Selecta

FINANCE+ 29.09.20
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Private-Equity-Ticker: KKR, Ardian, Ralph Heuwing

KKR muss beim IPO von Hensoldt Abstriche machen und bei Selecta Geld nachschießen, Ardian sammelt 2 Milliarden Euro ein, und Ex-Dürr-CFO Ralph Heuwing wechselt ins PE-Geschäft. Der neue FINANCE-Private-Equity-Ticker.

Der US-Finanzinvestor KKR hat ein komplexes Rettungspaket für sein Portfoliounternehmen Selecta geschnürt. Der Schweizer Automatenbetreiber gehört seit 2015 mehrheitlich KKR und leidet stark unter der Coronavirus-Krise. KKR selbst will rund 125 Millionen Euro an Eigenkapital nachschießen. Hinzu kommt eine Kreditlinie über 50 Millionen Euro, für die KKR im Gegenzug eine spezielle Form von Vorzugsaktien im Volumen von 175 Millionen Euro erhält.

Das reicht aber noch nicht aus, um Selecta zu retten. Das Unternehmen muss entschuldet werden, weshalb CFO Andreas Schneiter die Passivseite der Bilanz sanieren möchte. Dabei geht es um drei Anleihen im Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Euro. Mit einer „substanziellen Zahl der Gläubiger“ hat sich das Unternehmen darauf geeinigt, die Anleihen zu restrukturieren und die Fälligkeit auf das Jahr 2026 auszudehnen. Selecta gewinnt dadurch zwei zusätzliche Jahre Zeit. 

IPOs von Hensoldt und Knaus Tabbert enttäuschen

Bei Hensoldt läuft es für KKR besser, wenngleich nicht so gut wie erhofft. Der IPO wurde nur zu einem überschaubaren Erfolg. Obwohl die Bewertung beim gesetzten Emissionspreis schon rund ein Viertel unter dem lag, was Hensoldt im Vorfeld zugetraut worden war, sackte die Hensoldt-Aktie nach dem Börsenstart ab. Das Equity-Investment dürfte KKR seit dem Einstieg vor vier Jahren damit noch nicht einmal verdoppelt haben – eine bestenfalls durchschnittliche Performance. Da KKR aber weiterhin rund 60 Prozent der Anteile hält, könnte eine gute Börsen-Performance das Bild noch drehen.

KKR ist nicht der einzige Finanzinvestor, der beim Börsengang seines Portfoliounternehmens Abstriche machen musste. Auch dem Finanzinvestor HTP floss beim Börsengang des Wohnmobil-Hersteller Knaus Tabbert weniger Geld zu als gedacht. Wie Hensoldt konnte auch Knaus Tabbert lediglich am untersten Ende der Preisspanne platziert werden, das bei 58 Euro lag. HTP entgingen dadurch mehr als 100 Millionen Euro

Permira gewinnt Wettbieten um Neuraxpharm

Permira hat sich im Wettbieten um Neuraxpharm durchgesetzt. Wie der Finanzinvestor mitteilte, hat er das Pharmaunternehmen vom Branchennachbarn Apax übernommen. Neuraxpharm setzt mit 850 Mitarbeitern jährlich rund 460 Millionen Euro um und verdient sein Geld mit Medikamenten zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Über die finanziellen Rahmenbedingungen wurde Stillschweigen vereinbart.

Wie das „Manager Magazin“ unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtet, soll Neuraxpharm bei der Transaktion mit knapp 1,7 Milliarden Euro bewertet worden sein, was dem 13-fachen des für 2021 erwarteten Betriebsgewinns entspräche. Apax hatte das Unternehmen 2016 erworben und anschließend mit dem Wettbewerber Invent Farma zusammengelegt. 

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