Für den PE-Investor KKR wird die Zeit knapp bei A.T.U. 2014 werden mehrere Anleihen fällig.

A.T.U

12.07.13
Deals

PE-Investor bangt: Restrukturierung statt Refinanzierung bei A.T.U

Bei A.T.U spitzt sich die Lage zu: Das operative Geschäft hat im ersten Quartal enttäuscht, gleichzeitig muss die Werkstattkette im Besitz des PE-Investors KKR 2014 rund 600 Millionen Euro refinanzieren. Die Zeit wird knapp, viele Optionen hat A.T.U nicht. Die Oberpfälzer werden kaum um eine Restrukturierung ihrer Schulden herumkommen.


A.T.U hat mal wieder ein Problem mit dem operativen Geschäft. Das Unternehmen, das im vergangenen Monat CFO Christian Sailer überraschend in die zweite Reihe schob, schloss das erste Quartal 2013 laut Informationen von Debtwire, einem britischen Nachrichtendienst, mit einem negativen Ebitda von fast 20 Millionen Euro ab. Die Umsätze fielen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein knappes Viertel auf 226 Millionen Euro. Gleichzeitig kletterte die Nettoverschuldung auf das 9,36-fache des Ebitda.

Für die Werkstattkette wird die Zeit damit immer knapper. Im Mai nächsten Jahres werden zunächst zwei Anleihen über insgesamt 450 Millionen Euro fällig, im Oktober dann noch ein weiterer 150 Millionen Euro schwerer Bond. Insgesamt machen die Anleihen fast die komplette Fremdfinanzierung der hochverschuldeten Werkstattkette aus. Doch: „Ein solch hoher Verschuldungsgrad macht eine Refinanzierung im Bondmarkt unmöglich“, glaubt Mario Oliviero, von Debtwire Europe. Das Management von A.T.U hatte ihm zufolge zu Beginn des Jahres auf bessere Quartalsergebnisse gesetzt, diese dann aber verfehlt. „Bei einer Relation des fünf- bis sechsfachen von Ebitda zu den Nettofinanzschulden wäre eine Refinanzierung noch möglich gewesen“, sagt Oliviero.

PE-Investor KKR in Not: A.T.U droht Restrukturierung

Jetzt wird es bei der oberpfälzischen Werkstattkette in Richtung Restrukturierung gehen. Am Ende des Prozesses könnte auch ein neuer Eigentümer des Unternehmens stehen. Viele Optionen hat A.T.U nicht: Im vergangenen Jahr unternahm der PE-Investor und Alleineigentümer KKR bereits einen Anlauf, das Unternehmen zu verkaufen, scheiterte jedoch. Doch vor dem Hintergrund der hohen Verschuldung und dem eingefahrenen Verlust wird es noch schwerer als im vergangenen Jahr werden, einen Käufer zu finden. Ob KKR noch einmal gewillt ist, Kapital nachzuschießen, wie bereits 2008, ist ebenso fraglich.
 
Da bleibt nur die Restrukturierung der Anleiheverbindlichkeiten. Laut Oliviero wurden kürzlich bereits die US-amerikanische Investmentbank Moelis & Company und Freshfields Bruckhaus Deringer als finanzielle und rechtliche Berater von einer Gruppe von Anleihegläubigern zur Vorbereitung auf einen erwarteten Restrukturierungsprozesses engagiert. Eine Refinanzierung der nachrangigen Anleihe über 150 Millionen Euro schließt er so gut wie aus. Der Anleihemarkt sei im Moment nicht so durchlässig wie noch zu Beginn des Jahres. Jetzt bleibt wohl nur der Schuldenschnitt, wie FINANCE bereits im März vermutete.

In einem weiteren Szenario kommt den Zeichnern der vorrangigen Anleihen über insgesamt 450 Millionen Euro die Schlüsselrolle zu. Hier sieht Debtwire das größte Potential für künftige neue Eigentümer der Werkstattkette. „Die vorrangigen Anleihegläubiger sind die einzigen Akteure auf dem Platz, die in einer guten Position sind, das Unternehmen relativ einfach übernehmen könnten“, glaubt Oliviero. Sehr viel Zeit bleibt der Werkstattkette jedoch nicht mehr. Bis Ende des Jahres muss die Restrukturierung über die Bühne gehen. Doch eines ist bei aller Unsicherheit klar: Egal wie der Prozess ausgeht, A.T.U wird verändert daraus hervorgehen.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de