Metabo

09.05.12
Deals

Noch immer zwei Welten

Eigentlich ist die Situation klar: Private Equity hat das Geld, das der deutsche Mittelstand gut brauchen könnte. Dennoch tritt der PE-Markt auf der Stelle. Kapitalnehmer und –geber kommen oft noch immer nicht zusammen.

 

 

Seit einem Jahr ist  der Nürtinger Hersteller von Elektrowerkzeugen Metabo nun schon auf der Suche nach einem Finanzinvestor. Mit den neu aufgenommenen Mitteln will die nach Jahren der Restrukturierung finanziell nicht auf Rosen gebettete Metabo Wachstum, Innovationen und Investitionen in neue Märkte finanzieren.

Doch der Private-Equity-Markt will dieses Jahr einfach nicht in Schwung kommen. Dabei sehen die PE-Investoren sich selbst als Problemlöser, der Unternehmen weit mehr zur Verfügung stellt als nur Geld. „Gerade die globale Ausrichtung und Managementerfahrung vieler PE-Fonds bringen den Portfoliounternehmen Wettbewerbsvorteile“, erklärt Björn Stübiger, Partner bei Rödl & Partner, der gerade eine umfassende Befragung der PE-Branche in Deutschland durchgeführt hat. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Minderheitsbeteiligung des mächtigen US-Investors Blackstone beim hessischen Kamerahersteller Leica. Blackstone ist hier mit seinem internationalen Netzwerk bei der Markteroberung von Asien behilflich.

Bessere Aussichten für die PE-Branche also Mittelstand generell?

Das schwierige Marktumfeld scheint die Finanzinvestoren zum Umdenken zu bewegen.: „62 Prozent der befragten Beteiligungsgesellschaften (Vorjahr: 56 Prozent) zeigen mehr Interesse an Minderheits¬beteiligungen“, bestätigt Stübiger.

Die Engpässe scheinen auf der Nachfrageseite zu liegen. Eine vierteljährliche Umfrage des Verbandes „Die Familienunternehmer – ASU“ zeigt, dass der Eigenkapitalmangel als Investitionshemmnis erst an neunter Stelle steht.

Eine weitere von der Stiftung Familienunternehmen durchgeführte Studie von 2011 zeigt, dass mittelständische Familienunternehmen in erster Linie Anleihen und Schuldscheine zu Finanzierung benutzen. Familienunternehmen müssen versuchen, eine Balance zwischen den Zielen Wachstum und Unabhängigkeit zu finden.

Die generellen Vorbehalte gegen Finanzinvestoren werden aber geringer. „Das Bild der Heuschrecke hat in seiner Eindimensionalität ausgedient – auch bei den Familienunternehmen“,sagt Stefan Heidbreder, der Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen. .

Auch bei Metabo? Der Werkzeughersteller führe im Moment noch Detailverhandlungen mit einer „kleinen Zahl von Finanzinvestoren“, heißt es. Über den genauen Verhandlungsstand und etwaige Investoren schweigt das Unternehmen. Aus der Community ist Zurückhaltung zu hören. Einige Investoren dürften zurückschrecken, gerade weil sich die Suche in die Länge zieht, meint Stübiger. „Insbesondere wenn mehrere Eigentümer an diesem Prozess beteiligt sind, kann die Meinungsbildung länger dauern. Wichtig ist, die Vertraulichkeit in solchen Prozessen hoch zu halten, auch weil die Private-Equity-Branche in Deutschland eine Community ist, die sehr gut vernetzt ist.“

gerrit.appeldorn[at]finance-magazin.de