Pfleiderer

27.11.15
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Atlantik nimmt Pläne für Pfleiderer-Exit wieder auf

Der Investor Atlantik nimmt seine Pläne zum Ausstieg bei dem Holzverarbeiter Pfleiderer wieder auf. Entscheidend dafür ist der erneute Versuch einer Kapitalerhöhung der polnischen Pfleiderer Grajewo – und das Commitment eines zweiten PE-Investors.

Der Luxemburger Investor Atlantik will den Exit bei Pfleiderer wieder vorantreiben. Wie der bayerische Holzverarbeiter Pfleiderer mitteilt, soll die Kapitalerhöhung an der Warschauer Börse in den kommenden Wochen erneut in Angriff genommen werden. Einen ersten Anlauf hatte das Unternehmen im Oktober aufgrund von widrigen Marktverhältnissen abgesagt. Nach guten Quartalszahlen habe das Interesse der polnischen Investoren jetzt aber wieder deutlich zugenommen, heißt es bei Pfleiderer.

Die polnische Tochter spielt eine Schlüsselrolle bei den Exit-Plänen des Investors: Die an der Warschauer Börse notierte Pfleiderer Grajewo sollte über eine Kapitalerhöhung ursprünglich gut 200 Millionen Euro einsammeln und mit einem Teil des Geldes den eigenen Mutterkonzern von Atlantik übernehmen. Bereits nach der Kapitalerhöhung wollte Atlantik seinen Anteil am kombinierten Unternehmen auf weniger als die Hälfte senken und in der Folge weitere Anteile verkaufen.

Pfleiderer reduziert Preisspanne für Aktien

Bei dem erneuten Versuch für die Kapitalerhöhung backt Pfleiderer nun allerdings kleinere Brötchen. Pfleiderer Grajewo bietet die Aktien nun bei einer Preisspanne von 24 bis 26 Zloty je Stück (5,60 bis 6,09 Euro) an, ursprünglich waren 27 bis 31 Zloty je Wertpapier (6,32 bis 7,26 Euro) anvisiert. Der PE-Investor Strategic Value Partners hat einer Mitteilung zufolge angekündigt, rund ein Drittel der Aktien zu zeichnen.

Pfleiderer Grajewo will nach jetzigem Stand 15,1 bis 19 Millionen neue Aktien ausgeben. Würden die 19 Millionen neuen Aktien zu 6,09 Euro je Stück platziert, ergäbe dies ein Volumen von 116 Millionen Euro. Atlantik, hinter dem unter anderem der Sanierungsexperte Michael Keppel und der frühere Mannesmann-Manager Kurt Kinzius stecken, will zudem 3,1 bis 9 Millionen bestehende und indirekt gehaltene Aktien von Pfleiderer Grajewo privat platzieren.

Nach Abschluss der Transaktion wird Atlantik voraussichtlich noch einmal 6,5 bis 7,1 Millionen bestehende Aktien von Pfleider Grajewo an bestimmte eigene Anteilseigner abgeben. Nach dem IPO plant Atlantik, noch mindestens 25 Prozent der Wertpapiere zu halten, aber höchstens noch ein Drittel der Aktien an Pfleiderer Grajewo. Das Bookbuilding soll am heutigen Freitag beginnen.

Für Atlantik hat sich das Pfleiderer-Investment bislang gelohnt. Beim Einstieg vor drei Jahren war Pfleiderer ein Restrukturierungsfall, stabilisierte sich aber zuletzt bei einem Umsatz von 960 Millionen Euro und einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 121 Millionen Euro.

jakob.eich[at]finance-magazin.de