im November hatte das Kreuzfahrtschiff die geplante Weltreise abgesagt, dadurch waren der Reederei Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe entgangen.

Goldman Sachs und PAI bereiten Exit bei Xella vor

Die Finanzinvestoren Goldman Sachs und PAI bereiten offenbar den Verkauf oder den Börsengang des Baustoffherstellers Xella vor, wie FINANCE am Donnerstag aus Unternehmenskreisen erfuhr. Die Investoren hatten das Unternehmen im Jahr 2008 für rund 2 Milliarden Euro gekauft. Wenn es zu einem Verkauf kommt, planen sie eine Bewertung von 2,5 Milliarden Euro anzusetzen, berichtet Reuters. Ein Börsengang im Jahr 2016 sei aber der wahrscheinlichste Exit. Als Investmentbank ist Reuters zufolge Rothschild beauftragt, die Möglichkeiten für einen Ausstieg der Investoren zu prüfen.

Evonik offenbar an Clariant interessiert

Der Spezialchemiekonzern Evonik erwägt laut einem Pressebericht der „Financial Times“ die Übernahme des Schweizer Konkurrenten Clariant. Dabei könnte Evonik Clariant mit 23 Franken je Aktie bewerten, das wären insgesamt mit 7,3 Milliarden Franken für das Unternehmen. Es liege jedoch noch kein Angebot vor, heißt es im Bericht. Komme es zu einem Zusammenschluss, könnte ein Unternehmen mit einem Marktwert von mehr als 20 Milliarden Euro entstehen.

M&A-Personalien

Michael Fischer, Partner und Mitbegründer der deutschen Reed-Smith-Praxis, wechselt als Standortleiter in das Münchner Büro von Deloitte Legal. Der 54-Jährige wird das China Desk leiten und für die Life Science & Health Care Gruppe verantwortlich sein. Hierbei wird er deutsche und internationale Mandanten bei ihren M&A-/Joint-Venture-Transaktionen und Umstrukturierungen betreuen. Vor seiner Zeit bei Reed-Smith hatte Fischer unter anderem bei Ernst & Young beziehungsweise Luther gearbeitet.

Matthias Santelmann ist Partner im Berliner Büro von Dentons geworden. Santelmann wird die gesellschaftsrechtliche Praxis um Christof Kautzsch verstärken, insbesondere bei Transaktionen in regulierten Märkten. Santelmann begann seine Tätigkeit als Rechtsanwalt im Jahr 2000 bei WilmerHale, wo er schwerpunktmäßig für strategische Investoren und Finanzinvestoren bei Transaktionen insbesondere im Energiesektor tätig war. Einen weiteren Fokus hat Santelmann auf Venture Capital und Private Equity gelegt.

Katja Weberpals verstärkt als Salary Partnerin den Geschäftsbereich Rechtsberatung von RBS RoeverBroennerSusat am Standort Berlin. Der Beratungsschwerpunkt der Gesellschaftsrechtlerin, die zuvor bei Gabler Rechtsanwälte tätig war, liegt im Bereich von M&A-Transaktionen, Venture Capital-Finanzierungen und der gesellschaftsrechtlichen Begleitung von Private Equity-Fonds und mittelständischen Unternehmen.

Weitere M&A-Deals

Daimler verstärkt die Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller BAIC Motor. Beide Seiten haben eine Vereinbarung zur engen Zusammenarbeit im Finanz- und Leasing-Geschäft unterzeichnet. Dabei steigt BAIC Motor im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit einer Beteiligung von 35 Prozent bei der Daimler-Tochter Mercedes-Benz Leasing Co. ein.

Das Hamburger TecDax-Biotechnologieunternehmen Evotec hat eine Forschungsstätte in Toulouse von Sanofi übernommen. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Evotec übernimmt den Forschungsstandort mitsamt seinen über 200 angestellten Wissenschaftlern im Rahmen einer Carve Out-Transaktion. Der Deal ist Teil einer strategischen Allianz zwischen Evotec und Sanofi mit einem Gesamtvolumen von über 250 Millionen Euro. Beraten wurde Evotec von Freshfields Bruckhaus Deringer, unter der Federführung von Christoph H. Seibt und Adrian von Prittwitz.

Der internationale Private-Equity-Fonds XIO Group hat den Hersteller von Spezialdünger Compo Expert aus Krefeld übernimmt. Verkäufer ist der PE-Investor Triton. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Beraten wurde XIO von Jones Day.

Die beiden Landesbausparkassen (LBS) von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sollen zur größten LBS in Deutschland fusionieren. Die Sparkassenverbände beider Länder teilten mit, konkrete Gespräche über eine Verschmelzung zu beginnen. Durch den Zusammenschluss könnten die beiden Institute mit Blick auf die steigenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen schlagkräftiger werden, zitiert das Handelsblatt die Präsidenten der Sparkassenverbände aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Westfleisch und Danish Crown haben ein Joint Venture gegründet. Beide werden an Westcrown jeweils 50 Prozent halten, das neue Gemeinschaftsunternehmen wird im Bereich Sauenzerlegung tätig sein.

Bei der geplanten feindlichen Übernahme des Schweizer Spezialchemieunternehmens Sika durch die französische Saint-Gobain hat ein Schweizer Gericht dem Sika-Verwaltungsrat jetzt den Rücken gestärkt. Es bestätigte die Entscheidung des Sika-Verwaltungsrats, die Stimmrechte der Gründerfamilie Burkard auf 5 Prozent zu beschränken. Zuvor hatte die Familie mehr als die Hälfte der Stimmrechte gehalten und plante, ihre Aktien an Saint Gobain zu verkaufen.  

Die Deutsche Rohstoff hat ihren Anteil an der australischen Hammer Metals weiter aufgestockt und weitere 2 Millionen Aktien für 7,5 Cent pro Stück von einem Mitgesellschafter erworben. Darüber hinaus wurde eine Option zum Kauf weiterer 2 Millionen Aktien zu 10 Cent vereinbart. Mit den jetzt erworbenen Aktien hält die Deutsche Rohstoff 17,625 Millionen Aktien, entsprechend 17,3 Prozent am Grundkapital der Gesellschaft. Die Deutsche Rohstoff ist jetzt der größte Aktionär von Hammer Metals.

Die Züricher Bank Vontobel übernimmt 60 Prozent der Anteile an der britischen TwentyFour Asset Management. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Zudem wird mit der Bank of New York Mellon über den Kauf des deutschen Vermögensverwalters Meriten Investment Management verhandelt, berichtet Reuters.

Die österreichische Semperit übernimmt die deutsche Leeser, einen Hersteller von Gummidichtungen. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Leeser erzielte zuletzt mit rund 200 Mitarbeitern einen Umsatz von 37 Millionen Euro.

Die Klinikum Friedrichshafen übernimmt 94,9 Prozent der Geschäftsanteile an der Klinik Tettnang von den Waldburg-Zeil Kliniken. Über den Kaufpreis ist nicht bekannt. Beraten wurde der Käufer von der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft, federführend war Oliver Kairies.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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