Die Private-Equity-Branche hat in den vergangen Jahren einen Wandel durchlebt: Schnelle Wertsteigerung ist Geschichte.

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15.12.15
Deals

Für PE-Investoren wird das Geldverdienen mühsam

Rustikale Kostensenkungsprogramme reichen den Private-Equity-Häusern nicht mehr, um die Renditevorgaben ihrer Investoren zu erreichen. Darum stocken die Investoren ihr Personal auf und nutzen ihr M&A-Know-how.

Für Private-Equity-Investoren ist die Zeit schneller Wertsteigerungen vorbei. Das ist das Ergebnis des ersten FINANCE Midmarket-Private-Equity-Monitors – einer Befragung unter Investmentmanagern bei 50 in Deutschland tätigen PE-Häusern, die FINANCE gemeinsam mit dem Investor Deutsche Beteiligungs AG aufgelegt hat.

Nur 36 Prozent der befragten Entscheider halten Kostensenkungen und Effizienzprogramme bei Portfoliounternehmen noch für die aktuell aussichtsreichste Wertschöpfungsstrategie. Die Aufspaltung gekaufter Unternehmen halten sogar nur 12 Prozent für besonders gewinnbringend. Dagegen setzen 72 Prozent der Befragten derzeit am stärksten auf Wachstum durch Zukäufe und ausgetüftelte Buy-and-Build-Strategien. 60 Prozent betrachten Internationalisierungsstrategien als eine ihrer Prioritäten, 46 Prozent den strategischen Ausbau von Geschäftsbereichen wie etwa dem Service-Geschäft.

Das dokumentiert den tiefgreifenden Wandel, den die Branche in den zurückliegenden Jahren durchlebt hat und der PE-Investoren auch in Zukunft beschäftigen dürfte. Ein vielversprechendes, aber ineffizient geführtes Unternehmen kaufen, ihm hohe Schulden aufzudrücken, dann rustikal umbauen, die Schulden abbezahlen und einige Jahre später mit saftigem Gewinn zu verkaufen – das hat einmal funktioniert.

Immer mehr Assets gehen von einen PE-Investor zum anderen

Heute ist es nicht mehr so leicht für Fondsmanager, das Geld ihrer Investoren zu vermehren. Ein wesentlicher Grund: PE-Investoren kaufen ihre Assets immer häufiger von ihresgleichen statt von Familienunternehmern oder Großkonzernen. Die Folge: Die neuen Beteiligungen sind schon weitgehend optimiert und auch zu teuer, als dass sich derart einfache Strategien lohnen würden.

Wie sehr die Branche inzwischen auf sich selbst angewiesen ist, belegt der FINANCE Midmarket-Monitor ebenfalls. So bewerten die Investment-Manager Secondary und Tertiary Buy-outs als die relevanteste Dealquelle – auch im Ausblick auf das nächste Jahr. Familienunternehmen schneiden als Verkäufer überraschend gut ab und liegen sogar noch vor den Konzern-Spin-offs, die bis zur Finanzkrise den größten Teil des Private-Equity-Marktes mit neuen Transaktionsmöglichkeiten gespeist hatten.

Die damit einhergehenden nachhaltig steigenden Anforderungen kosten die Private-Equity-Häuser aber auch zunehmend bares Geld: Die immer komplexeren Strategien, der massenhafte Zufluss an Investorengeldern und die harte Konkurrenz um M&A-Targets, die sich aus diesem Zufluss ergibt, zwingen viele PE-Investoren dazu, ihr Personal aufzustocken. So erwarten 56 Prozent der befragten PE-Profis, dass die Anzahl der Investment-Manager in ihrem Haus zukünftig wachsen wird. Nur ein Zehntel rechnet dagegen mit einem Personalabbau.

Die steigende Nachfrage nach erfahrenen Private-Equity-Spezialisten lässt auch die Gehälter steigen, die in der PE-Branche bezahlt werden. So haben in einer anderen Umfrage drei Viertel der Investmentmanager angegeben, das Durchschnittsgehalt bei ihrem PE-Investor sei in diesem Jahr gestiegen.

Was erwarten die PE-Profis vom kommenden Jahr? Das und alle anderen Ergebnisse des FINANCE Midmarket-Private-Equity-Monitors lesen Sie im ausführlichen Bericht zur Studie.