Um die Entwicklung und Herstellung dieser dünnen runden Scheiben – Wafer genannt – geht es bei der Übernahme von Siltronic durch GlobalWafers.

Siltronic AG

FINANCE+ 11.12.20
Deals

M&A-Deals: Siltronic, Apleona, Avira

Bei Siltronic und GlobalWafers wird es offiziell, Apleona fällt in die Hände von Private Equity, und Avira wird nach acht Monaten schon wieder verkauft: Die spannendsten M&A-Deals der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Rückblick.

Siltronic sagt „Ja“ zu GlobalWafers

Die Milliardenfusion am Chipmarkt ist besiegelt: Die beiden Chiphersteller Siltronic und GlobalWafers haben eine Zusammenschlussvereinbarung (Business Combination Agreement) unterzeichnet, mit der die Taiwanesen ihre Übernahmeabsicht bestätigen. GlobalWafers will demnach alle im Umlauf befindlichen Siltronic-Aktien kaufen. Je Anteilsschein zahlt GlobalWafers 125 Euro, das entspricht einer Unternehmensbewertung von 3,75 Milliarden Euro. Die Offerte ist zudem an eine Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent geknüpft, die Annahmefrist soll noch im Dezember beginnen.

Die Transaktion ist an weitere Bedingungen geknüpft: Die Taiwanesen verpflichten sich dazu, das Werk in Burghausen als den führenden Forschungsstandort von Siltronic zu erhalten und „angemessene Investitionen“ in die bestehenden Wafer-Produktionslinien zu tätigen. Außerdem dürfen bis Ende 2024 keine Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt oder deutsche Siltronic-Standorte geschlossen werden. Vorstand und Aufsichtsrat beider Unternehmen haben den Übernahmeplänen bereits zugestimmt, nun müssen die Behörden noch ihren Segen erteilen.

Seinen Segen erteilt hat bereits der Siltronic-Großaktionär Wacker Chemie: Die Münchener haben eine verbindliche Vereinbarung (Irrevocable Undertaking Agreement) zum Verkauf aller Siltronic-Aktien unterzeichnet. Wacker Chemie darf demnach keine konkurrierenden Übernahmeangebote annehmen. Das MDax-Unternehmen, das gerade auch einen Vorstandswechsel durchlebt, ist derzeit mit 30,8 Prozent an Siltronic beteiligt.

Für die Akquisitionsfinanzierung hat GlobalWafers bereits Zusagen der singapurischen DBS Bank erhalten. Sollten die Taiwanesen alle Aktien einsammeln, würde der pro-forma-Verschuldungsgrad auf 2,6x Ebitda steigen. Alleiniger Financial Advisor ist die Investmentbank Nomura Securities, Linklaters und White & Case waren als Rechtsberater von GlobalWafers tätig. Siltronic wurde von Hengeler Mueller (Federführung: Simon Patrick Link) beraten.

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