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21.04.16
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Sympatex verkauft Verlustbringer Ploucquet

Sympatex ist unter Druck. Jetzt ist das Textilunternehmen seine Problem-Sparte für Hosen- und Sakkotaschen losgeworden. Kann Sympatex jetzt seine Mittelstandsanleihe zurückzahlen?

Der Textilkonzern Sympatex ist sein größtes Sorgenkind los. Die Sparte Plouquet, die Taschen für Kleidungsstücke herstellt, war ein wesentlicher Grund dafür, dass Sympatex im letzten Jahr 3 Millionen Euro verlor. Und damit auch am Abschneiden der Anleihe, die zwischenzeitlich auf kaum mehr als 40 Prozent gefallen war. Jetzt ist Plouquet an den Münchener Wettbewerber Kufner verkauft, ebenfalls ein Zulieferer der Textilindustrie. Zum Preis wollte sich weder Sympatex noch Kufner äußern.

Die Sympatex-Holding hatte sich im Februar in Smart Solutions Holding umbenannt – das Ziel war offenbar, die finanziellen Turbulenzen der Holding nicht auf die eigene Marke Sympatex abfärben zu lassen. Unter dem Dach des neu betitelten Mutterkonzerns waren bis vor kurzem zwei Firmen: Zum einen Sympatex, ein Hersteller von Hightech-Funktionsmaterialien in Kleidung und Schuhen, der 75 Mitarbeiter beschäftigt.

Zum anderen Plouquet. Das Werk im sächsischen Zittau liefert ebenfalls der Bekleidungsindustrie zu. Von Hightech kann hier aber nicht die Rede sein – die 124 Mitarbeiter stellen im Wesentlichen Baumwolltaschen etwa für Sakkos und Hosen her.

Umschuldung von Sympatex ist misslungen

Das können auch Billiganbieter aus Asien. Darum ist das Plouquet-Werk nicht ausgelastet und riss das Ergebnis der Holding ins Minus. „Durch die nicht ausreichende Fixkostendregression und die Produktion von Aufträgen mit geringen Margen wird das Ergebnis auf Ebene der Ploucquet GmbH und damit in der Sympatex Holding GmbH deutlich belastet“, formuliert es die Ratingagentur Creditreform. Bei 3,1 Millionen Euro lag der Fehlbetrag der Holding im Jahr 2014, der Umsatz bei knapp 40 Millionen Euro.

Sympatex schuldet seinen Gläubigern immer noch eine Antwort auf die Frage, wie das Unternehmen seine Anleihe refinanzieren will. Dass die Holding jetzt die Zittauer Problemsparte losgeworden ist, hilft zum einen deswegen, weil sie damit weniger Kapital vorhalten muss. Zum Zweiten könnte eine alleinstehende Sympatex als Investitions- oder Übernahmeziel interessanter werden, wie FINANCE aus unternehmensnahen Kreisen erfahren hat. Das dürfte auch den Gläubigern helfen. Sympatex wolle sich weiter verschlanken und an der Stärkung der Marke arbeiten, so der Insider weiter.

Die Sympatex-Anleihe war im November zunächst auf 70 Prozent gesunken, nachdem die Umschuldung der Holding gescheitert war. Im Januar brach die Anleihe dann regelrecht ein, auf kaum mehr als 40 Prozent. Creditreform hatte die Bonität der Anleihe von CCC auf CCC-Watch herabgestuft – also nur eine Stufe über dem Ausfall-Rating D.

Nach dem Verkauf von Plouquet ist die Sympatex-Anleihe (Kupon von 8 Prozent, läuft Dezember 2018 aus) im Laufe des Donnerstags trotzdem um gut 2 Prozent gefallen. Die Transaktion konnte also nicht die Zweifel der Investoren an der fristgerechten Rückzahlung der Anleihe zerstreuen.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de