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18.04.16
Deals

Private-Equity-Investor 3i verkauft Amor an Gilde

Der Frankfurter Schmuckhändler Amor geht von einem Private-Equity-Investor zum Nächsten. Für 3i war das Investment ein Erfolg. Was bleibt jetzt noch für Gilde zu tun?

Der Private-Equity-Investor 3i verkauft seine Anteile am Schmuckhändler Amor an den nächsten Investor: Gilde übernimmt die Anteile von 3i an dem Frankfurter Unternehmen für einen nicht genannten Kaufpreis. 3i kassiert für seinen Amor-Anteil 197 Millionen Euro, allerdings machen die Briten keine Angaben, wie hoch ihre Beteiligung ist. Das tatsächliche Transaktionsaktionsvolumen dürfte daher höher liegen, da auch das Amor-Management an der Firma mit einem Minderheitsanteil beteiligt war. Üblicherweise liegt die Managementbeteiligung bei Transaktionen in dieser Größenordnung bei 5 bis 10 Prozent.

Bereits im Jahr 2014 hatte 3i sich im Rahmen einer Refinanzierung 46 Millionen Euro ausgeschüttet. Mit dem Verkaufserlös der Mehrheitsanteile von 197 Million Euro und den Einnahmen aus der Refinanzierung 2014 liegt der Gesamterlös für 3i an Amor bei 243 Millionen Euro. Zur Übernahme 2010 hatte 3i Eigenkapital in Höhe von 99 Millionen investiert.

Mit dem Verkauf hat 3i also rund das 2,5-Fache seines eingesetzten Geldes verdient. Dem liegt eine gute Unternehmensentwicklung von Amor zu Grunde: Vom Einstieg von 3i bei Amor im Dezember 2010 bis zum jetzt erfolgten Verkauf konnte der Investor den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 60 Prozent steigern.

3i ließ Amor durch Internationalisierung wachsen

3i hat Amor eine Internationalisierungsstrategie auferlegt – in Europa, aber auch nach USA, Asien und Australien wuchs der Schmuckhändler. „Während der Zeit, in der wir investiert waren, hat das Unternehmen mehr als 1.000 neue Verkaufsstellen eröffnet“, sagt Peter Wirtz, Partner und Managing Director von 3i in Deutschland.

Angesichts der hohen Kaufpreise und des hohen Wettbewerbs untereinander haben es Investoren immer schwerer, Primärziele aufzutreiben. Darum kaufen sie sich Assets mehr und mehr gegenseitig ab – so auch im Fall von Amor. Die Frage ist auch in diesem Fall: Welche neue Strategie zur Steigerung des Unternehmenswerts hat der Käufer?

Bei Amor ist die Antwort nicht trivial, weil die naheliegende Strategie der Internationalisierung schon begonnen wurde. Amor-CEO Marcus Hoffmann lässt sich in der Pressemeldung nur recht unverbindlich zitieren: Er freue sich darauf, „gemeinsam mit Gilde die Erfolgsgeschichte unseres Unternehmens weiter fortzuschreiben.“  

tim.grossheimann[at]finance-magazin.de

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