Hat die Coronakrise auf den Private-Equity-Markt eine reinigende Wirkung oder führt sie letztendlich zu einer neuen großen Blase?

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FINANCE+ 19.11.20
Deals

Private-Equity-Ticker: Mutares, Quadriga, EQT

Reges M&A-Treiben beim Turnaround-Investor Mutares, Quadriga pusht ein großes Buy-and-Build-Projekt, und EQT plant den Einstieg bei Thinkproject sowie den Abflug bei Apleona: Der neue FINANCE-Private-Equity-Ticker.

Welcher Investment-Manager hat in der Coronavirus-Krise eigentlich den stressigsten Job? Objektiv lässt sich das natürlich schwer feststellen, aber Johannes Laumann dürfte in diesem Ranking ziemlich weit vorne liegen. Der Chief Investment Officer des börsennotierten Turnaround-Investors Mutares hat im laufenden Jahr bereits acht (!) Zukäufe unter Dach und Fach gebracht, ein weiterer Kauf und ein Verkauf sind noch in der Mache. 

Mutares kauft bei Gea und Saint-Gobain ein

Zunächst zu den Deals in der Mache: Vor wenigen Tagen hat Mutares ein verbindliches Angebot für die Übernahme von Lapeyre und deren Tochtergesellschaften in Frankreich abgegeben. Eigentümer ist der französische Industriekonzern Sain-Gobain, der sich von dem defizitären Geschäft mit Produkten zur Hausrenovierung trennen möchte. Die Geschäftseinheit setzt mit 3.500 Mitarbeitern 641 Millionen Euro Umsatz um.

Das Geschäftsmodell von Mutares ist es, marode oder beim Management in Ungnade gefallene Geschäftseinheiten aus Konzernen herauszuschälen und zu restrukturieren. Dafür erhält der Finanzinvestor häufig vom Konzern eine Mitgift, muss beim Exit aber einen Teil des Verkaufserlöses mit dem früheren Eigentümer teilen. Saint-Gobain gibt Lapeyre nach eigener Aussage 245 Millionen Euro mit auf den Weg, um zur Profitabilität zurückzukehren – eine Menge Holz. 

Vor wenigen Tagen kündigte Mutares zudem an, seine 80 Prozent an der italienischen Nexive-Gruppe schon wieder an das italienische Logistik- und Postunternehmen Poste Italiane zu verkaufen. Nexive ist laut Mutares die Nummer zwei auf dem italienischen Post- und Paketmarkt und wurde erst im Juli 2020 übernommen. Verkäufer war die niederländische Post NL, die bis zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung über 20 Prozent hielt. Mit dem „Quick-flip“ dürfte Mutares einen schönen Schnitt gemacht haben, der Investor stellte seinen Aktionären sofort eine „Performance-Dividende“ aus dem Deal in Aussicht. 

Zuvor hatte Mutares bereits von Gea die beiden Konzerntöchter Gea Farm Technologies Japy und Royal De Boer Stalinrichtingen mit Produktionsstätten in Frankreich und den Niederlanden übernommen. Beide Unternehmen kamen 2019 auf einen kombinierten Umsatz von rund 50 Millionen Euro. Beide Transaktionen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Quadriga treibt Buy-and-Build-Projekt voran

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