M&A-Deals: Der geplante Merger der Telekom-Tochter T-Mobile USA mit Metro PCS kommt voran.

Deutsche Telekom

15.03.13
Deals

M&A-Deals: Telekom, Deutsche Bahn, Neumayer Tekfor

Den geplanten Merger der Telekom-Tochter T-Mobile USA mit Metro PCS können nach der Freigabe der US-Kartellbehörden nur noch die PCS-Aktionäre stoppen, die Deutsche Bahn ist am Osteuropageschäft von Veolia Transdev interessiert und Neumayer Tekfor geht an Amtek. Diese und weitere M&A-Deals und M&A-News der Woche lesen Sie im Wochenrückblick.

Telekom kommt bei Merger mit Metro PCS voran

Auf dem Weg zur Fusion der US-Tochter T-Mobile USA mit dem Mobilfunkbetreiber Metro PCS ist die Deutsche Telekom einen Schritt weiter. Die US-Behörde für Kommunikationswege FCC und das amerikanische Justizministerium haben in dieser Woche grünes Licht für den Merger gegeben. Die finale Entscheidung liegt nun in den Händen der Aktionäre von Metro PCS, die am 12. April über die Pläne abstimmen werden. Die Telekom hatte ihre Merger-Strategie im Dezember verkündet. Nach dem gescheiterten Verkauf von T-Mobile USA an AT&T ist es der zweite Versuch, sich von der Tochter zu trennen. Der geplante Merger  ist als umgekehrte Fusion strukturiert, T-Mobile würde in die börsennotierte Metro PCS integriert. Der Mutterkonzern Deutsche Telekom soll 74 Prozent des fusionierten Unternehmens erhalten, die Anteilseigener von Metro PCS den Rest sowie insgesamt 1,5 Mrd. US-Dollar in bar.

Deutsche Bahn verhandelt über Veolia-Osteuropageschäft

Der Reise- und Logistikkonzern Deutsche Bahn bemüht sich um das Osteuropageschäft der Veolia Transdev. Das Unternehmen teilte in dieser Woche mit, man stehe in Verhandlungen. Der Aufsichtsrat der Bahn und die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Weitere Details will die Bahn erst nach einem erfolgreichen Abschluss veröffentlichen. Veolia Transdev Central Europe betreibt Busverkehr in sechs osteuropäischen Ländern. Die Deutsche Bahn hat den Regionalverkehr im Ausland in der Tochter DB Arriva gebündelt.

Asklepios darf bei Rhön aufstocken

Der Übernahmekampf um den Klinikbetreiber Rhön Klinikum geht in eine neue Runde. Wettbewerber Asklepios hat vom Bundeskartellamt die Erlaubnis bekommen, seinen Anteil unter Auflagen auf bis zu 10,1 Prozent aufzustocken. Damit kann Asklepios die Übernahme durch einen Wettbewerber dauerhaft blockieren. Bereits ein Übernahmeversuch durch Fresenius war im vergangenen Jahr gescheitert, weil mehr als 90 Prozent der Anteilseigner dem Angebot hätten zustimmen müssen. Ein Asklepios-Sprecher sagte, die Beteiligung sei ein strategisches Investment. Allerdings müsste Aklepios vor einer Aufstockung die Harzklinik und das medizinische Versorgungszentrum in der Region Goslar verkaufen.

Amtek übernimmt Neumayer Tekfor

Nach einem monatelangen M&A-Prozess haben Gläubiger und Eigentümer sich geeinigt, die angeschlagene Neumayer Tekfor Gruppe an den indischen Autokonzern Amtek Auto (Umsatz 1,3 Mrd. US-Dollar) zu verkaufen. Der M&A-Deal wurde als Asset Deal strukturiert. Amtek übernimmt alle Vermögensgegenstände der Neumayer Tekfor Holding, darunter Patente, Grundstücke und die Anteile an den in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Bis Ende Mai soll der M&A-Deal komplett abgeschlossen sein. Verantwortlich für den M&A-Prozess waren der Eigenverwalter Joachim Exner sowie der Sachwalter Jan Markus Plathner. Mit dem Verkauf verliert auch der PE-Investor Equistone seine Beteiligung, er soll bis zuletzt um Neumayer Tekfor gekämpft haben. Nach Unternehmensangaben wurden insgesamt Gespräche mit 60 Interessenten geführt. Begleitet hat den Verkauf das M&A-Advisory-Team von Ernst & Young unter der Führung von Stephan Hellmann und Bernhard Ploenes. Die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hat Amtek Auto bei dem M&A-Deal beraten. Auch die deutsche Hay Gruppe im Besitz des PE-Investors Gores Group hatte sich bis zuletzt noch Hoffnungen auf eine Übernahme gemacht.

