Der britische Finanzinvestor ICG verstärkt sein Frankfurter Büro weiter. Nach Klaus Maurer kommt nun der KKR-Manager Martin Preuss.

Nate Hovee / iStock / Getty Images

09.09.19
Deals

ICG holt Martin Preuss von KKR

Eine extrem kleine Mannschaft hat ICG erfolgreich in Deutschland etabliert. Jetzt stellen die Briten ihr Team mit dem KKR-Manager Martin Preuss breiter auf – und suchen am Markt noch mehr Verstärkung.

Der Finanzinvestor ICG baut sein Team aus: In wenigen Tagen wird Martin Preuss zu dem deutschen Investmentteam hinzustoßen. ICG hat diese FINANCE-Information auf Anfrage hin bestätigt. Preuss wird neben Jens Tonn und Tobias Häusel zur dritten Führungskraft im Frankfurter Büro von ICG. Er steigt als Managing Director ein.

Bislang standen im Wesentlichen Tonn und Häusel für die Investments in Deutschland, sie haben in den vergangenen sechs Jahren in acht Unternehmen investiert. Von diesen Investments sind sechs schon wieder realisiert. Die Rendite der abgeschlossenen Investments soll laut Branchenkreisen über dem Marktüblichen liegen. Aktuell ist ICG in Deutschland noch bei dem Brandschutzspezialisten Minimax und dem ERP-Softwarehaus Pro Alpha engagiert. 

Martin Preuss bringt breiten Hintergrund mit zu ICG

Martin Preuss kommt von dem Branchenriesen KKR, wo er elf Jahre lang in verschiedenen Investmentteams gearbeitet hat: Er begleitete Buy-outs, Restrukturierungen und Debt-Investments. Wie aus der Branche zu hören ist, wäre für Preuss bei KKR der Sprung auf die MD-Ebene gegenwärtig nicht zu realisieren gewesen.
   
Sein persönliches Profil passt zu dem seines neuen Arbeitgebers: Auch die Briten verfolgen einen sehr breiten Investmentansatz über mehrere Anlagestile und Beteiligungsverhältnisse hinweg. Der paneuropäische Fonds stellt seinen Zielunternehmen nicht nur Eigen-, sondern auch Fremdkapital und Mischungen aus beidem zur Verfügung. Neben Mehrheits- geht ICG auch Minderheitsbeteiligungen ein.

Unabhängig von der Gruppe um Tonn und Häusel agiert auch noch ein weiteres Team im Bereich Private Debt. Dort arbeitet von Frankfurt aus unter anderem der frühere Leveraged-Finance-Chef der NIBC Bank, Steffen Böhmert. 

Wie FINANCE aus Headhunter-Kreisen weiter erfahren hat, will es ICG nicht bei der Verpflichtung von Preuss bewenden lassen: In den nächsten Monaten sind weitere Verstärkungen unterhalb der MD-Ebene geplant. ICG sucht auch dafür wieder nach Kandidaten, die einen breiten Private-Equity-Hintergrund über verschiedene Investitionsstile hinweg mitbringen. Diese Information will ICG weder bestätigen noch dementieren. 

ICG hat sich schon mit Silverfleet-Manager verstärkt

Der Ausbau des Teams dürfte mit dem Größensprung beim neuen ICG-Fonds zusammenhängen: Der neue Fonds für Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen an Unternehmen in Kerneuropa hat eine Größe von 4,5 Milliarden Euro. Das ist über 50 Prozent mehr als bei den beiden Vorgängerfonds, die 2,5 beziehungsweise 3 Milliarden Euro auf die Waage brachten. Insgesamt verwaltet ICG 38 Milliarden Euro, womit die Briten zu den größten Finanzinvestoren in Europa zählen.

Der Personalaufbau hat schon im Juli begonnen. Damals holte ICG den Investmentmanager Klaus Maurer vom Mid-Cap-Fonds Silverfleet. Im Mai vergangenen Jahres hatte Maurer noch federführend für Silverfleet das ICG-Portfoliounternehmen Prefer Resins übernommen. Maurer arbeitet aber nicht direkt mit dem Trio Tonn, Häusel und Preuss zusammen, sondern soll sich um den neuen Midcap-Buy-out-Fonds kümmern, den ICG gerade einwirbt. Marktkreisen zufolge stehen die Briten kurz vor einem Abschluss des Fundraisings bei einer Größenordnung von rund 1 Milliarde Euro. 

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de