ThyssenKrupp

25.09.13
Deals

PE-Investor Cevian steigt bei ThyssenKrupp ein

Bei ThyssenKrupp überschlagen sich die Ereignisse: Ein neuer Großinvestor nutzt die Marktlage, um möglicherweise schrittweise seine Position auszubauen. Zuvor war dem angeschlagenen Stahlkonzern von den Banken ein Covenant-Waiver zugestanden worden, nachdem er im vergangenen Quartal die Kredit-Covenants gebrochen hatte.

Der schwedische PE-Investor Cevian hat ein Aktienpaket an ThyssenKrupp von über 5 Prozent gekauft. Der Fonds nennt sich selbst einen Investor, der den langfristigen Wert seiner Portfolio-Unternehmen durch „aktive Eigentümerschaft“ erhöhen will. Investoren zeigten sich erfreut über die Ankündigung. Nach Bekanntwerden schoss die Aktie um 4 Prozent nach oben.

In Deutschland ist Cevian schon durch sein erfolgreiches Investment in den Kranhersteller Demag Cranes und seinen Anteil am Bauunternehmen Bilfinger Berger bekannt. Mit fast 18 Prozent ist der Fonds dort der größte Einzelaktionär. Über die vergangenen zwei Jahre hat sich somit Cevians ursprünglicher Anteil von 12,6 Prozent um fast die Hälfte erhöht. Bereits im Februar kündigte der Fonds zudem an, weiter aufstocken zu wollen. Eine ähnliche Strategie des Ausbaus könnte nun auch ThyssenKrupp bevorstehen.

Will Cevian die Kapitalerhöhung nutzen?

Der Einstieg Cevians geschieht zu einem Punkt, da ThyssenKrupp an der Wegscheide steht. Der Stahlkonzern ist von der globalen Nachfrageschwäche mitgenommen und versucht seit längerem verzweifelt, seine Werke in Brasilien und Amerika zu verkaufen. Milliardenabschreibungen auf diese Standorte haben die Eigenkapitalquote zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 auf 8 Prozent fallen lassen, während das Gearing auf 185,7 Prozent stieg. Viele Marktteilnehmer vermuten daher, dass eine Kapitalerhöhung bevorsteht – die Cevian optimale Bedingungen für einen Ausbau der Anteile liefen würde.

Allerdings hat ThyssenKrupp gerade wieder ein wenig Raum zum Atmen bekommen. Die Banken haben dem Dax-Konzern einen Covenant-Waiver gewährt. Dieser war nötig geworden, nachdem ThyssenKrupp mit dem Anstieg auf über 185 Prozent den Covenant eines Gearings von höchstens 150 Prozent im vergangenen Quartal gebrochen hatte. Die Banken hätten den Kreditvertrag daher Ende des Monats kündigen können.

steven.arons[at]finance-magazin.de