Haben ihr Unternehmen an den Private-Equity-Investor 3i verkauft: die beiden Gartenhaus-Gründer Sebastian Arendt (links) und Olivier Renaux (rechts).

A-Z Gartenhaus

FINANCE+ 20.10.20
Deals

Private-Equity-Ticker: 3i, Warburg Pincus, Flabeg

3i meldet sich mit einem ungewöhnlichen Deal zurück, Warburg Pincus wirft bei Avaloq das Handtuch, und ein Debt-Fonds übernimmt den insolventen Autozulieferer Flabeg. Der neue FINANCE-Private-Equity-Ticker.

Zuletzt war es in Deutschland ruhig um 3i geworden. Vor rund einem Jahr wechselte André Perwas zum Schweizer Private-Equity-Haus Capvis, aber sonst war über den britischen Finanzinvestor wenig zu lesen abgesehen von einigen kleineren Add-on-Akquisitionen für Portfoliounternehmen. Jetzt hat sich 3i dafür mit einem für den Midcap-Investor eher untypischen Deal in Deutschland zurückgemeldet. 

3i meldet sich mit Gartenhaus-Deal zurück

Für 60 Millionen britische Pfund (umgerechnet rund 70 Millionen Euro) hat 3i die Mehrheit an A-Z Gartenhaus übernommen – einem reinen Online-Händler für Gartenhäuser, Saunen, Markisen und anderen größeren Gartengeräten mit Sitz in Hamburg. Wegen der für 3i-Verhältnisse eher kleinen Investitionssumme wurde der Deal nach FINANCE-Informationen „all Equity“ finanziert. Wie bereits bei Formel D, hat 3i auch Gartenhaus für Co-Investments geöffnet und den Venture-Capital-Investor Project A als Co-Investor an Bord geholt. 

Da für E-Commerce-Unternehmen in der Regel zweistellige Ebitda-Multiples bezahlt werden, dürfte Gartenhaus vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen derzeit wohl 6 bis 7 Millionen Euro Gewinn machen. 3i-Deutschlandchef Peter Wirtz deutet an, wo die Reise hingehen soll. Er sieht in Gartenhaus einen Online-Champion für Haus- und Gartenprojekte in ganz Europa.  

Die letzten Plattform-Deals von 3i liegen schon eine Weile zurück. 2017 investierte 3i rund 175 Millionen Euro in den Automotive-Dienstleister Formel D und beteiligte sich mit 124 Millionen Euro an dem Lampenhändler Lampenwelt. Mit dem Juwelier Christ (210 Millionen Euro in 2014) und Weener Plastics (253 Millionen Euro im Jahr 2015) hat 3i zudem zwei noch ältere deutsche Beteiligungen im Portfolio. 3i ist bei der Haltedauer von Beteiligungen so flexibel, weil der Private-Equity-Investor keinen Fonds mehr hat, sondern ausschließlich aus der Bilanz heraus investiert. 

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