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S.A.G. Solarstrom verkauft letzte deutsche Projekte

Die insolvente S.A.G. Solarstrom hat den Verkauf ihrer drei letzten deutschen Projekte abgeschlossen.
S.A.G. Solarstrom

Es geht voran: Die S.A.G. Solarstrom hat den Verkauf der letzten drei Projekte in Deutschland abgeschlossen. Die drei Photovoltaikanlagen in Daßlitz und Sondershausen wurden an private Investoren veräußert, der Verkauf bringt dem Solarkonzern einen Mittelzufluss im mittleren einstelligen Millionenbereich ein. „Ursprünglich waren wir davon ausgegangen, den Verkauf bis Ende Juni 2014 abschließen zu können“, räumt S.A.G.-CEO Karl Kuhlmann ein. Man habe jedoch einen „vernünftigen“ Preis erzielen wollen.

Zwei Monate später scheint Kuhlmann mit dem Ergebnis einverstanden, genau beziffert wurde der Verkaufspreis nicht. S.A.G. Solarstrom musste im Dezember des vergangenen Jahres Insolvenz anmelden, weil erwartete Mittelzuflüsse über insgesamt rund 20 Millionen Euro nicht eingegangen waren. Diese werden laut Insolvenzverwalter nun in den kommenden Wochen erwartet.

S.A.G. Solarstrom auf Investorensuche

Nun kann die S.A.G. Solarstrom ihre Suche nach neuen Investoren weiter intensivieren. Bereits im April hatte der Solarkonzern verkündet, es seien einige Interessensbekundungen aus dem In- und Ausland eingegangen. Mit der Suche war zuvor die Unternehmensberatung Roland Berger beauftragt worden.

Jetzt nimmt der Prozess finale Züge an. „Nach dem aktuellen Stand gehe ich nun davon aus, dass wir den Investorenprozess absehbar abschließen können“, gibt der Insolvenzverwalter Jörg Nerlich von der Kanzlei Görg an.

Einen konkreten Zeitplan nannte er jedoch nicht. Die Verzögerungen im Prozess begründete er mit dem internationalen Umfeld der Investoren: Da es sich bei den strategischen Investoren um Unternehmen aus Asien, Nordamerika und Europa handele, habe die Due Diligence mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Es seien komplexe rechtliche und steuerliche Fragen zu klären.

Nach der Gläubigerversammlung Mitte Mai hatte Nerlich verkündet, die Insolvenzquote könne bei ungefähr 50 Prozent liegen – vorausgesetzt, der laufende Investorenprozess könne erfolgreich abgeschlossen werden. Je nach Ausgang des Investorenprozesses könne die Insolvenzquote jedoch auch deutlich über oder unter diesem Ergebnis liegen.

Zurzeit scheint sich der Markt deutlich optimistischer zu zeigen: Die beiden 2010 und 2011 begebenen Mittelstandsanleihen von S.A.G. Solarstrom brachen zwar nach der Insolvenz zunächst auf Werte um 15 Prozent ein, notieren derzeit jedoch aktuell wieder bei Werten um 65 Prozent.

Zu erneuten konkreten Aussagen über die Insolvenzquote ließ sich Nerlich nicht hinreißen. Er sagte aber, sein Ziel sei es „eine im Vergleich zu anderen Insolvenzverfahren respektable Quote für die Gläubiger“ zu erreichen.

Wie ein S.A.G.-Verkauf im Detail gestaltet werden könne, sei allerdings weiter offen. Davon werde laut Nerlich abhängen, ob auch die Aktionäre einen Mittelrückfluss auf ihr eingesetztes Kapital erhalten werden. In der Regel würde dies eine vorherige Vollbefriedigung der Anleihegläubiger bedeuten. Allzu große Hoffnungen dürfen sich die Aktionäre daher wohl nicht machen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Info

Wie es zur Insolvenz der S.A.G. Solarstrom kam und wie Gläubiger, Management und Investoren nun um die Rettung des Solarunternehmens ringen, lesen Sie auf unserer Themenseite zu S.A.G. Solarstrom.

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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