Potash will den Megadeal mit K+S retten. Doch das K+S-Management reagiert bislang frostig auf die Offerte.

K+S

03.07.15
Deals

Potash gibt K+S-Deal nicht auf

Die Absage war deutlich, dennoch wirbt Potash weiter um den Wettbewerber K+S. Eine Charmeoffensive soll den Widerstand der Hessen gegen den M&A-Deal brechen. Doch dort zweifelt man an den Willensbekundungen der Kanadier.

Die Übernahmeavancen für K+S gehen weiter: Auch wenn die Hessen gestern in frostigem Ton das erste Potash-Angebot abgelehnt haben, geben die Kanadier nicht auf. Im Rahmen von „partnerschaftlichen Verhandlungen“ könne man Vorbehalte auf Seiten der Deutschen gegen einen Zusammenschluss der Konzerne beseitigen, so die Hoffnung bei Potash. Der Konzern betonte in einer Mitteilung erneut die strategische Ratio für den M&A-Deal: Der Zusammenschluss würde zwei Unternehmen zusammenbringen, deren Geschäft sich nur minimal überschneide. Potash hatte in der vergangenen Woche überraschend ein Angebot für K+S abgegeben.

Um den Widerstand zu brechen, zeigen die Kanadier Verständnis für die Sorgen der Deutschen. Es gehe bei dem Angebot nicht darum, Minen zu schließen, die Produktion zu beschneiden, das Salzgeschäft zu verkaufen oder Jobs abzubauen, betont Potash in einer aktuellen Mitteilung.

Das sieht man in Hessen allerdings anders: Die K+S-Gremien sind sehr besorgt, dass „Potash kein nachhaltiges Interesse daran zu haben scheint, die strategisch, technisch und wirtschaftlich miteinander verknüpften Düngemittel- und Salzaktivitäten in der jetzigen Form fortzuführen“, teilte K+S gestern mit. Zudem habe Potash keine verbindlichen Zusagen zum Schutz der Interessen der K+S-Beschäftigten gemacht. Es sei trotz mehrmaliger Nachfrage „bei Gemeinplätzen geblieben“. 

Potash: Treffen mit K+S-Chefs würde Vorbehalte ausräumen

Potash wies nochmals darauf hin, dass der gebotene Preis von 41 Euro je K+S-Aktie in bar gezahlt würde. Das entspreche einem Aufschlag von 57 Prozent gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittspreis der Aktie in den vorangegangenen zwölf Monaten. K+S hatte den Preis als nicht angemessen zurückgewiesen. Künftige Erträge, etwa aus dem kanadischen Minenprojekt „Legacy“, seien im Aktienkurs noch nicht reflektiert.

Oberste Priorität für die Kanadier scheint nun ein Treffen mit dem K+S-Management um CEO Norbert Steiner und CFO Burkhard Lohr zu haben. Die Kanadier wollen den Dialog mit den K+S-Verantwortlichen suchen, um weitere Themen zu besprechen. Der deutschstämmige Potash-CEO Jochen Tilk strebt „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ ein Treffen mit dem K+S-Management an. Dort wolle man gemeinsam über die Pläne diskutieren und weitere Details für eine erfolgreiche Kombination der Unternehmen ausarbeiten. Bislang hat K+S noch nicht öffentlich auf die Einladung reagiert.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de