FINANCE Research: M&A-Deals lassen sich leichter finanzieren

Die Teilnehmer am M&A-Markt scheinen sich an das volatile Dealumfeld zu gewöhnen. Das zeigt die jüngste Auswertung des FINANCE M&A Panels. Der Zugang zu Akquisitionsfinanzierungen hat sich in den Augen der M&A-Treibenden erneut verbessert, auch aus den Reihen der PE-Investoren erwarten sie wieder mehr Aktivität. Für die jüngste Auswertung des FINANCE M&A Panels hat die Redaktion von FINANCE gemeinsam mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle sowohl M&A-Chefs in deutschen Unternehmen als auch führende Investmentbanker und M&A-Berater befragt.

Brenntag übernimmt US-Schmierstoffdistributeur

Der Chemiedistributeur Brenntag hat sich erneut mit einem Zukauf gestärkt. Brenntag hat das US-Unternehmen Lubrication Services mit Sitz in Olkahoma übernommen, einen überregionalen Distributeur von Schmierstoffen und Chemikalien. Das Unternehmen hat ein Niederlassungsnetz in sechs US-Bundesstaaten und erzielte 2012 einen Umsatz von 135 Mio. US-Dollar. Brenntag zufolge wird erwartet, dass der M&A-Deal im Verlauf der nächsten Wochen abgeschlossen wird. Die Investition belaufe sich auf 42 Mio. US-Dollar. Erst Anfang des Jahres hatte Brenntag in den USA zugekauft und damals den texanischen Distributeur Altivia Corporation für 125 Mio. US-Dollar übernommen.

E.on plant weitere Verkäufe

Der Energiekonzern E.on will bis Ende 2014 mehr als 2 Mrd. Euro durch den Verkauf von weiteren Beteiligungen einnehmen. Der Konzern plant, sich von den deutschen Regionalgesellschaften Westfalen Weser und Mitte sowie der 17-Prozent-Beteiligung am Nukleardienstleister Urenco zu trennen. Bereits Anfang des Jahres kündigte E.on an, den Aussteig bei Urenco zu prüfen. Bislang wurden Unternehmensverkäufe im Wert von 13,5 Mrd. Euro abgeschlossen und weitere Verkäufe für 3,5 Mrd. Euro vereinbart.

PE-Investor Gordon Brothers verkauft Peine

Der Herrenausstatter Peine (Umsatz ca. 25 Mio. Euro) gehört nun zur Schweizer Beteiligungsgesellschaft Astraia Holding. Der amerikanische PE-Investor Gordon Brothers International hat seinen 100-prozentigen Anteil zu einem nicht genannten Preis verkauft. Gordon Brothers wurde bei dem M&A-Deal von einem Team von Hogan Lovells um die Münchener Partner Nikolas Zirngibl und Heiko Tschauner sowie von Livingstone Partners um Dirketor André Schröer beraten. Der PE-Investor war 2010 bei Peine eingestiegen, bereits 2006 hatte es einen Management-Buy-Out bei Peine gegeben. Damals hatte sich Steadfast Capital beteiligt.

M&A-News: Personalien

Torsten Löbbert und sein Team sollen bei WTS den Geschäftsbereich Consulting weiter vorantreiben. Der 44-Jährige, der auf M&A-Deals und Restrukturierungen spezialisiert ist, wird am Standort München als Mitglied der Geschäftsführung von WTS Consulting und als Leiter des Kompetenzbereichs Restructuring & Transactions arbeiten. Er wechselte mit seinem Team von RölfsPartner, wo er geschäftsführender Partner war. Zuvor arbeitete er unter anderem bei KPMG, Goetzpartners und der Berenberg Bank. Zum Team von Löbbert bei WTS gehört auch Rainer Doll (43), der ebenfalls von RölfsPartner kommt und als Partner einsteigt.

Der Vermögensverwalter Partners Group stellt sein Führungsteam neu auf und stärkt die Private-Equity-Sparte. Christoph Rubeli, der bisherige Leiter des Private- Equity-Direktgeschäfts, löst Steffen Meister als CEO ab und übernimmt Anfang Juli gemeinsam mit André Frei die Geschäftsleitung. Meister wechselt im Mai in den Verwaltungsrat.

