In Borromins Fonds III war auch die Food & Service Gruppe. Der Geldtopf des Private-Equity-Hauses ist jetzt geschlossen.

pikselstock - stock.adobe.com

03.02.21
Deals

PE-Haus Borromin erreicht Fonds-Multiple von 3,1x

Der Private-Equity-Investor Borromin zieht einen Strich unter seinen Fonds III. Die Performance kann sich sehen lassen.

Das Private Equity-Haus Borromin (früher Steadfast) hat seine 2016 eingegangene Beteiligung Guntermann & Drunck (G&D) mit einem schönen Gewinn verkauft: Das Investment in den Elektronikspezialisten brachte ein Multiple auf das eingesetzte Kapital von 3,9x. Durch die Technik des Mittelständlers können verschiedene Bildschirme mit einer Maus verbunden werden, was unter anderem im Rundfunk und in der Flugsicherung wichtig ist.

Mit dem Abschluss dieses Exits ist die Realisierungsphase des Borromin-Fonds III abgeschlossen. Das teilte der in Frankfurt am Main ansässige Finanzinvestor heute Mittag mit.

Borromin-Fonds mit IRR von 37 Prozent

Der Borromin Capital Fund III ist rund 130 Millionen Euro schwer und wurde von dem Mittelstandsinvestor im Jahr 2011 aufgesetzt. Laut Angaben von Borromin erreichte der Fonds ein Multiple auf das investierte Kapital von 3,1x, in den zehn Jahren Laufzeit haben die Investoren ihren Einsatz also mehr als verdreifacht.

Die jährliche Fondsrendite („IRR“) erreicht stolze 37 Prozent. Das ist überdurchschnittlich viel. In der Regel peilen Private-Equity-Fonds eine IRR von 20 Prozent an, und nicht wenige Fonds scheitern daran.

Entsprechend erfreut zeigt sich Borromin-Gründer Nick Money-Kyrle: „Wir sind sehr glücklich mit dem Resultat des Fonds. Obwohl es durch die derzeitige Pandemie Schwierigkeiten gab, hat sich unsere Investmentstrategie als robust erwiesen.“

Borromin zählt zu den „Lower Midcap-Fonds“

Der jetzt abgewickelte Borromin-Fonds war vor allem auf den Mittelstand ausgerichtet, typischerweise haben die Borromin-Deals beim Einstieg einen Unternehmenswert zwischen 25 und 150 Millionen Euro. Die Zielunternehmen sitzen in deutschsprachigen Ländern oder in der Benelux-Region. Borromin setzt dabei laut eigenen Angaben auf Unternehmen, die ertragsstark sind und eine zweistellige Marge beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aufweisen.

Dieser Investmentansatz ähnelt dem vieler deutscher Midcap-Fonds wie ECM, DBAG oder Capiton. Im Ranking der Private-Equity-Fonds mit den meisten deutschen Midcap-Deals der vergangenen fünfzehn Jahre zählt Borromin nicht zu den Top 20, was allerdings auch daran liegt, dass viele Transaktionen der Frankfurter unterhalb der in dieser FINANCE-Statistik erfassten Spanne von 50 bis 250 Millionen Euro liegen.

Borromin will Ende 2021 ins Fundraising starten

Borromin konzentriert sich nun darauf, seinen aktuellen Fund IV zu investieren, der mit einem Volumen von 300 Millionen Euro Anfang 2019 gecloset wurde. 43 Prozent der Mittel dieses Fonds seien bereits investiert, wie Borromin erklärt. Damit rückt auch schon das Fundraising für den nächsten Fonds in den Blick: Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres will das PE-Haus beginnen, Kapital für den Nachfolgefonds einzusammeln.

Er könnte noch größer werden als der Fonds IV und Borromin damit in die Reihe der klassischen Midcap-Investoren aufsteigen. Denn wenn mehr Mittel zur Verfügung stehen, erwerben Finanzinvestoren meistens nicht mehr, sondern größere Unternehmen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de