LBO-Banker Marcel Herter: „Zweiter Frühling“ für die schwierige Beziehung zwischen Banken und PE-Investoren.

FINANCE

21.03.13
Deals

Finanzierungsfrühling für PE-Investoren

Die PE-Investoren im deutschen Mittelstand leiden bei ihren Investments unter der Konjunkturschwäche. Im Gegenzug hellt sich aber das Finanzierungsumfeld auf. Einen „zweiten Frühling“ gar stellte Finanzierungsveteran Marcel Herter der schwierigen Beziehung zwischen Banken und PE-Investoren auf der 10. Deutschen Investorenkonferenz in Aussicht.


Die Konjunkturschwäche sehen die PE-Investoren im deutschen Mittelstand immer noch lediglich als kleine Schwächung an. Im Gegenzug eröffnet ihnen die Verbesserung am Finanzierungsmarkt neue Möglichkeiten am M&A-Markt. Das ist das Stimmungsbild, das sich aus den Vorträgen, Diskussionsrunden und Gesprächen am Rande der 10. Deutschen Investorenkonferenz ergeben hat, der alljährlichen Private-Equity-Konferenz von FINANCE, die diese Woche mit rund 140 PE-Profis in Frankfurt stattfand. „Die Margen bei Buy-out-Krediten und die Spreads am Bondmarkt gehen runter“, berichtete Marcel Herter, Gründer des Beratungshauses Herter & Co und früherer Leiter des deutschen Debt-Advisory-Geschäfts von Lazard.

Marcel Herter: „Bankenclubs sind eingespielt“

Auch die Eigenkapitalbeiträge entwickeln sich offenbar im Sinne der PE-Investoren: „Die von den Banken geforderte Equity-Contribution sinkt kontinuierlich, es geht in Richtung 40 Prozent“, berichtete Herter, der der schwierigen Arbeitsbeziehung zwischen Banken und PE-Investoren einen „zweiten Frühling“ vorhersagte – verbunden mit einer mutigen These. „Der Finanzierungsmarkt für mittelständische PE-Transaktionen wird in der nächsten Krise nicht wieder zusammenbrechen“, glaubt Herter. Der Ex-Banker und Finanzierungsexperte führt dies vor allem darauf zurück, dass die Buy-out-Kredite gesund strukturiert und bepreist seien, die Banken einen großen Teil dieser Kredite nicht mehr wie früher syndizierten und die Zusammenarbeit der Banken in gemeinsamen Club Deals mittlerweile eingespielt sei.  

Dennoch warnte der Corporate-Finance-Experte Kai Hartmann vom Beratungshaus Youmex die PE-Investoren, weiterhin einseitig auf die Banken zu setzen. „Wenn die Politiker tatsächlich ein Trennbankensystem auf den Weg bringen, hätte das für die Finanzierung von Buy-outs und Private-Equity-Unternehmen gravierende Folgen“, glaubt Hartmann, dessen Team sich auf bankalternative Finanzierungen spezialisiert hat. Er bemängelte, dass die PE-Investoren – obwohl grundsätzlich financial-engineering-affin– den CFOs ihrer Portfoliounternehmen kaum Anstöße gäben, zum Beispiel über asset-basierte Finanzierungen Liquidität für die Wachstumsfinanzierung freizusetzen. 

„Targetuniversum wird kleiner“

Freilich könnte es den PE-Investoren schwer fallen, die zunehmenden PS auch auf die Straße zu bringen. „Das Targetuniversum wird kleiner“, beklagte Volker Hichert, Chef des PE-Hauses Deutsche Private Equity. Er sieht einen schwachen Dealflow und nur noch maues Wachstum in vielen Unternehmen, die grundsätzlich für ein PE-Investment in Frage kämen.

Auch Hansjörg Schnabel, Geschäftsführer des Bad Homburger Mittelstandsinvestors Equita, beschrieb, wie die Schwäche in Südeuropa die Performance seiner Portfoliounternehmen beeinträchtigt hat: „Wir sehen zum Teil starke Umsatzrückgänge in Südeuropa, die unsere Unternehmen durch Produktinnovationen und stärkeres Wachstum in Asien und den USA zwar ausgleich können – aber das reicht meist nur, um das Umsatzniveau zu halten.“ In den vergangenen Wochen habe die Schwäche sogar auf das Frankreich-Geschäft übergegriffen: „Das macht mir Sorge“, sagte Schnabel. Die Konsequenz: „Wir werden unsere Unternehmen noch stärker auf die Wachstumsregionen ausrichten müssen.“

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de