Jörn Trierweiler verstärkt seit Beginn des Monats die M&A-Beratung Mayerhöfer & Co. Wie das Unternehmen mitteilte, soll er insbesondere für die Branchen Bau, Maschinen- und Anlagenbau sowie Automobil zuständig sein. Trierweiler war zuletzt kaufmännischer Geschäftsführer des Brauereizulieferers Ziemann, der im vergangenen Sommer Insolvenzantrag stellte. Zuvor war er Geschäftsführer beim Automobilzulieferer Sellner. Dort entband man ihn im Februar 2011 gemeinsam mit dem Co-Geschäftsführer Werner Renzel von seinen Aufgaben, nachdem Sellner Insolvenz anmelden musste. Davor war Trierweiler einige Jahre CFO beim Elektronikhersteller Philips & Lite-On Digital Solutions und arbeitete beim Automobilzulieferer Schefenacker.

Klaus Pflum, der bisher als Chairman das Geschäft mit industriellen Kunden in Europa leitete, wird neuer Co-Leiter des Deutschlandgeschäfts bei Leonardo. Er folgt auf Berent Wallendahl, der bislang mit Ulrich Graebner das Führungsduo gebildet hatte und in das Stockholmer Büro wechselt. Klaus Pflum war im September von der Royal Bank of Scotland in der Schweiz zur Leonardo-Gruppe gewechselt, zuvor war er für Nomura International, die Deutsche Bank, Salomon Smith Barney und Metzler tätig.

Die Beratungsgesellschaft DC Advisory hat die im vergangenen Jahr begonnen Neuausrichtung in der Führungsspitze abgeschlossen. Wulf Ihler wird vom 1. April an als Geschäftsführer insbesondere den Bereich Automobil und Industrie verantworten. Ihler wechselt von Deloitte & Touche Deutschland, wo er zuletzt das M&A-Beratungsgeschäft leitete. In dieser Tätigkeit begleitete er unter anderem den Verkauf von Q-Cells an Hanwha. Zuvor verantwortete Ihler von 2008 bis 2010 das Segment Industrie und Produktion bei der Investmentbank Sal. Oppenheim.

Weitere M&A-Deals

Der Kerzenhersteller Eika wird nach seiner Sanierung zum 1. April von der Essener Bolsius-Gruppe Übernommen. Eika hatte im November 2012 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenregie gestellt. Ein Team der Kanzlei White & Case um Sven-Holger Undritz und Andreas Kleinschmidt hat Eika während der Sanierung begleitet. Sachwalterin war Rechtsanwältin Sandra Mitter von der Sozietät Westhelle und Partner aus Kassel.

Der österreichische Anbieter für Industrieautomationslösungen Keba übernimmt die Mehrheit am niederländischen Unternehmen Delem (Umsatz 2012 ca. 14,8 Mio. Euro). Delem soll ein selbständiges Unternehmen innerhalb der Keba-Gruppe bleiben. MP Corporate Finance hat Keba als M&A-Berater begleitet.

SAP hat die 2001 gegründete kanadische Firma Camilion Solutions übernommen. Finanzielle Details des M&A-Deals wurden nicht bekannt.

Das österreichische Unternehmen SES Spar European Shopping Centers gründet mit Allianz Real Estate ein 50-50-Joint-Venture für ein Portfolio von sieben Einkaufszentren. Das Joint Venture wird voraussichtlich zum 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten. Jones Lang LaSalle hat SES bei der Ausgestaltung des Joint Ventures beraten.

Die Gesellschaft des Entwicklers von Sensorsystemen G.A.S. haben sämtliche Geschäftsanteile an das britische Unternehmen Imspex Diagnostics verkauft. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. G.A.S. wurde im Juli 1997 als Spin-off des Leibnitz-Instituts für Analytische Wissenschaften in Dortmund gegründet. Network Corporate Finance hat die Gesellschafter beim Verkauf beraten.

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer will den Foliendruckspezialisten Flexotecnica mehrheitlich von der italienischen Druckmaschinenbau-Gruppe Officine Meccaniche G. Cerutti übernehmen. Der Kaufpreis für 90 Prozent der Anteile soll im oberen einstelligen Millionenbereich liegen. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen, weitere Bedingungen für den Abschluss der Transaktion sollen in den kommenden Monaten erfüllt werden. Lincoln International hat Koenig & Bauer bei dem M&A-Deal als Finanzberater begleitet.