(mih) Mit einem Gebot von über 9 Milliarden Dollar hat der Nahrungsmittelriese Nestlé offenbar seine beiden Erzrivalen Danone und Mead Johnson Nutrition im Rennen um die Babynahrungsmittelsparte des US-Pharmakonzerns Pfizer ausgestochen. Mit einer Übernahme würde Nestlé seine Marktführerschaft ausbauen, aktuell liegen die Schweizer mit einem Marktanteil bei Babynahrungsmitteln von 17 Prozent nur knapp vor Mead Johnson (15 Prozent) und Danone (13 Prozent). Im boomenden chinesischen Markt, wo Nestlé zuletzt nur auf Rang 8 rangierte, könnten die Schweizer zu den dortigen Marktführern aufschließen. Doch voraussichtlich würde der Deal die Kartellwächter alarmieren. Analysten erwarten, dass sich Nestlé von Teilen seines Babynahrungsgeschäfts trennen müsste. Das würde kleineren Nahrungsmittelherstellern die Chance geben, ebenfalls von dem Milliardendeal zu profitieren.

 

Parallel zu seinen Bemühungen um die Pfizer-Sparte hat Nestlé auch sein australisches Eiscremegeschäft zum Verkauf gestellt, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones. Mit einem geschätzten Verkaufspreis von gut 300 Millionen US-Dollar wäre dies allerdings nur eine kleine Transaktion. Um den Pfizer-Deal zu finanzieren, muss Nestlé keine Konzernteile verkaufen. Seit dem Verkauf des Augenheilspezialisten Alcon für 40 Milliarden Dollar an Novartis vor zwei Jahren sind die Kassen des Nahrungsmittelkonzerns gut gefüllt.

 

Quellen: Dow Jones, FINANCE

 

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