BC Partners will Private-Debt-Geschäft ausrollen

BC Partners

05.08.19
Deals

BC Partners will Private-Debt-Geschäft ausrollen

BC Partners will sein noch junges Kreditgeschäft nach Europa und Deutschland bringen – mit einer unkonventionellen Private-Debt-Strategie.

BC Partners ist in Deutschland vor allem als Private-Equity-Investor bekannt. In den vergangenen Jahren hat der Londoner Finanzinvestor aber auch ein Private-Debt-Geschäft in den USA aufgebaut, welches er künftig nach Europa und Deutschland bringen will, wie FINANCE erfahren hat. BC Partners folgt damit anderen Buy-out-Giganten wie KKR, Blackstone oder Permira, die hierzulande längst auch Kreditgeschäft betreiben. 

Keine Chinese Wall zwischen Private Equity und Debt

Was BC Partners dabei anders machen möchte: „Wir verfolgen bei Private Equity und Private Debt einen integrierten Ansatz, der bewusst keine Chinese Wall zwischen beiden Bereichen aufbaut um die Kompetenzen beider Bereiche symbiotisch zu nutzen“, berichtet Matthias Ederer. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen nach FINANCE-Informationen nur die beiden Finanzinvestoren Centerbridge und Apollo.

Der gebürtige Österreicher Ederer ist seit zweieinhalb Jahren bei BC Partners und hat als Managing Director das Kreditgeschäft für den Finanzinvestor mit aufgebaut. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre unter anderem in der Special Situations Group und dem Distressed-Bereich bei Goldman Sachs sowie für den Kreditfonds Wingspan.

„Wir verfolgen bei Private Equity und Private Debt bewusst keine Chinese Wall."

Matthias Ederer, Managing Director, BC Partners

Heute besteht das Kreditteam von BC Partners aus 16 Investment Professionals. Ederer und Henry Wang sind Managing Director und berichten an Ted Goldthorpe, der das Kreditgeschäft von BC Partners auf der Partnerebene verantwortet. Angesiedelt ist das gesamte Kredit-Team in New York. 

BC Partners finanziert Deals bis zu 500 Millionen Euro

Das Kreditgeschäft von BC Partners steht auf zwei Säulen. Die erste bezeichnet Ederer als „Opportunistic Credit Business“, das eine Zielrendite zwischen 12 und 15 Prozent verfolgt. Opportunistisch könne in diesem Fall auch Distressed bedeuten, müsse es aber nicht. „Wir haben dort ein flexibles Mandat für liquide und illiquide Kreditinstrumente“, berichtet Ederer. 

„Wir haben ein flexibles Mandat für liquide und illiquide Kreditinstrumente.“

Matthias Ederer

Die zweite Säule der Private-Debt-Strategie ist das „Direct Lending“ mit einer Zielrendite von 8 bis 12 Prozent. Hierunter fällt in den USA zum einen die direkte Kreditvergabe an Unternehmen, aber auch die Finanzierung von Private-Equity-gesponserten Übernahmen. Das Verhältnis liege in etwa bei 50/50. 

„Unsere Präferenz im Direct Lending liegt bei Unternehmen mit einem Ebitda zwischen 10 und 50 Millionen Euro und einem Enterprise Value von 100 bis 500 Millionen Euro“, so Ederer. BC Partners habe sich im Gegensatz zu größeren Wettbewerbern bewusst für dieses kleinere Marktsegment entschieden, um dem Wettbewerb im syndizierten Kreditmarkt, und damit den Banken, aus dem Weg zu gehen. Ederer zufolge herrsche gerade bei größeren Deals hoher Wettbewerb.

BC Partners alter Debt-Fonds ist ausinvestiert

Insgesamt verwaltet BC Partners für seine globale Private-Debt-Strategie inzwischen rund 2 Milliarden US-Dollar an Assets under Management. Drei Viertel davon entfallen Ederer zufolge auf die Direct-Lending-Strategie. Die 500 Millionen US-Dollar , die für die Opportunistic-Strategie allokiert sind, stammen Ederer zufolge aus einem 200 Millionen Euro schweren Fonds sowie mehreren Single-Accounts mit einzelnen Investoren. Der Fonds ist nach FINANCE-Informationen inzwischen nahezu ausinvestiert. 

Ob sich BC Partners nun wieder im Fundraising befindet, wollte der Finanzinvestor auf Nachfrage nicht kommentieren. Ederer merkte lediglich an: „Ich denke, dass wir in den nächsten zwölf bis 18 Monaten um einiges aktiver sein werden, sowohl auf der Opportunistic- als auch der Direct-Lending-Seite.“ Bisher habe BC Partners Kreditgeschäft fast ausschließlich in den USA betrieben.

„Ich denke, dass wir in den nächsten zwölf bis 18 Monaten um einiges aktiver sein werden."

Matthias Ederer

Dies könnte sich bald ändern: „Mittelfristig planen wir, Ressourcen nach Deutschland und Europa zu allokieren“, kündigt Ederer an. Das Direct-Lending-Geschäft in Europa, insbesondere in Deutschland, wird  jedoch immer noch sehr stark von den Banken diktiert, auch wenn diese in den vergangenen Jahren kontinuierlich Marktanteile an Debt-Fonds verloren haben.  

Der besondere Ceramtec-Deal von BC Parnters

In Deutschland hat Ederer mit seinem Kreditteam bisher nur eine einzige Transaktion vorzuweisen – allerdings keine gewöhnliche, denn es handelt sich dabei um ein kleines Investment in 5 Prozent des Preferred Equities von Ceramtec. Das Besondere dabei: BC Partners hatte den mittelständischen Keramikspezialisten 2017 für kolportierte 2,6 Milliarden Euro von dem Wettbewerber Cinven übernommen

„Unser Kreditteam kann auf alle Ressourcen der Gruppe zugreifen.“

Matthias Ederer

„Die Transaktion ist einerseits ein gutes Beispiel für den integrierten Ansatz von BC Partners, andererseits aber auch eine Ausnahme“, meint Ederer. Denn: In der Regel finanziere BC Partners keine eigenen Buy-outs. Man habe dennoch die Möglichkeit, selektiv in die Kapitalstruktur von BC-Partners-Unternehmen zu investieren, jedoch nie mehr als 10 Prozent. 

Der deutlich größere Vorteil einer fehlenden Chinese Wall sei vielmehr der übergreifende Daten- und Informationsfluss. „Unser Kreditteam kann auf alle Ressourcen der Gruppe zugreifen“, sagt Ederer. Über das Equity-Team kämen viele Kredittransaktionen zustande. Das Buy-out-Team schaue sich im Jahr im Schnitt rund 200 Transaktionen an, mache davon letztendlich aber nur fünf. Die Übrigen könnten möglicherweise auch eine Credit-Story sein. 

„Wir haben dadurch bei der Due Diligence beachtliche Kostensynergien“, freut sich Ederer. Um in Deutschland jedoch wirklich Dealflow zu generieren und Transaktionen abzuschließen – vor allem im Midmarket – wäre es für BC Partners denkbar, das Hamburger Private-Equity-Büro um Kredit-Manager zu erweitern.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de